Crush - Mörderische Affäre

Crush - Mörderische Affäre

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Wenn man der Liebe nicht entkommt…

Eine verhängnisvolle Affäre – die gibt es nicht nur, wenn man wie Michael Douglas in der Midlife-Crisis steckt. Die kann einen auch schon in jüngeren Jahren ereilen. So wie Chris Egan, der in Crush einen amerikanischen Studenten spielt. Wer das englische Original des Films sieht, wird merken, wie gut es dem Australier gelungen ist, den amerikanischen Akzent zu imitieren. Was die verhängnisvolle Affäre betrifft, so ist die Imitation deutlich weniger gut gelungen.

Ein amerikanischer Student hat den perfekten Semesterferienjob gefunden. Er soll auf eine Villa in Australien aufpassen und kann dort gratis wohnen. Nach seinem Einzug trifft er auf die mysteriöse Anna, die sein Leben ganz und gar auf den Kopf stellt. Seine Beziehung geht in die Brüche, er verliert eine Kampfsportmeisterschaft und er findet seine Abschlussarbeit nicht mehr – doch richtig gefährlich wird sein Leben erst, als er versucht, mit Anna Schluss zu machen.

Thriller dieser Art hat man schon häufig gesehen – Swimfan oder Obsession fallen da ein. Sie verlaufen nach bekannten und erwartbaren Mustern. Platz für Neuerungen gäbe es zwar, wird aber nur selten genutzt. Auch Crush hält nicht besonders viel von Originalität. Stattdessen wird der Thriller ganz streng nach Baukastenprinzip zusammengeschustert. Man merkt ihm an, dass er versucht, sich dem internationalen Markt zu öffnen. Darum wurde aus der Hauptfigur wohl auch ein Amerikaner. Australische Identität, die andere Filme des Kontinents durchaus haben, gibt es hier nicht. Als Charaktermerkmal muss da schon das kräftig überstrapazierte „mate“ beim gegenseitigen Ansprechen dienen.

Ein paar halbwegs spannende Szenen kann Crush dann doch noch bieten, allerdings werden sie zu häufig durch die schlechte Inszenierung und Montage zunichte gemacht. Rückblicke auf Ereignisse, die gerade mal ein paar Minuten zuvor gekommen sind, sind im Grunde nichts anderes als eine Beleidigung des Zuschauers – oder der lahme Versuch, das Werk zu strecken. Zum Ende hin gibt es dann doch noch so etwas wie Originalität, sofern man den gebotenen Twist als solchen bezeichnen will. Eines ist er aber auf jeden Fall: hanebüchen. Crush ist ein Teenie-Thriller mit starkem Daily-Soap-Ambiente. Im Rahmen seiner Möglichkeiten wäre mehr drin gewesen. Doch es sollte nicht sein. Was bleibt, ist halbgare Unterhaltung, mit der sich Zeit totschlagen lässt, wenn man keinen anderen Film zur Hand hat, mit sich deutlich vergnüglicher ein Abend verbringen ließe…
 

Crush - Mörderische Affäre

Eine verhängnisvolle Affäre – die gibt es nicht nur, wenn man wie Michael Douglas in der Midlife-Crisis steckt. Die kann einen auch schon in jüngeren Jahren ereilen. So wie Chris Egan, der in „Crush“ einen amerikanischen Studenten spielt.

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