Puppy Love (2020)

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Morgan ist ein Verlierertyp, der immer nur herumgeschubst und verprügelt wird. Doch als er eines Tages auf der Straße die drogenabhängige Prostituierte Carla aufgabelt, gibt das seinem trostlosen Leben eine neue Wendung.

Puppy Love (2020)

Eine Filmkritik von Joachim Kurz

Rinnsteinpoesie

Seine schmächtige Figur und seine geistige Behinderung machen Morgan Fairchild (HopperPenn) zu einer beliebten Zielscheibe für Spott, Beleidigungen und gerne auch mal eine Handvoll Prügel. All das geht vermutlich schon Ewigkeiten so, und Morgan hat niemals gelernt, sich dagegen zur Wehr zu setzen. Weil es einfach so ist und schon immer so war. Und nichts darauf hindeutet, dass sich das jemals ändern wird. Wie auch, wenn ihn selbst der eigene Bruder Danny (Cowboy Cerrone), mit dem er zusammenlebt, und die eigene Mutter, eine manische Glücksspielerin (Rosanna Arquette), nicht ernst nehmen?

Und so könnte dieses Leben zwischen einem miesen Job als Tellerwäscher in einem heruntergekommenen Diner ewig so weitergehen, würde sich da nicht sein Weg mit dem der crack- und heroinsüchtigen Prostituierten Carla (Paz de la Huerta) kreuzen, die er am Straßenrand aufgabelt und der er Geld gibt, damit sie einfach mit ihm, der immer noch keinerlei Erfahrung mit Frauen hat, redet. So entwickelt sich zwischen ihm, dem Verschlossenen und Verschüchterten, und ihr, die sich manchmal wegen ihres heftigen Drogenkonsums kaum mehr an ihn erinnert, fast so etwas wie eine Liebesgeschichte, eine Allianz zweier Menschen am Rand der Gesellschaft. Die allerdings steht unter keinem guten Stern — und so muss Morgan irgendwann lernen, dass er kämpfen muss. Nicht nur um seine Liebe, sondern vor allem auch um und für sich selbst.

Dass der Regisseur Michael Maxxis bislang vor allem im Bereich der Musikvideos gearbeitet hat, erkennt man spätestens an der geschmackssicheren Auswahl des Scores, der von Butch Vig (Ex-Drummer von Garbage und Produzent von Ikonen des US-Indierock wie Nirvana, Foo Fighters, den Smashing Pumpkins, Sonic Youth und vielen anderen) verantwortet wurde und zu dem die gegenwärtigen Indie-Heroen Portugal, The Man die Songs beisteuerten. Die geben dem Film, der ungeschönt und mit großer Faszination für die Dreckigkeit des Milieus genau hinschaut und der vor allem nachts die heruntergekommenen Wohnungen, Drückerbuden und Straßenszenen in abgewrackten Vierteln der Stadt durchstreift (eingefangen in kongenialen Bildern von Larry Smith), eine fast schon träumerische Atmosphäre — allem realen wie zwischenmenschlichen Schmutz zum Trotz und gerade so, als wolle sich der Film mit aller Macht vor seinen hilflosen Antihelden stellen und ihn vor all dem bewahren, vor dem es doch keine Rettung gibt. Oder vielleicht doch?

Maxxis hat diese Geschichte eines Verlierers nämlich mit einer Rahmenhandlung versehen, in der Morgan seine Story, wie er Carla traf und wieder verlor, einer Runde von atemlosen Zuhörer*innen zum Besten gibt. Das Ganze findet statt im Pool eines Schwimmbads, und als Morgan am Ende des Films das verlässt, läuft ihm eine junge Frau nach, hält ihn auf und beginnt mit ihm ein Gespräch — womöglich der Beginn einer anderen Geschichte voller Hoffnung und mit einem guten Ende für alle Beteiligten.

Puppy Love (2020)

Der Film erzählt von einem ungleichen Paar, das durch außergewöhnliche Umstände zueinander findet. Der geistig beeinträchtigte Morgan (Hopper Penn) führt ein eintöniges Leben, bis er in der Prostituierten Carla (Paz de la Huerta) unerwartet seine lang erträumte Gefährtin findet. Gemeinsam begeben sich die beiden auf eine seltsame, entrückt-schöne Reise durch die Gosse.

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