Buck Rogers

Buck Rogers

Eine Filmkritik von Martin Beck

Ein Mann von Welt und Raum

Vor langer Zeit, in einer Galaxie weit weit entfernt, zimmerte TV-Produzent Glen A. Larson einen Kinofilm namens Buck Rogers zusammen, nachdem zuvor bereits Kampfstern Galactica im Kino und im Fernsehen vom Krieg der Sterne-Boom profitieren konnte. Irgendwas mit Weltraum und Raumschiffen sollte es halt sein, und da kam die Wiederbelebung des Buck Rogers-Charakters gerade recht – einer Art Space Cowboy, der seine Bekanntheit vor allem einem langjährigen Zeitungscomic und einem mit Buster Crabbe besetzten Serial verdankte.
Als Buck Rogers dann 1979 startete, war er erfolgreich genug, dass auch hier eine TV-Serie nachgeschoben wurde. Die Krieg der Sterne-Aura bedeutete anscheinend eine Lizenz zum Gelddrucken, die selbst vor käsigen Rip Offs mit Plastikraumschiffen und grausigen Rückprojektionen nicht halt machte. Auf den Kommandobrücken von Buck Rogers blinkt es wie auf dem Rummel, Mikros hängen ins Bild, es gibt süße Roboter, die Bliblip reden, die Laserstrahlen zischen so richtig schön und Hauptdarsteller Gil Gerard gibt ganz den Alpha-Mann à la Burt Reynolds.

Die Zukunft in Buck Rogers ist eine Mischung aus Star Crash und Flash Gordon und beginnt bereits 1987 – als nämlich Captain Rogers für die NASA ins Weltall fliegt und dort schockgefroren wird. Erst 500 Jahre später taut er wieder auf und kann mit Hilfe von Prinzessin Ardala und ihren Drakoianern auf die Erde zurückkehren. Wo er völlige Zerstörung vorfindet, hervorgerufen durch einen atomaren Weltkrieg, in dessen Ruinen sich eine neue Gesellschaft gebildet hat.

Was dann folgt, ist die übliche Mär vom Angriff auf die Erde, initiiert natürlich von der feschen Prinzessin, die immer schick gefönt ist und dank atemberaubender High-Heels und ausgesprochen offenherziger Wallekleider jugendlichen Fantasien kaum Spielraum lässt. Dass der fesche Buck, der immer einen Spruch parat hat, genauso wie übrigens auch sein kleiner Roboter Twiki, bei ihr nicht landen möchte, ist eines der zahlreichen Mysterien des Drehbuchs – gleich nach den verdächtig nach Mongolen aussehenden Drakoianern und einer steinerweichenden Disco-Szene, die den ahnungslosen Neubürgern der Erde die groovige Geschmeidigkeit der „swinging seventies“ nahebringen möchte.

Buck Rogers ist unglaublich in die Jahre gekommener Weltraum-Schwachsinn, der immerhin mehr Saft hat als der dröge Kampfstern Galactica, aber trotzdem nicht die Trash-Höhen von z.B. Star Crash erreicht. Der Film hegt für viele nostalgische Kindheitserinnerungen, so dass die deutsche DVD, die tatsächlich die erste Veröffentlichung auf Scheibe darstellt, sicherlich viele glasige Augen verursachen wird. Zu beachten ist allerdings, dass die TV-Serie ja sehr wohl schon auf DVD zu haben ist, und die ersten beiden Folgen praktisch der Kinofilm sind, ein paar neue Szenen und ein neuer Titelsong inklusive.

Aber was soll’s: Die DVD ist bereits jetzt in der „nice price“-Abteilung, Koch Media hat wie so oft eine vorbildliche Ausstattung springen lassen, inklusive einem englischen Promo, der Super-8-Fassung und seltenem Werbematerial, und Nostalgie war schon immer ein scharfes Schwert. Wollten wir nicht früher alle so sein wie Buck Rogers, ausgenommen natürlich diese Sache mit Ardala? Dass der Mann aus Stahl in 30 Jahren ähnliche „ach ja, damals…“-Seufzer auslösen wird, darf durchaus bezweifelt werden.

Buck Rogers

Vor langer Zeit, in einer Galaxie weit weit entfernt, zimmerte TV-Produzent Glen A. Larson einen Kinofilm namens „Buck Rogers“ zusammen, nachdem zuvor bereits „Kampfstern Galactica“ im Kino und im Fernsehen vom „Krieg der Sterne“-Boom profitieren konnte. Irgendwas mit Weltraum und Raumschiffen sollte es halt sein, und da kam die Wiederbelebung des Buck Rogers-Charakters gerade recht.
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