Clubbed to Death

Clubbed to Death

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Lola im Technoland

Nach zehn Jahren kommt endlich einer der besseren Generation Techno-Filme auf DVD heraus. Der deutsche Untertitel Lola im Technoland kündigt es bereits an; Clubbed to Death spielt in der Technoszene und beschreibt eine dramatische und irgendwie unmögliche Liebesgeschichte zwischen Dancefloor und privatem Chaos.
Lola (traumhaft: Elodie Bouchez) verschläft eines Abends ihre Haltestelle und findet sich plötzlich am Stadtrand von Paris wieder. Hier wird das verzweifelte Mädchen von einem Freak in einen Club genommen, wo sie nicht nur die Bekanntschaft mit diversen schrägen Vögeln und bunten Pillen macht. Auch begegnet ihr der koksende Boxer Emir (Roschdy Zem). Die Beiden fühlen sich zueinander hingezogen und Lola wird wiederkommen, soviel weiß sie. Doch Emir hat Probleme; die Ehe mit Tänzerin Saida (super sexy: Béatrice Dalle) zerfällt vor seinen hilflosen Augen und er muss, um einen Berg Schulden zu begleichen, wieder in den Boxring. Zudem macht ihn die Kokainsucht fertig. Als Lola von seiner Sucht erfährt, wendet sie sich von Emir ab. Der nimmt das zum Anlass, endlich sein bisheriges Leben über Bord zu werfen und einen Schlussstrich zu ziehen.

Clubbed to Death ist zu Anfang ganz gehörig anstrengend. Die Inszenierung ist stressig und nervös, Hauptdarstellerin Elodie Bouchez nervt mit ihrer hysterischen Art und alles scheint auf Kunstfilm getrimmt und wirkt doch irgendwie hohl. Doch wenn die Geschichte erst einmal in Fahrt ist, will man gar nicht mehr wegsehen. Das Drama um Boxer Emir, der mit seinem Bruder und der herrlich abgefuckten Saida in einer Bruchbude lebt, geht ans Herz — Lola hingegen ist die reine Lebensfreude und Unbekümmertheit und sprüht nur so vor Energie. Dazu kommt ein famoser Soundtrack, der von Rob Dougans Furious Angels und Clubbed to Death dominiert wird. Letzterer Track wurde speziell durch seine Verwendung in den Matrix-Filmen weltberühmt. Ein Prunkstück von Clubbed to Death ist ein sexy Tanz von Lola und Emir im leeren Club zu ersterem Song, der einem tatsächlich eine Gänsehaut zu bescheren weiß.

Clubbed to Death

Nach zehn Jahren kommt endlich einer der besseren Generation Techno-Filme auf DVD heraus.
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