Mathieu Amalric wurde 1965 in Neuilly-sur-Seine geboren und gab 1984 mit der Rolle des Julien in Otar Iosselianis Ritter der Finsternis (Les favoris de la lune, 1984) sein Filmdebüt. Danach gelang es ihm rasch, sich einen Ruf als hervorragender Schauspieler zu erwerben.

1994 zog er mit seiner Verkörperung des Paul Dedalus in Arnaud Desplechins Komödie Ich und meine Liebe (Comment je me suis disputé … (ma vie sexuelle), 1996) die Aufmerksamkeit auf sich – und erhielt mit dem César für den Besten männlichen Nachwuchsschauspieler auch gleich seine erste bedeutende Auszeichnung. Für seine Interpretation des Sebastien in der Krimikomödie Tagebuch eines Verführers (Journal du séducteur, 1996) wurde er zudem für den begehrten Prix Gérard Philippe nominiert.

Den bislang größten Erfolg seiner Karriere feierte Mathieu Amalric 2003 mit seiner Rolle des Musikers Ismael in Arnaud Desplechins Film Rois et Reine (2004), für die er mit dem César für den Besten Darsteller in einer Komödie 2005, dem Prix Lumière 2005 für den Besten Komödiendarsteller und dem Prix de la Critique 2005 für den Besten Komödiendarsteller gleich drei hoch angesehene Auszeichnungen erhielt.

Mit seiner Darstellung des französischen Informanten Louis in Steven Spielbergs München (Munich, 2005) gab er seinen Einstand in Hollywood. Amalric überzeugte in Sofia Coppolas Marie Antoinette (2006) und spielte an der Seite von Gérard Depardieu und Cécile de France in Chanson d´Amour (Quand j´étais chanteur, 2007). Für seine Rolle als Jean-Dominique Bauby wurde er mit dem Prix Lumières und den César als Bester Hauptdarsteller ausgezeichnet.

Neben seiner Tätigkeit als Schauspieler ist Amalric auch als Drehbuchautor und Regisseur tätig. So entstand 1997 für Arte der Film Es wird aufgegessen (Mange ta soupe, 1997). 2000/2001 drehte er den abendfüllenden Spielfilm Le stade de Wimbledon (2001). Er engagiert sich auch für den Filmnachwuchs: Mathieu Amalric ist Professor an der Filmhochschule La Fémis in Paris.

2008 ist Amalric in James Bond 22 — Quantum of Solace in der Rolle des Bösewichts zu sehen. Das neue 007-Abenteuer wird von Marc Forster inszeniert und kommt Ende des Jahres in die deutschen Kinos.

Filmographie — Mathieu Amalric (Auswahl)

2010
Tournée (Regie: Mathieu Amalric)
Les aventures extraordinaires d’Adèle Blanc-Sec (Regie: Luc Besson )

2009
Les derniers jours du monde (Regie: Arnaud Larrieu und Jean-Marie Larrieu)
Bancs publics — Versailles rive droite (Regie: Bruno Podalydès)
Visage (Regie: Ming-liang Tsai)
Les herbes folles (Vorsicht Sehnsucht, Regie: Alain Resnais)

2008
Mesrine : L’Instinct de mort (Regie: Jean-François Richet)
Quantum of Solace (Regie: Marc Forster)
Un Conte de Noël (Regie: Arnaud Desplechin)
57000 km entre nous (Regie: Delphine Kreuter)
De la guerre (Regie: Bertrand Bonello)

2007
Actrices (Actrices – Oder der Traum aus der Nacht davor, Regie: Valeria Bruni Tedeschi)
L’histoire de Richard O. (Regie: Damien Odoul)
La question humaine (Regie: Nicolas Klotz)
Un secret (Ein Geheimnis, Regie: Claude Miller)
Le scaphandre et le papillon (Schmetterling und Taucherglocke, Regie: Julian Schnabel)

2006
Marie Antoinette (Regie: Sofia Coppola)
Quand j’étais Chanteur (Chanson d´Amour, Regie: Xavier Giannoli)

2005
La Moustache (Regie: Emmanuel Carrère)
J’ai vu tuer Ben Barka (Regie: Serge Le Peron)
Munich (München, Regie: Steven Spielberg)

2004
Rois et reine (Regie: Arnaud Desplechin)
Au large du Bad Ragaz (Regie: François-Christophe Marzal)

2003
Mes enfants ne sont pas commes les autres (Regie: Denis Dercourt)
Un homme, un vrai (Regie: Arnaud und Jean-Marie Larrieu)

2002
Naufragés de la 17 (Regie: Luc Moullet)
C’est le bouquet! (Regie: Jeanne Labrune)

2001
Amour d’enfance (Regie: Yves Caumon)

2000
La fausse suivante (Regie: Benoît Jacquot)
Marcorelle n’est pas coupable (Regie: Serge Le Peron)
La brèche de Roland (Regie: Arnaud et Jean-Marie Larrieu)

1999
Trois ponts sur la rivière (Regie: Jean-Claude Biette)

1998
On a très peu d’amis (Regie: Sylvain Monod)
Alice et Martin (Alice und Martin, Regie: André Techiné)
Fin août, début septembre (Ende August, Anfang September, Regie: Olivier Assayas)

1997
Généalogies d’un crime (Genealogien eines Verbrechens, Regie: Raoul Ruiz)

1996
Comment je me suis disputé … (ma vie sexuelle) (Ich und meine Liebe, Regie: Arnaud Desplechin)
Le journal d’un séducteur (Tagebuch eines Verführers, Regie: Danièle Dubroux)

1994
Lettre pour L… (Regie: Romain Goupil)

1984
Les favoris de la lune (Ritter der Finsternis, Regie: Otar Iosseliani)
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