Yeelen – Das Licht

Yeelen – Das Licht

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Donnerstag, 17. Juni 2010, ARTE, 20:15 Uhr

Dass heranwachsende Söhne nicht selten andere Pläne für die Gestaltung ihrer Zukunft haben als ihre Väter, ist wohl keiner Kultur fremd. Wenn sich allerdings ein Vater aus Eifersucht und Egoismus vehement dagegen wehrt, dass sein Sohn jener Berufung folgt, die er selbst ausübt, ist das die tragische Konstellation, deren Geschichte der malische Spielfilm Yeelen – Das Licht aus dem Jahre 1987 von Souleymane Cissé erzählt.
Für den jungen Nyanankoro (Issiaka Kane) vom Stamm der Bambara im Südosten Malis, der im Begriff ist, zum Mann heranzureifen, ist es das wichtigste Ziel, Heiler und damit Mitglied der ehrbaren Schicht der Komo, der weisen Männer zu werden – wie sein Vater Soma (Niamanto Sanogo). Doch der selbstherrliche Soma erträgt den Gedanken nicht, dass Nyanankoro in seine Fußstapfen tritt, so dass sein Sohn mit Unterstützung seiner Mutter (Soumba Traore) beschließt, seinen Onkel (Ismaila Sarr) um Unterweisung zu bitten, der ebenfalls ein Komo ist. So macht sich Nyanankoro erstmals jenseits der Stammesgrenzen auf, um den Onkel zu suchen, und tritt damit eine abenteuerliche Reise durch die extremen Landschaften Malis sowie durch die unterschiedlichen kulturellen Territorien seiner Heimat an, deren vielfältige Traditionen und Rituale seinen beschwerlichen Weg säumen. Und er trifft auf das Mädchen Attou (Aoua Sangare), die von ihrem Stamm verstoßen und zu seiner Gefährtin wird. Dem Zorn seines Vaters allerdings kann Nyanankoro nicht entkommen, denn Soma verfolgt ihn mit Hilfe seiner Magie in Form eines Holzpfahls, der den Sohn zu orten vermag, um eine Konfrontation auf Leben und Tod herbeizuführen …

Berufung, Rebellion, Identität und Initiation sind die großen Themen, die diesen Film über das Erwachsenwerden als Reise durch unbekannte, riskante Regionen leiten, der seinerzeit beim Filmfestival von Cannes im Rennen um die Goldene Palme antrat und dort zweifach mit Preisen der Jurys ausgezeichnet wurde. Die Bilder der unbarmherzig und doch erhaben erscheinenden Natur, die großartig mit den inneren Befindlichkeiten der Protagonisten korrespondieren, machen Yeelen – Das Licht zu einem außergewöhnlichen visuellen Erlebnis, dessen kraftvolle Ruhe eine ansprechende Spiritualität transportiert.

Yeelen – Das Licht

Dass heranwachsende Söhne nicht selten andere Pläne für die Gestaltung ihrer Zukunft haben als ihre Väter, ist wohl keiner Kultur fremd. Wenn sich allerdings ein Vater aus Eifersucht und Egoismus vehement dagegen wehrt, dass sein Sohn jener Berufung folgt, die er selbst ausübt, ist das die tragische Konstellation, deren Geschichte der malische Spielfilm „Yeelen – Das Licht“ aus dem Jahre 1987 von Souleymane Cissé erzählt.
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