Laurel and Hardy: Die komische Liebesgeschichte von Dick & Doof

Laurel and Hardy: Die komische Liebesgeschichte von Dick & Doof

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Hundert Jahre Heiterkeit

Wer hierzulande ab Anfang der 1970er Jahre flankiert vom Vorabendprogramm des ZDF aufwuchs, kennt sie vorrangig unter „Dick und Doof“ oder „Stan und Ollie“, in Ungarn werden sie „Stan és Pan“ genannt, in Italien „Cric e Croc“ und in Polen sind sie als „Flip i Flap“ populär: Die Rede ist vom weltberühmten Komiker-Duo Laurel and Hardy, deren humoristische Eskapaden bis heute Generationen von Kindern und anderen Menschen vergnügliche Unterhaltung bereiten. Der Filmemacher Andreas Baum ist ein früher Fan von Stan Laurel (1890-1965) und Oliver Hardy (1892-1957), dessen Sammelleidenschaft in Bezug auf die legendären Komiker mit einem Autogramm begann und sich mittlerweile zu einem beachtlichen Archiv ausgewachsen hat, das sogar einen der berühmten Bowler-Hüte von Oliver Hardy sowie einen Koffer von Stan Laurel beherbergt.
Im vergangenen Jahr hat die anhaltende, akribische Passion von Andreas Baum sich in einem Dokumentarfilm über die Slapstick-Künstler niedergeschlagen, der eine mit wunderbar kostbarem Material angereicherte Liebeserklärung an die einmaligen Puristen der pointierten Komik darstellt. Zum Teil bisher unveröffentlichte Aufnahmen, die der Regisseur auf Reisen in weiten Teilen der Welt aufgetrieben hat, werden von zahlreichen persönlichen und aus Archiven stammenden Interviews mit Kollegen, anderen Wegbegleitern und speziellen Fans von Laurel and Hardy begleitet: Der US-amerikanische Produzent und Regisseur Hal Roach, der Pantomime Marcel Marceau, die Komiker Chuck McCann und Jerry Lewis, aber auch deutsche Witzbolde wie Ingo Appelt und „Maddin“ Schneider ergreifen neben einigen Anderen das Wort, um über ihre Eindrücke von oder Erfahrungen mit dem Duo zu berichten. Sogar Stan Laurels Tochter Lois, bereits über achtzig, erzählt in einem Exklusivinterview von ihren Erinnerungen an den Vater, dessen dichtes Dasein ganz im Zeichen seiner Kunst und Arbeit stand.

Mit eine „komische Liebesgeschichte“ betitelt Andreas Baum seine Dokumentation, und in der Tat ist die Beschreibung der ganz besonderen, zunehmend intensiven Beziehung von Stan und Ollie ein wesentlicher Aspekt des Films. Auf Bühne und Leinwand sowie auf privatem Territorium stellten die beiden eine unverbrüchliche Einheit dar, wobei Ollie vor und Stan hinter den Kulissen den Ton angab. Vor der Kamera gaben sie in streitlustiger Manier zwei Pechvögel im permanenten Kampf mit den Unwegsamkeiten des Lebens mit einem wohl bekannten Repertoire an vertrauten Running Gags: Slow Burn, Krawatten-Wedeln, Zeigefinger im Auge und „Another fine mess“ sind Schlagworte ihres ureigenen Stils, der seit nunmehr annähernd hundert Jahren häufig kopiert, zitiert und von einem riesigen Publikum schlichtweg geliebt wird.

Laurel and Hardy: Die komische Liebesgeschichte von Dick & Doof beschäftigt sich gleichermaßen mit dem künstlerischen wie menschlichen Wesen eines Teams zweier Originale, denen es zu Lebzeiten und posthum immer wieder gelingt, das kostbare Gut der Erheiterung und des Lachens zu provozieren. Weithin Bekanntes wird hier mit kuriosen Kleinigkeiten kombiniert, was für das Werk von Laurel and Hardy ebenso gilt wie für diese erfrischende, detailfreudige Dokumentation, die zudem noch mit einigen ansprechenden Extras aufwartet.

Laurel and Hardy: Die komische Liebesgeschichte von Dick & Doof

Wer hierzulande ab Anfang der 1970er Jahre flankiert vom Vorabendprogramm des ZDF aufwuchs, kennt sie vorrangig unter „Dick und Doof“ oder „Stan und Ollie“, in Ungarn werden sie „Stan és Pan“ genannt, in Italien „Cric e Croc“ und in Polen sind sie als „Flip i Flap“ populär: Die Rede ist vom weltberühmten Komiker-Duo Laurel and Hardy, deren humoristische Eskapaden bis heute Generationen von Kindern und anderen Menschen vergnügliche Unterhaltung bereiten.
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