1984

1984

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Nieder mit dem Großen Bruder

„Vor der Gedankenpolizei bleibt nie etwas verborgen“, erklärt ein Gedankenpolizist, als er das Pärchen verhaftet, das es wagt, sich in einer lieblosen Welt zu lieben. Das ist der Kern von George Orwells Dystopie. Eine Welt, in der es keine Privatheit mehr gibt, in der der „Große Bruder“ immer und überall dabei ist, alles mitliest, jedes bisschen Intimsphäre ausspioniert.
Winston Smith wächst in einem totalitären System auf. Die Welt ist in drei Großmächte aufgeteilt, die miteinander im Krieg liegen. Die Menschen stehen unter totaler Überwachung, Freiheit gibt es nicht – noch nicht mal im Geiste. Doch Winston begehrt auf, er verliebt sich und will sich mit Julia dem Widerstand anschließen. Doch damit wird er zum Feind des Systems, den dieses zum überzeugten Anhänger machen will, als er in die Fänge der Gedankenpolizei gerät.

Krieg ist Frieden, Freiheit ist Sklaverei, Ignoranz ist Stärke, 1984 ist 2013 – so könnte man die Aufzählung der gegensätzlichen Statements fortführen, ist Orwells Geschichte doch aktueller denn je. Noch leben wir nicht in einer Welt wie der von 1984, das Eindringen in die Privatsphäre der Menschen, der Generalverdacht gegenüber den Bürgern hat in unserer Welt jedoch ein Ausmaß angenommen, das Orwell wohl erschreckend gefunden hätte. So wirkt dieser Film aus dem Jahr 1956, eine von vielen Adaptionen von Orwells Roman, heute so packend, wie er es vor beinahe 60 Jahren wohl auch wahr. Die Zeichnung einer totalüberwachten Gesellschaft ist bedrückend. Das Ende bietet einen Moment der Hoffnung, der jedoch im Maschinengewehrfeuer untergeht. Und doch ist nicht alles verloren, denn in einer Welt, in der das System herrscht, ist es schon ein Sieg, sich diesem nicht Untertan zu machen.

Nach seiner ursprünglichen Kinoauswertung im Jahr 1956 wurde der Film lange Zeit nicht mehr gezeigt. Das Orwell Estate hatte dafür gesorgt, dass er nicht mehr zur Aufführung kam. Erst gut 50 Jahre nach seiner Entstehung wurde der Film abseits von Grey-Market-Veröffentlichungen dem interessierten Publikum wieder zugänglich gemacht. Man mag darüber streiten können, ob diese Version wirklich die wirkungsloseste von all den Adaptionen ist, ihre Meriten besitzt sie aber schon. Einerseits ist Edmond O’Brien in der Hauptrolle stark, andererseits erschafft der Film eine eindringliche Atmosphäre.

Die DVD hat eine gute Qualität. Das Bild ist für das Alter auf hohem Niveau, der Ton rauscht bisweilen etwas. Als Bonus gibt es noch die alternative US-Fassung, die sich jedoch nur in Details von der Hauptfassung unterscheidet. Das Wendecover ohne FSK-Freigabe hat zudem auch ein anderes, klassisches Motiv.

1984

„Vor der Gedankenpolizei bleibt nie etwas verborgen“, erklärt ein Gedankenpolizist, als er das Pärchen verhaftet, das es wagt, sich in einer lieblosen Welt zu lieben. Das ist der Kern von George Orwells Dystopie. Eine Welt, in der es keine Privatheit mehr gibt, in der der „Große Bruder“ immer und überall dabei ist, alles mitliest, jedes bisschen Intimsphäre ausspioniert.
  • Trailer
  • Bilder

Kommentare

Diese Sicherheitsfrage überprüft, ob Sie ein menschlicher Besucher sind und verhindert automatisches Spamming.

Weitere Filme von

Michael Anderson

Weitere Filme mit

Michael Redgrave

Jan Sterling

Mervyn Johns