Planet der toten Seelen

Planet der toten Seelen

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Sci-Fi à la Corman

Roger Corman hat in den frühen Jahren seiner Karriere gerne mal Filme ausgeschlachtet. So fanden sich einige Effekte sowjetischer Science-Fiction-Filme in Corman-Produktionen wieder. Dass er selbst das Opfer einer ähnlichen Herangehensweise wurde, dürfte dem König des B-Films vermutlich nicht bekannt sein. In Deutschland verlängerte man seinen Film Planet der toten Seelen jedoch, da er mit einer Laufzeit von gut einer Stunde viel zu kurz für den Kinoeinsatz war.
Aus dem All erhalten die Menschen eine Warnung. Körperlose Gestalten verbieten den Menschen, ins All vorzudringen. Die intellektuell nicht nennenswerten Menschen sollen sich auf ihrem eigenen Planeten die Schädel einschlagen, aber nicht ihren Hass und ihre Aggression in den Weltraum hinaustragen. Nichtsdestotrotz wird eine Weltraummission vorbereitet, die die Außerirdischen zu verhindern versuchen. Sie übernehmen den Körper des Projektleiters und machen sich daran, die Bemühungen der Menschen zu sabotieren.

Die DVD von Anolis beinhaltet beide Fassungen – die unveränderte, amerikanische Kinoversion und die gut zehn Minuten längere deutsche Fassung. Bei dieser wurden Szenen mit deutschen Synchronsprechern – darunter Klaus Kindler, der Clint Eastwood gewöhnlich seine Stimme lieh – nachgedreht. Das neue Material fügt sich nahtlos in den vorhandenen Film ein, die Entdeckung der Rakete ist sogar in dieser neuen Form dramatischer, allerdings merkt man dem Material durchaus an, dass es zur Streckung der Geschichte gedacht ist. Das wiederum hat Planet der toten Seelen nicht gar so gut bekommen, denn die Spannungskurve ist ohnehin sehr wechselhaft.

Weder gibt es einen ‚Planet der toten Seelen‘, noch einen ‚Krieg der Satelliten‘, den der Originaltitel verspricht. Stattdessen hat Corman mit einem Budget von 70.000 Dollar und in nur acht Drehtagen einen SciFi-Film abgeliefert, der – wohl auch budgetbedingt – auf illustre Monster verzichtet und stattdessen einen semi-menschlichen Antagonisten bietet. Mit der Botschaft, dass höher entwickelte Zivilisationen nicht wollen, dass eine sich in den Kinderschuhen befindliche Spezies wie der Mensch sich im All ausbreitet, geht man in Richtung von Der Tag, an dem die Erde stillstand – nur eben deutlich weniger ambitioniert. Interessant ist es dennoch, dass die Gut-Böse-Tangente etwas ambivalenter verläuft, auch wenn man den körperlosen Außerirdischen nachsehen muss, dass sie für ihre Ziele töten.

Mag man den Film auch als Kommentar auf den Kalten Krieg verstehen können, so lag Corman in erster Linie daran, auf die Schnelle einen halbwegs funktionierenden Film abzuliefern. Das Wort ‚Satellit‘ im Titel sicherte nach dem Sputnik-Schock die Finanzierung – und wohl auch das Interesse des Publikums, das dann jedoch einen recht simplen Film vorgesetzt bekam. Die Kurzfassung verläuft schneller, ist darum letzten Endes auch unterhaltsamer – beiden gemein ist aber das durchweg gute Ensemble, zu dem auch Corman-Inventar Dick Miller gehört. Das Kuriose daran: Miller spielt hier mal eine Heldenfigur, was in seiner Jahrzehnte umfassenden Karriere nur selten vorkam.

Die Bonusausstattung ist ansprechend. Ein Audiokommentar von Robert Zion und Ingo Strecker, der auch das Booklet verfasst hat, bietet an Information, was zu diesem Film aufzutreiben war. Neben einer Einführung von Horst Naumann, der in den deutschen Sequenzen kurz zu sehen ist, gibt es noch den Werberatschlag, das Filmprogramm, eine Bildergalerie und den amerikanischen und deutschen Trailer.

Planet der toten Seelen

Roger Corman hat in den frühen Jahren seiner Karriere gerne mal Filme ausgeschlachtet. So fanden sich einige Effekte sowjetischer Science-Fiction-Filme in Corman-Produktionen wieder. Dass er selbst das Opfer einer ähnlichen Herangehensweise wurde, dürfte dem König des B-Films vermutlich nicht bekannt sein. In Deutschland verlängerte man seinen Film „Planet der toten Seelen“ jedoch, da er mit einer Laufzeit von gut einer Stunde viel zu kurz für den Kinoeinsatz war.
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