Monty Python: Almost the Truth – The Lawyer’s Cut

Monty Python: Almost the Truth – The Lawyer’s Cut

Eine Filmkritik von Joachim Kurz

Entwicklungshilfe für die humorbefreite Zone

Man stelle sich einmal vor, es hätte Monty Python’s Flying Circus nie gegeben – zumindest nicht in Deutschland. Vermutlich würden wir dann heute immer noch über Heinz Erhardt altväterlich-joviale Kalauer lachen. Überhaupt hat man beim Blick auf die deutsche Humorlandschaft und die so genannten Comedians moderner Prägung kaum das Gefühl, dass die legendäre Komikertruppe aus England allzu viel Schaden in der humorbefreiten Zone des teutonischen Geistes angerichtet hat. Forscht man aber ein wenig nach und fragt im Freundeskreis herum, so stellt man schnell fest, wie präsent die Pythons auch heute noch sind. Wer bei Schlagwörtern wie dem „Ministry of Silly Walks“, dem „Lumberjack-Song“, „Chwanzus Longus“ oder anderen Perlen aus dem schier unerschöpflichen Reservoir der 47 Episoden und 5 Filme nicht lacht oder zumindest selig grinst, hat sich endgültig als Miesmuffel und Griesgram geoutet und ist nur mit äußerster Vorsicht zu genießen.

Wer bislang glaubte, alles von den Pythons zu kennen, sieht sich nun angesichts der opulenten DVD-Box Monty Python: Almost the Truth — The Lawyer’s Cut eines Besseren belehrt. Mehr als siebeneinhalb Stunden Material umfassen die 3 DVDs und bilden damit die ideale Ergänzung für all jene Fans, die die Filme und TV-Episoden bereits in ihrer Sammlung haben. Neben ausgewählten Sketchen, ausführlichen Interviews mit Michael Palin, Terry Jones, Eric Idle, Terry Gilliam und John Cleese und „outtakes from the cutting room floor“, die die dritte DVD des Paktes füllen, umfassen die ersten beiden Scheiben einen schonungslos offenen und mit zum Teil bis dato unbekanntem Material ergänzten Überblick über die erstaunliche Karriere der Pythons, bei dem es nach wie vor ziemlich respektlos zugeht. So etwa, wenn John Cleese zu sehen ist, der auf der Beerdigungsfeier von Graham Chapman eine Rede hält, dass sich die Trauergäste vor Lachen biegen. Allerdings – und dies ist vielleicht der einzige Wermutstropfe an der sehr gelungenen Dokumentation – eignet sich diese vor allem für all jene, die mit dem Werk der britischen Komiker bestens vertraut sind. Andernfalls verpasst man viele Gags und Anspielungen, die dem Ganze erst die richtige Würze geben.

Natürlich – der Titel deutet es bereits an – erfahren wir trotz der enormen Materialfülle auch nach 7 Stunden und 39 Minuten nicht die ganze Wahrheit über die legendäre Komikertruppe. Aber zumindest, so hat man das Gefühl, ist man den Pythons und dem Geheimnis ihres Erfolges damit erheblich näher gekommen. Ganz abgesehen von dem Spaß, den man dabei hatte.
 

Monty Python: Almost the Truth – The Lawyer’s Cut

Man stelle sich einmal vor, es hätte Monty Python’s Flying Circus nie gegeben – zumindest nicht in Deutschland. Vermutlich würden wir dann heute immer noch über Heinz Erhardt altväterlich-joviale Kalauer lachen. Überhaupt hat man beim Blick auf die deutsche Humorlandschaft und die so genannten Comedians moderner Prägung kaum das Gefühl, dass die legendäre Komikertruppe aus England allzu viel Schaden in der humorbefreiten Zone des teutonischen Geistes angerichtet hat.

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