The Cloverfield Paradox (2018)

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Um die Energiekrise auf der Erde zu lösen, begibt sich eine internationale Wissenschaftlercrew ins All und führt dort Experimente mit einem Teilchenbeschleuniger durch. Produzent J. J. Abrams weitet mit seinem Weltraumthriller das bislang zwei Spielfilme umfassende Cloverfield-Universum aus.

The Cloverfield Paradox (2018)

Eine Filmkritik von Christopher Diekhaus

Weltraumkoller

Eines muss man J. J. Abrams und seinen Mitstreitern bei Bad Robot Productions lassen. Selbst heute, da viele Informationen zu kommenden Filmen schon weit im Voraus durch das Netz wabern, sind sie jederzeit für eine faustdicke Überraschung gut. Vor der Veröffentlichung des Found-Footage-Monsterstreifens Cloverfield im Jahr 2008 heizte eine Onlinekampagne das Interesse auf geschickte Weise an.

Im Jahr 2016 tauchte im Internet wie aus dem Nichts der Trailer zu einem mit dem ersten Film verwandten Psychothriller namens 10 Cloverfield Lane auf, der zuvor noch unter einem anderen Titel geführt wurde. Und am 4. Februar 2018 gab es während des prestigeträchtigen Super Bowls in den USA einen Clip zu sehen, in dem man den Start eines dritten im Cloverfield-Universum spielenden Abenteuers auf der Streaming-Plattform Netflix verkündete, das direkt im Anschluss an die Sportveranstaltung das Licht der Welt erblicken würde. Mit dieser unerwarteten Meldung schrieben Abrams und Co abermals Schlagzeilen, die The Cloverfield Paradox allerdings nicht zu einem besseren Film machen.

Nachdem der erste Teil der lose verbundenen Reihe einen Monsterangriff auf New York entfesselte und Kapitel zwei über weite Strecken ein packendes Dreipersonenstück in einem Bunker zeigte, geht es in dem von Julius Onah (The Girl Is in Trouble) inszenierten neuen Streich in die Weiten des Alls, wo eine internationale Crew von Wissenschaftlern eine heikle Aufgabe zu bewältigen hat. Da auf der Erde die Ressourcen immer knapper werden und infolgedessen die Spannungen zwischen den Nationen zu explodieren drohen, sollen die Astronauten um Expeditionsleiter Kiel (David Oyelowo) mithilfe eines Teilchenbeschleunigers eine neue Energiequelle erzeugen, die eine Katastrophe abwenden könnte. Auch zwei Jahre nach dem Start der Raumstation will dem Spezialisten-Team der Durchbruch nicht gelingen. Als die Mission irgendwann doch von Erfolg gekrönt scheint, macht sich unter den Besatzungsmitgliedern schnell Verunsicherung breit. Denn plötzlich ist ihr Heimatplanet von allen Bildschirmen verschwunden. Und noch dazu taucht aus heiterem Himmel eine unbekannte Astronautin (Elizabeth Debicki) auf, die standhaft behauptet, Teil der Crew zu sein.

Dass man trotz verhältnismäßig simpel gestrickter Figuren und einer bestens vertrauten Prämisse einen spannenden Überlebenskampf an Bord einer Raumstation entfachen kann, bewies zuletzt Daniél Espinosa mit seinem nicht wirklich originellen, dafür aber schweißtreibenden und ästhetisch ansprechenden Science-Fiction-Horrorthriller Life, in dem sich unter anderem Rebecca Ferguson und Jake Gyllenhaal als Forscher der ISS gegen ein aggressives außerirdisches Wesen behaupten mussten. Die Beklemmung, die der Film konstant heraufbeschwor, wäre sicher auch im Fall von The Cloverfield Paradox möglich gewesen. Espinosas Kollege Onah schafft es aber nicht, die Bedrohung und den begrenzten Handlungsraum seiner Protagonisten so zu inszenieren, dass die Spannung auf einem hohen Level bleibt. Fahrige Einschübe, die das Geschehen auf der Erde in den Blick nehmen und einen Bogen zum ersten Cloverfield-Beitrag schlagen sollen, wirken aufgesetzt und beenden teilweise abrupt den Nervenkitzel. Reizvolle Ideen zum Thema 'Alternative Dimensionen' werden angerissen, allerdings zumeist nur oberflächlich ausgeschlachtet. Und auch der emotionale Strang rund um die Wissenschaftlerin Ava Hamilton (Gugu Mbatha-Raw) fühlt sich ein wenig unterentwickelt an.

Einige Body-Horror-Szenen – inklusive einer deutlichen Alien-Reverenz – sorgen durchaus für Unbehagen. So mancher Einfall – Stichwort: abgetrennter Arm – erscheint dagegen beliebig und im negativen Sinne amüsant. Ausbaufähig sind vielerorts nicht zuletzt die Dialoge, die mitunter etwas plumpe Witzchen transportieren. Die Effekte und die Optik fallen fraglos ordentlich aus, können jedoch nicht ganz mit der Aufmachung des erwähnten Kammerspielschockers Life mithalten, der eine Reihe wahrlich spektakulär-betörender Bilder zu bieten hat. Verglichen mit dem packend arrangierten Vorgänger 10 Cloverfield Lane, der erst zum Ende hin etwas ins Straucheln kam, ist The Cloverfield Paradox eine Enttäuschung, was zur Folge hat, dass man die Erwartungen für den bereits angekündigten vierten Teil des zusammenhängenden Filmuniversums deutlich nach unten schraubt. Warum Paramount den Kinostart von Onahs Weltraumthriller mehrfach nach hinten verschob und die Rechte schließlich bereitwillig an Netflix abtrat, ist nach Sichtung des Endproduktes nicht allzu verwunderlich.

The Cloverfield Paradox (2018)

In dem von J.J. Abrams produzierten "God Particle" wird die Besatzung einer Raumstation Zeuge eines unfassbaren Unglücks: die Erde ist aufgrund eines misslungenen Experiments plötzlich verschwunden. Völlig allein und ohne jede Unterstützung harrt das Team nun im All aus. Bis eines Tages eine europäische Fähre auf sie zukommt und sie sich entscheiden müssen, wie damit umzugehen ist.

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The Cloverfield Paradox von Julius Onah - Filmbild 1
The Cloverfield Paradox - Trailer (OmdtU)
The Cloverfield Paradox - TV Spot (englisch)

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The Cloverfield Paradox von Julius Onah - Filmplakat (US)
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von 5 bei Bewertungen
Titel
The Cloverfield Paradox (2018)
Weltraumkoller
Originaltitel
The Cloverfield Paradox
FSK
keine Angabe
Regie

Daten und Fakten

Produktionsland
Filmlänge
102 Min
Filmverleih
DVD
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VoD & Streaming
Startdatum
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Netflix
TV

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