High Tension

High Tension

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Kompromisslos

Starker Tobak für den Zuschauer, denn Regisseur Alexandre Aja macht keine Gefangenen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Sein High Tension dreht schon nach kurzem Vorspiel gehörig auf, die Gewalt kommt radikal, verstörend und schlagartig. Daran ändert auch das Einschreiten der FSK wenig, die den Film um einige entscheidende Sekunden schneiden lies. Die Grenze zu Ekel und Unmenschlichkeit wird mehr als einmal überschritten.
Die befreundeten Studentinnen Marie und Alex machen Lernurlaub auf dem abgelegenen Grundstück der Familie von Alex. Noch in der ersten Nacht steht ein Wahnsinniger vor der Haustür und beginnt sein blutiges Werk. Schließlich bleiben nur noch Marie und die gefesselte Alex übrig, alle anderen wurden aufs übelste zerstückelt, erschlagen, hingerichtet. Als der Fremde Alex in seinen Pickup steckt, will Marie sie befreien. Doch das Vorhaben misslingt und auch Marie sitzt nun in der Falle. An einer abgelegenen Tankstelle gelingt ihr jedoch die Flucht. Nur woher Hilfe holen? Mitten in der Nacht? Mitten in der Pampa?

Eines kann man High Tension keinesfalls absprechen: Er ist spannend. Sehr sogar. Die ersten zwei Drittel kommt man kaum zu Atem. Zartbesaitete, werden hier schon zum Äußersten getrieben. Leider schafft es der Film nicht, die bedrohliche Atmosphäre bis zum Schluss durchzuziehen. Logiklöcher, groß wie Scheunentore, machen der Stimmung einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. SPOILER: Wenn klar wird, dass der Killer in Wirklichkeit Marie ist, die ihre unterdrückte Liebe zu Freundin Alex zum töten bringt, schüttelt selbst der nachsichtigste Horror-Fan den Kopf. Nicht ob der Tatsache, dass hier Freud bemüht wird, sondern, dass vieles nicht passt. Szenen, bei denen Marie gar nicht vor Ort sein konnte, ergeben rückblickend nun natürlich keinen Sinn mehr. Wer fuhr das Auto, mit dem Marie den Irren verfolgt hat? Wer fuhr den rostigen Lieferwagen im Prolog? Warum sieht Marie Alex‘ Familie als eine so große Bedrohung? SPOILER Ende.

Alles in Allem ist High Tension etwas unausgegoren. Spaß macht er dennoch und Regisseur Aja zeigt, was er auf dem Kasten hat. Dass er und sein Autor Gregory Levasseur es besser können, bewiesen sie bald darauf mit ihrem tollen The Hills Have Eyes-Remake von 2006.

High Tension

Starker Tobak für den Zuschauer, denn Regisseur Alexandre Aja macht keine Gefangenen.
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