Krieg und Frieden (1966)

Krieg und Frieden (1966)

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Aufwändig und gut

Sergej Bondartschuks Krieg und Frieden ist Epos und Literaturverfilmung, wie es im Buche steht: Der teuerste Film, den die Sowjetunion hervorgebracht hat, 15.000 Statisten, 165.000 Kostüme, tonnenweise Schwarzpulver usw. Das bei dieser Gigantomanie eine runde Sache und ein fast 500 minütiger, Maßstäbe setzender Vierteiler herauskam, ist den Produzenten und Regisseur Bondartschuk hoch anzurechnen.

1805: Pierre Besuchow kehrt aus Paris nach Moskau zurück. Sein Freund Fürst Andrej Bolkonski zieht in den Krieg gegen Frankreich und wird bei einer gigantischen Schlacht schwer verletzt. Dem nicht genug, stirbt auch noch seine Frau in der Heimat. Bolonski will nicht mehr leben und sehnt sich den Tod herbei. Erst die junge Natascha kann ihm wieder neue Kraft geben. Sie verlieben sich ineinander, doch schon bald wird Bolonski wieder in die Ferne aufbrechen. In seiner Abwesenheit geht Natascha aus Einsamkeit fremd, woraufhin Bolonski Schluss macht. Nach Monaten des Krieges und der Krankheit finden Natascha und Bolonski endlich wieder zusammen. Mittlerweile schreiben wir das Jahr 1812. Napoleons Armee fällt in Russland ein. Es kommt zu einer legendären Schlacht bei Borodino, in der auch die Freunde Besuchow und Bolonski Seite an Seite kämpfen. Schließlich steht Napoleon vor den Toren Moskaus. Flucht scheint der letzte Ausweg…

Bemängelt wurde oft, dass bei dieser üppigen DVD-Box nicht der russische Originalton vertreten ist. Der Rezensent weiß nicht, wie viele der Leser der russischen Sprache mächtig sind, doch war es für ihn keinesfalls störend, nur den deutschen Ton vorzufinden. Auch die kritisierte Bildqualität des Oscar prämierten Epos, ist bei weitem nicht so schlimm, wie mancher behauptet.

Das aufwändige Package wird durch ein ausführliches Booklet und diverse, leider etwas kurze, Dokumentationen abgerundet und so zu einem unverzichtbaren Stück Filmgeschichte, dass man zumindest einmal gesehen haben sollte – sofern man acht Stunden Lebenszeit entbehren kann.
 

Krieg und Frieden (1966)

Sergej Bondartschuks Krieg und Frieden ist Epos und Literaturverfilmung, wie es im Buche steht: Der teuerste Film, den die Sowjetunion hervorgebracht hat.

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