Mr. Moto Collection - Teil 1

Mr. Moto Collection - Teil 1

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Peter Lorre ermittelt als Mr. Moto

In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts boomten Filme um Detektive asiatischer Herkunft. Gespielt wurden sie alle von Kaukasiern: Charlie Chan von Warner Oland, Mr. Wong von Boris Karloff und Mr. Moto von Peter Lorre. Lorres Figur ist dabei weit weniger klar angelegt. Er ist Japaner, das lässt sich aber leicht vergessen, da die typischen Stereotypen hier nicht zum Tragen kommen. Lorres Mr. Moto ist ein ziemlich westlich geprägter Ermittler.
Mr. Moto und der Schmugglerring ist der erste von acht Filmen, in denen Peter Lorre den Interpol-Agenten Mr. Moto darstellt. Mr. Moto reist auf einem Kreuzer von San Francisco nach Shanghai und kommt dabei einer Schmugglerbande auf die Schliche. Lorre war nicht die erste Wahl des Regisseurs, der wollte eigentlich J. Edward Bromberg, aber das Studio favorisierte Lorre. Er ist in der Rolle hervorragend und überzeugt als Asiate (was er Jahre später in Der unsichtbare Agent wieder tun sollte). Der Film selbst ist gut, entnimmt nur einzelne Elemente aus J.P. Marquands Vorlagen, macht Moto dafür aber auch zum unumwundenen Helden.

Mr. Moto und der China-Schatz gilt gemeinhin als der beste Film der Reihe. Das mag auch daran liegen, dass es der einzige Film ist, der nicht nur Elemente der Romane übernimmt, sondern tatsächlich eine Adaption eins der Marquand-Werke ist. Hier sucht Mr. Moto in China nach verschiedenen Schriftrollen, die den Weg zum geheimen Grab von Dschingis Khan weisen sollen. Pointierte Dialoge, eine flott erzählte Schatzjagd, die aufzeigt, dass Moto weniger methodisch seine Fälle löst, als vielmehr auf seine Analysefähigkeit und seine Judo-Fähigkeiten setzt. So gestalten sich die Filme weniger wie typische Detektivgeschichten á la Charlie Chan, sondern nehmen ein bisschen vorweg, was die Abenteuer von James Bond ein paar Jahrzehnte später ausmachen sollte: Rasante Erzählungen vor exotischer Kulisse mit Action. Vorzeige-Bösewicht John Carradine wirkt in diesem Film auch mit.

Mr. Moto und der Kronleuchter ist der fünfte Film der Reihe. Hier flieht Moto aus dem berüchtigten Devil’s Island-Gefängnis, um eine Killerbande infiltrieren zu können. In Mr. Moto und der Dschungelprinz gelangt der Ermittler als Archäologe getarnt in eine französische Kolonie, wo er verhindern will, dass ein vermeintlicher Hohepriester eine blutige Revolution anzettelt. Als Antagonist agiert hier J. Edward Bromberg, der vom Regisseur Norman Foster einst als perfekte Besetzung für Moto ins Spiel gebracht worden ist.

Auf der DVD zu Mr. Moto und der Schmugglerring ist eine Featurette über den Stuntman Harvey Perry enthalten. Bei Mr. Moto und der China-Schatz gibt es eine Dokumentation über den Produzenten Sol Wurtzel, einen, wie der Titel es aussagt, vergessenen Mogul, der in der Frühphase von Fox ausgesprochen wichtig war. Eine Featurette über Regisseur Norman Foster findet sich auf der DVD von Mr. Moto und der Kronleuchter. Foster inszenierte u.a. fünf Moto-Filme und drei Charlie-Chan-Filme. Eine Dokumentation über Peter Lorre ist auf Mr. Moto und der Dschungelprinz zu finden. Die DVDs enthalten außerdem Restaurierungsvergleiche und Trailer.

Mr. Moto Collection - Teil 1

In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts boomten Filme um Detektive asiatischer Herkunft. Gespielt wurden sie alle von Kaukasiern: Charlie Chan von Warner Oland, Mr. Wong von Boris Karloff und Mr. Moto von Peter Lorre. Lorres Figur ist dabei weit weniger klar angelegt. Er ist Japaner, das lässt sich aber leicht vergessen, da die typischen Stereotypen hier nicht zum Tragen kommen. Lorres Mr. Moto ist ein ziemlich westlich geprägter Ermittler.
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