Arrowhead

Arrowhead

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Im Steinbruch nichts Neues

Einen Film damit einzuleiten, den Zuschauer per Text darüber zu informieren, was die Ausgangslage ist, ist fast immer eine schlechte Idee. Armseliger lässt sich Exposition nicht darbieten – zumindest dann nicht, wenn man ohnehin nichts zu erzählen hat. Oder anders gesagt: Wenn diese Vorgeschichte für den eigentlichen Film keinerlei Relevanz besitzt.
Alles beginnt in einem Strafgefangenenlager, wo Rebellenführer Hatch arbeiten muss, aber der ebenfalls inhaftierte Kye die Flucht vorbereitet. Die gelingt, woraufhin Hatch dem Mann die Chance offeriert, seinen ebenfalls eingesperrten Vater zu befreien. Er muss für ihn dafür nur ein Raumschiff der Arrowhead-Klasse fliegen. Das stürzt auf einem öden Steinhaufen ab (der genauso aussieht wie das Arbeitslager zu Beginn des Films), woraufhin Kye ums Überleben kämpfen muss, andere Überlebende trifft und mit einer außerirdischen Kreatur eine symbiotische Beziehung eingeht, die sein Menschsein für alle Zeiten transformiert.

Klingt eigentlich ganz passabel, auch wenn das Story-Gerüst wüst zusammengeklaut ist, aber die Umsetzung lässt schwer zu wünschen übrig. Einerseits, weil es unendlich lange dauert, bis die eigentliche Geschichte beginnt, andererseits, weil diese auch nicht in den Bann zu ziehen versteht. Regisseur Jesse O`Brien hat auch gleich das Drehbuch geschrieben – und offenkundig niemandes Feedback dazu eingeholt. Dementsprechend ist Arrowhead ganz und gar seine Vision, aber eine, die den Zuschauer ganz und gar kalt lässt.

Die Geschichte reicht vielleicht für einen Kurzfilm. In der Tat war das Projekt auch einst ein solcher Kurzfilm, aber dann dachte O`Brien sich, das Ganze auf abendfüllende Länge ausdehnen zu können. Die Figuren handeln irrational, die Geschichte macht derlei Sprünge, dass die Logik auf der Strecke bleibt und die visuelle Ausrichtung des Films ist auch nur in den ersten Minuten passabel – danach erinnert das Ganze an die italienische Steinbruch-Science-Fiction der frühen 1980er Jahre.

Die Dialoge sind sperrig, insbesondere auch, wenn die Hauptfigur mit dem Computer kommuniziert. Dieser ist der mit Abstand nervigste Vertreter seiner Art, die man in der Science Fiction seit Jahrzehnten gesehen hat. Sein ewiges „Möchten Sie mehr erfahren?“ wird zu einem Mantra, da man irgendwann nicht mehr hören kann.

So ehrenwert der Versuch auch sein mag, australische Science Fiction zu produzieren, so unbefriedigend ist Arrowhead, der eigentlich eine gute Geschichte gehabt hätte – den Verlust der Menschlichkeit der Hauptfigur –, diese aber bar jeder Emotion abspielt. Wo man als Zuschauer eigentlich in das persönliche Drama der Hauptfigur hineingezogen werden müsste, bleibt man völlig teilnahmslos, einzig daran interessiert, diese filmische Tortur endlich hinter sich zu bringen.

Arrowhead

Einen Film damit einzuleiten, den Zuschauer per Text darüber zu informieren, was die Ausgangslage ist, ist fast immer eine schlechte Idee. Armseliger lässt sich Exposition nicht darbieten – zumindest dann nicht, wenn man ohnehin nichts zu erzählen hat. Oder anders gesagt: Wenn diese Vorgeschichte für den eigentlichen Film keinerlei Relevanz besitzt.
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