Bille August

Bille August

Bille August wurde am 9. November 1948 in Brede, Dänemark geboren. In den späten 60er Jahren besuchte er die Fotoschule des schwedischen Fotografen Christer Stromhölm in Stockholm. In den frühen 70er Jahren ging er an die Danish Film School. Er arbeitete zunächst als Kameramann bevor er in das Regiefach wechselte.

Mit dem Film Pelle eroberen (Pelle, der Eroberer 1987) eroberte aauch Bille August einen festen Platz auf der internationalen Kinolandkarte. 1988 gewann er mit dem Film die Goldene Palme in Cannes, 1989 den Oscar und den Golden Globe für den Besten Nicht-englischsprachigen Film. Der renommierte schwedischeRegisseur Ingmar Bergman wählte Bille August aus, um nach seinem Drehbuch die Geschichte seiner Eltern in Die besten Absichten (1991) zu verfilmen. Mit diesem Film gewann Bille August zum zweiten Mal die Goldene Palme in Cannes.

Bille August inszenierte in der Folgezeit unter anderem zwei Episoden für George Lucas TV-Produktion The Young Indiana Jones Chronicles. Sein erster Film mit einem internationalen Ensemble war Das Geisterhaus (1993) mit Meryl Streep, Glenn Close und Jeremy Irons in den Hauptrollen.

1995 adaptierte Bille August Jerusalem, einen epischen Jahrhundertwende-Roman der schwedischen Schriftstellerin Selma Lagerlöf, für Fernsehen und Kino. Ein Jahr später verwandelte er Peter Hoegs internationalen Bestseller Fräulein Smillas Gespür für Schnee (1997) in ein Leinwanddrama mit hochkarätiger Besetzung: In den Hauptrollen des Films, der 1997 die Internationalen Filmfestspiele Berlin eröffnete, waren Julia Ormond, Gabriel Byrne, Richard Harris und Vanessa Redgrave zu sehen.

1997 führte Bille August Regie bei Les Misérables, der auf dem gleichnamigen Klassiker des französischen Schriftstellers Victor Hugo basiert. In den Hauptrollen der Produktion, die 1998 weltweit in die Kinos kam, spielten Liam Neeson, Geoffrey Rush, Uma Thurman und Claire Danes.

Es folgte die dänisch-schwedische Co-Produktion Ein Lied für Martin, die 2001 in Skandinavien herausgebracht wurde. Die beiden Hauptrollen wurden von den schwedischen Schauspielern Viveka Seldahl und Sven Wollter gespielt, die in der Kategorie Bester Darsteller und Beste Darstellerin sowohl auf den Karlovy Vary Film Festival als auch vom Schwedischen Filminstitut ausgezeichnet wurden.

2002 legte Bille August seine erste Theaterregie vor. Für das Königliche Theater in Kopenhagen inszenierte er das Drama Details des schwedischen Dramatikers Lars Norén. Von der Kritik gefeiert reiste die Inszenierung im Februar 2003 nach New York. Im selben Jahr drehte August eine Fernsehversion von Details für den dänischen Theaterkanal.

2004 drehte Bille August die britisch-dänische Koproduktion Return to sender mit Aidan Quinn, Kelly Preston und Connie Nielsen. Nach Abschluss der Dreharbeiten begann Bille August mit den Vorbereitungen zu Goodbye Bafana (2007), der 2007 am Wettbewrb der Berlinale teilnahm und im gleichen Jahr in den deutschen Kinos startete.

Zu den vielen internationalen Auszeichnungen für seine Arbeit als Filmregisseur gehören auch die höchsten Orden der dänischen und schwedischen Königshäuser sowie der französische Orden Chevalier dans l’Ordre des Arts et Lettres.

Filmographie - Bille August

2007
The Adventures of Young Indiana Jones: The Perils of Cupid (TV)
Chacun son cinéma (Segment)
Goodbye Bafana

2004
Return to Sender

2003
Detaljer (Details)

2001
En Sång för Martin (A Song for Martin)

1999
The Adventures of Young Indiana Jones: Tales of Innocence (TV)

1998
Les Misérables

1997
Smilla's Sense of Snow (Fräulein Smillas Gespür für Schnee)

1996
Jerusalem

1993
The Young Indiana Jones Chronicles - Vienna, November 1908 (TV)
The Young Indiana Jones Chronicles - Northern Italy, June 1918 (TV)

1993
The House of the Spirits (Das Geisterhaus)

1992
Den goda viljan (Die besten Absichten)

1987
Pelle erobreren (Pelle, der Eroberer)

1984
Tro, håb og kærlighed
Busters verden (Busters Welt)

1983
Zappa

1982
Maj

1978
Honning måne
Filmstill zu Eleanor & Colette von Bille August
Eleanor & Colette von Bille August
Kritik

Eleanor & Colette (2017)

Als Psychiatriepatientin kämpft Helena Bonham Carter gegen mangelndes Mitbestimmungsrecht – und zugleich als Schauspielerin gemeinsam mit Co-Star Hilary Swank gegen einen recht formelhaften Film.
Kritik

Die besten Absichten

Dass bei einer Kooperation des großen schwedischen Filmemachers Ingmar Bergman und des vielseitigen dänischen Regisseurs Bille August ein ganz besonders intensiver Film zu erwarten war, steht außer Zweifel. Mit Die besten Absichten von 1992 hat Bille August nach dem Drehbuch von Ingmar Bergman einen [...]
Les Misérables - DVD-Cover
Les Misérables - DVD-Cover
Kritik

Les Misérables (1998)

Schon unzählige Male verfilmt, ins Musical und TV verbannt: Die Elenden (französisch: Les Misér [...]
Goodbye Bafana - DVD-Cover
Goodbye Bafana - DVD-Cover
Kritik

Goodbye Bafana

Südafrika im Jahr 1968: Der Gefängniswärter James Gregory (Joseph Fiennes) hat ein für sein Lan [...]
Kritik

Das Geisterhaus

Santiago de Chile in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts: Der chilenische Minenarbeiter E [...]
Nachtzug nach Lissabon von Bille August
Nachtzug nach Lissabon von Bille August
Kritik

Nachtzug nach Lissabon

Eine gute Geschichte macht noch keinen guten Film. Selten war diese Wahrheit so zutreffend wie [...]
Silent Heart - Mein Leben gehört mir von Bille August
Silent Heart - Mein Leben gehört mir von Bille August
Kritik

Silent Heart - Mein Leben gehört mir

Nach über 20 Jahren hat Bille August wieder einen Film mit der großen Theaterschauspielerin Ghi [...]