House of 1000 Dolls - Das Haus der tausend Freuden

House of 1000 Dolls - Das Haus der tausend Freuden

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Als Vincent Price auf Jerry Cotton traf…

Die Harry-Alan-Towers-Produktion aus dem Jahre 1967 hat ein gewaltiges Problem. Der Film entstand zu einer Zeit, die man als Zwischenphase betrachten könnte. Zwischen den zahmen Euro-Thrillern der frühen 1960er Jahre und den freizügigeren Exploitation-Streifen der 1970er. So wirkt House of 1000 Dolls aus heutiger Sicht ausgesprochen zahm. Was ihm gut getan hätte: ein schmierigeres Ambiente.
Der Zauberkünstler Manderville (Vincent Price) benutzt sein Etablissement, um Frauen bei Vorstellungen zu entführen und sie dann an einen Mädchenhändlerring zu verkaufen, die die Frauen in die Prostitution zwingen. Agent Armstrong (George Nader, dem hier ein Jerry-Cotton-Spruch um die Ohren gehauen wird) und seine Kollegin Rebecca (Martha Hyer) gehen der Sache auf den Grund.

Das armselige Skript stammt aus der Feder von Towers selbst, die Inszenierung übernahm Jeremy Summers, der mit Die Rache des Fu Manchu den letzten halbwegs anständigen Film jener Reihe abgeliefert hat. Bei Das Haus der tausend Freuden, wie der Film in Deutschland damals betitelt wurde, hatte er alle Ingredienzien, die Euro-Kult auszeichnen. Lediglich Klaus Kinski fehlt, aber dafür gibt es Herbert Fux. Wie ein Fremdkörper wirkt indes Vincent Price, der zwar auch schlafwandelnd noch Präsenz ausstrahlen konnte, aber gerade in dieser Art von Euro-Filmen vollkommen fehl am Platz war. Und doch ist er fast der einzige Grund, warum der Film heutzutage noch mehr oder minder interessant ist. Der andere Grund ist Maria Röhm, die Ehefrau von Towers, die einige seiner Filme optisch veredelt hat.

Die DVD enthält die Langfassung des Films, ein paar bislang fehlende Dialogstellen sind darum im Original mit Untertiteln gehalten. Die europäische Version ist etwas freizügiger als die Fassung, die seinerzeit in den USA ausgewertet wurde. Price und Ko-Star Martha Hyer wussten davon jedoch zuerst nichts. An ihren freien Tagen wurde die, wie Price es beschrieb, "schmutzige" Version des Films gedreht, wobei es teilweise auch andere junge Frauen waren, die sich halbnackt räkelten. Aus heutiger Sicht ist das alles nicht mehr anstößig, eher peinlich darum bemüht, in Exploitation-Niederungen vorzudringen, die Filmen der Mitt-1960er einfach versperrt waren.

House of 1000 Dolls - Das Haus der tausend Freuden

Die Harry-Alan-Towers-Produktion aus dem Jahre 1967 hat ein gewaltiges Problem. Der Film entstand zu einer Zeit, die man als Zwischenphase betrachten könnte. Zwischen den zahmen Euro-Thrillern der frühen 1960er Jahre und den freizügigeren Exploitation-Streifen der 1970er.
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