Pommerland

Pommerland

Eine Art Heimatfilm

„Pomorze“, das „Land am Meer“ — so nannten slawische Siedler im 9. Jahrhundert diese Gegend, die sich von der Gegend um Stralsund im Westen bis hin nach Lebork im Osten erstreckt. Ein Landstrich an der Südküste der Ostsee, der nach den Wirren des Zweiten Weltkrieges geteilt wurde. Heute ist ein Teil Pommerns deutsch, das östlich der Oder gelegene Hinterpommern ist polnisch. Doch Pommern war schon immer Kriegen und den daraus resultierenden Teilungen unterworfen: Preussische, russische, schwedische oder französische Heere zogen hier durch, das Land selbst hat sich aber wenig verändert. So hat es zumindest den Anschein, wenn man Volker Koepps Film Pommerland anschaut. Irgendwie scheint hier die Zeit stehen geblieben zu sein, die riesigen Wälder, die stillen Dörfer und der beinahe endlose Himmel mit den rasch vorüberziehenden Wolken: Kaum etwas deutet darauf hin, dass wir uns am Anfang des 21. Jahrhunderts befinden. Auch die Menschen wirken so, als seien sie gerade einer Werbung für Pommersche Wurstprodukte entsprungen: Bodenständig, heimatverbunden und einfach.
Volker Koepps Reise durch Hinterpommern, den polnischen Teil der Gegend, begann im Mai 2004, also wenige Tage nach dem Beitritt Polens zur Europäischen Union. Der Regisseur und sein Kameramann schwelgen in Bildern und Geschichten, sie fangen in beeindruckender Weise Stimmungen ein, erzählen von den Mühen der Landwirtschaft, vom Weggehen der Jungen und vom Zurückbleiben der Alten, melancholisch, schön und irgendwie nicht ganz von dieser Welt. Doch es gibt auch Menschen, die sich nicht dem Zauber des vergessenen Märchenlandes ergeben: So zeigt Koepp beispielsweise das junge polnische Ehepaar Bastosiewicz, das versucht, mit Hilfe von EU-Geldern einen alten Gutshof wiederzubeleben. Vielleicht nur ein kleiner Anfang, doch man ist bereits froh um so viel Idealismus und Tatkraft.

Die Blicke in die wettergegerbten Gesichter und das Lauschen der Lebensgeschichten, die immer wieder von den „alten Zeiten“ und damit fast zwangsläufig vom Krieg handeln, sind erhellend und hinterlassen doch den Eindruck, als sei dieses Hinterpommern ein Land, in dem die Zeit stehen geblieben sei. Kaum eines Blickes hingegen werden die Veränderungen gewürdigt, die sich am Horizont abzeichnen. Statt einer genauen Untersuchung der subliminalen Brüche im Image und Selbstverständnis Pommerns arbeitet sich Koepp am Mythos der Landes ab und erliegt dieser Faszination. Ein wenig mehr Distanz wäre besser gewesen. Aber vielleicht war das ja auch gar nicht beabsichtigt…

Pommerland

"Pomorze", das "Land am Meer" — so nannten slawische Siedler im 9. Jahrhundert diese Gegend, die sich von der Gegend um Stralsund im Westen bis hin nach Lebork im Osten erstreckt.

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Meinungen
DB · 05.10.2005

der film ist so lala. seine stärke ist seine schwäche. das urteil liegt beim betrachter - und der hat manchmal gar nicht viel begriffen, wie z.B. der obige kritiker: das junge ehepaar sahnt kräftig ab. die kleinen leute lassen's geschehen. geändert hat sich nichts.

Kommentare

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