Ronal der Barbar (3D)

Ronal der Barbar (3D)

Eine Filmkritik von Melanie Hoffmann

Muskeln, Mädels und mutige Memmen

Schon wieder eine Family-Entertainment-Komödie in 3D, am Rechner animiert, mit wenig Herz und Hirn und im Wesentlichen auf Profit und Marketing ausgerichtet? Weit gefehlt! Ronal der Barbar ist feinstes Genre-Kino in modernem Gewand. Inspiriert durch ein Foto der Band Manowar wollten die Regisseure die Metal-Welt der 80er wieder aufleben lassen. Gepaart mit einem Plot, der gleichermaßen an Wickie und die starken Männer als auch an Drachenzähmen leicht gemacht erinnert, entstand ein Film, der schlichtweg rockt.
Der ganze Barbarenstamm strotzt nur so vor Muskeln. Bis auf einen, der vom legendären Blut des Stammesgründers nichts mehr abbekommen hat: Ronal. Er bemüht sich redlich die Mutproben und Muskelspielchen mitzumachen, aber so recht will ihm das nicht gelingen. Immerhin schuldet er es seinen Kumpels, beim großen Stammesfest Wache zu schieben, dann können die anderen wenigstens in Ruhe feiern. Einen Angriff wird ohnehin niemand wagen … oder doch? Just an diesem Abend rollt die gesamte Armee von Volcazar in das Barbarendorf ein, schlägt alles kurz und klein und nimmt alle Überlebenden als Gefangene mit. Nur Ronal kann sich verstecken und an ihm ist es jetzt, seine Kumpel zu retten. Auf seinem Weg findet er noch einen Barden, eine Kriegerin mit Torschlusspanik und einen mehr als merkwürdigen Elfen. Ein derart krasses Team wird diese kleine Herausforderung ja wohl bewältigen können …

Wenn auch die Animation des dänischen Teams an heutige US-Standards nicht heranreichen kann, so überzeugt der Filmspaß durch seine abgedrehte Story und die extrem coole Musik. Bekannt wurden die Regisseure durch Terkel in Trouble, ebenfalls ein Animationsfilm der schräg-subversiven Art. Dieser erzählte stilistisch angelehnt an South Park vom Verdruss des Schullebens und war, ähnlich wie Ronal der Barbar, nicht unbedingt für Kinder geeignet. Die FSK-Beschränkung „frei ab 12 Jahren“ ist daher mit Vorsicht zu genießen, ein Kinder- oder Jugendfilm versteckt sich hierin sicher nicht. Denn hier kommen Metal-Fans voll auf ihre Kosten. Die Handlung ist eigentlich nebensächlich und bewegt sich irgendwo zwischen epischem Metall-Video und Computerspiel-Quest.

Vertraut erscheint die Thematik des über Muskeln und Kraft überlegenen Geistes natürlich aus erwähnten Family-Entertainment-Filmen – und wäre damit vielleicht sogar pädagogisch sinnvoll oder gar wertvoll. Die kruden Umgangsformen, die regelrecht zelebriert werden, machen diesen Eindruck aber schnell wieder zunichte. Viel Gewalt, freilich durch die Animation etwas abgemildert, rundet den Eindruck schön ab. Die völlig überzeichneten Charaktere schaffen einen Filmspaß, der in der Spätvorstellung mit einem Bierchen genau das Richtige ist.

Ronal der Barbar (3D)

Schon wieder eine Family-Entertainment-Komödie in 3D, am Rechner animiert, mit wenig Herz und Hirn und im Wesentlichen auf Profit und Marketing ausgerichtet? Weit gefehlt! „Ronal der Barbar“ ist feinstes Genre-Kino in modernem Gewand.
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Meinungen
Alexander · 23.12.2011

Gestern im Monopol in München gesehen und wir haben selten bei einem Film und noch eine halbe Stunde danach so gelacht. Irre lustig!

Bolle · 08.12.2011

Heavy Metall!!!!!!

Danika · 11.10.2011

Hab den Film gerade in orginal Version gesehen (Dänisch). Der absolute Kracher.
Mit vielen Szenen, die an Star Wars, Herr der Ringe, die Unendliche Geschichte und sogar Brigitte Nielsen erinnern.
Unerwartet genial.

Ritter Ron · 31.07.2011

Den muss ich mir anschaun!
Hoffentlich ist der Sound nicht nuch im Trailer so krachig.

Kommentare

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