Bekenntnisse eines Opiumsüchtigen

Bekenntnisse eines Opiumsüchtigen

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Keine Halluzination: Vincent Price kämpft

Mit Thomas De Quinceys Roman Bekenntnisse eines englischen Opiumessers hat Albert Zugsmiths Film aus dem Jahr 1962 nur noch wenig gemein. Die halluzinatorischen Sequenzen sind im Grunde das Einzige, was beide Stoffe noch verbindet. Zugsmith machte indes aus seiner Geschichte Exploitation, die eines bietet, das man so sonst nicht kennt: Vincent Price als Actionheld.
Gilbert De Quincey (Vincent Price) gerät in San Francisco inmitten eines Kriegs, der zwischen verschiedenen Fraktionen der Tongs stattfindet. In Chinatown werden entführte chinesische Mädchen an chinesische Einwanderer verkauft. De Quincey beschließt, den Frauen zu helfen.

Ursprünglich wollte William Castle De Quinceys Roman verfilmen. Als es dazu nicht kam, wanderten die Rechte an Albert Zugsmith weiter. Dessen claim to fame ist die Produzententätigkeit für Orson Welles‘ Im Zeichen des Bösen. Darüber hinaus betreute er auch einige Jack-Arnold-Filme, darunter auch dessen bestes Werk, die Richard-Matheson-Verfilmung Die unglaubliche Geschichte des Mr. C.

Bekenntnisse eines Opiumsüchtigen ist ein höchst eigenartiger Film, einerseits mit Elementen des Dramas arbeitend, dann aber wieder auf reichlich Action setzend und den Mädchenhändleraspekt andererseits recht schmierig gestaltend. Price ist in der Hauptrolle schlichtweg fehlbesetzt. Er leistet gute Arbeit – weniger als einen gewissen Standard hat der Mime nie geboten. Aber die Rolle lag ihm nicht im Mindesten. So ist es zwar erfrischend, den Horrorstar in einer Heldenrolle zu sehen, als Faustkämpfer, der sich mit Tongs anlegt, wirkt er aber reichlich deplatziert.

Ungewöhnlich ist auch der Einstieg des Films. Von einem kurzen Monolog abgesehen, verlaufen die ersten zehn Minuten ohne Dialoge und zeigen stattdessen, wie die Frauen in China entführt werden, was erstaunlich garstig gestaltet ist. Was einem Film solchen Sujets natürlich fehlt, ist nackte Haut. Die hätte es zuhauf gegeben, wäre der Film nur ein Jahrzehnt später entstanden. So jedoch muss er andere Qualitäten bieten, z.B. die unglaublich merkwürdigen halluzinatorischen Szenen, die nicht nur mit albtraumhaften Bildern aufwarten, sondern Price auch in Zeitlupe agieren lassen. Besonders einprägsam: Die Sequenz, in der er von einem Hausdach springt.

Bekenntnisse eines Opiumsüchtigen, der mit dieser DVD erstmals in deutscher Sprache vorliegt, wird von Joe Dante als einer seiner liebsten Filme genannt. Das durchaus nicht unverdient, ist der Film doch ein bizarrer Drogentrip, frei von narrativer Stringenz, aber dafür reich an lyrischen Off-Monologen. Sehenswert, und das nicht nur für Exploitation-Fans.

Bekenntnisse eines Opiumsüchtigen

Mit Thomas De Quinceys Roman „Bekenntnisse eines englischen Opiumessers“ hat Albert Zugsmiths Film aus dem Jahr 1962 nur noch wenig gemein. Die halluzinatorischen Sequenzen sind im Grunde das Einzige, was beide Stoffe noch verbindet. Zugsmith machte indes aus seiner Geschichte Exploitation, die eines bietet, das man so sonst nicht kennt: Vincent Price als Actionheld.
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