Memory Effect

Memory Effect

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Was ist schon real?

Was wie ein geradliniger Thriller erscheint, erweist sich im Verlauf der Geschichte mit allerhand Überraschungen und Wendungen als ambitionierter Konzeptfilm. Was ihm an Budget mangelt, macht er an Einfallsreichtum und Enthusiasmus wett.
Der Wissenschaftler Tom hat ein Verfahren entwickelt, mit dem man sich in die Gedankenwelt anderer Menschen begeben kann. Sein Ziel ist es, in den Gehirnen von Schwerverbrechern herauszufinden, was sie zu ihren Taten getrieben hat. Doch bei einem Experiment geht etwas schief. Die Verbindung wird gekappt und Tom ist im Körper des anderen gefangen. Er versucht ihn dazu zu bringen, ihm zu helfen.

Sowohl Harlan Ellisons Geschichte Mephisto in Onyx als auch Christopher Nolans Inception könnten Pate für Nir Panirys Film gestanden haben. Zumindest dürften sie zu Memory Effect inspiriert haben. Der Film steht jedoch auf eigenen Füßen, er ist waschechte Science Fiction, ganz ohne Strahlenkanonen, Außerirdischen und Raumschiffen. Stattdessen ist es ein faszinierendes Konzept, das den Zuschauer in den Bann zieht und zum Nachdenken anregt.

Darüber hinaus ist Memory Effect die Art Film, die nicht von der ersten Minute an vorhersehbar ist. Er erinnert mehr an literarische Science Fiction, die sich in ihren Ideen immer größer gab als das filmische Pendant. Das Faszinierende ist, dass der Film sich einer einfachen Antwort entzieht. Das Finale bietet alles, was man wissen muss, lässt aber Zweifel aufkommen. Denn wer weiß schon, ob die Hauptfigur am Ende wirklich wieder in der Realität ankommt. Und überhaupt: Was ist die Realität schon, wenn nicht das, was wir daraus machen?

Memory Effect ist ein anfangs verwirrender, dann aber immer klarer werdender Film, der als psychologischer Thriller mit moralischem Dilemma und sich ständig steigernder Spannungskurve punkten kann. Eine kleine Science-Fiction-Perle.

Memory Effect

Was wie ein geradliniger Thriller erscheint, erweist sich im Verlauf der Geschichte mit allerhand Überraschungen und Wendungen als ambitionierter Konzeptfilm. Was ihm an Budget mangelt, macht er an Einfallsreichtum und Enthusiasmus wett.
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