Sie haben Knut

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Ein gnadenloser Flashback

Es ist schon eine merkwürdige Ansammlung von Typen, die sich im Winter 1982/83 auf einem eingeschneiten Bauernhof in den Tiroler Alpen zufällig über den Weg laufen. Eigentlich ist Ingo (Hans-Jochen Wagner) mit seiner Freundin Nadja (Valerie Koch) auf die elterliche Skihütte gefahren, um sich in trauter Zweisamkeit mal so richtig über ihre kriselnde Beziehung auszutauschen. Zumindest hatten sie das vor. Dann aber steht plötzlich die fröhlich-chaotische Volleyballmannschaft von Nadjas Bruder Knut vor der Tür und begehrt Einlass. Zähneknirschend arrangiert sich das Paar mit der Truppe, die ihrerseits noch auf Knut wartet, der nachkommen will. Dann stellt sich heraus, dass Knut bei einer Anti-AKW-Demo hopsgenommen wurde. Und zack setzt sich der quälende Prozess der Gruppendynamik in Gang, Befreiungsaktionen werden ausgesponnen und Pamphlete erdachte, bis der vermisste Knut (Ingo Haeb) urplötzlich wieder vor der Tür steht. Dann allerdings kommen die Verhältnisse erst so richtig ins Rutschen…

Zwischen verspätetem Hippie-Tum und den ersten Auswüchsen der bundesrepublikanischen Spaßgesellschaft, zwischen Rudi Dutschke und Helmut Kohl, zwischen „Atomkraft – Nein danke!“ und „Ich will Spaß, ich geb Gas“ hat Stefan Krohmer sein bittersüßes und zum Schreien komisches Generationsporträt der 68er Nachhut angesiedelt. Da wird politisch korrekt diskutiert, gesponnen und geliebt, dass es eine helle Freude ist. Wer diese Zeit mitbekommen hat, wird sich mindestens zehnmal wiedererkennen und betreten schweigen, um dann im nächsten Moment in schallendes Gelächter auszubrechen. Pflichtprogramm für alle zwischen 30 und 45 und ein schonungslos witziger Flashback in die Zeiten der „goldenen Jugend“. Gut, dass sie vorbei ist!

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Es ist schon eine merkwürdige Ansammlung von Typen, die sich im Winter 1982/83 auf einem eingeschneiten Bauernhof in den Tiroler Alpen zufällig über den Weg laufen.

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