Vehicle 19

Vehicle 19

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Korruption in Südafrika

Erst kürzlich aus dem Gefängnis entlassen fliegt der US-Amerikaner Michael Woods (Paul Walker) nach Johannesburg, um seine ehemalige Frau Angelica (Leyla Haidarian) zu besuchen, die dort in der Botschaft arbeitet. Dass er mit dieser Reise gegen die Bewährungsauflagen verstößt, nimmt Michael in Kauf, denn nach diversen Krisen in seinem Leben erhofft er sich eine neue Chance, die Beziehung wieder aufleben zu lassen. Die Anspannung Michaels wächst an, als er auf dem Parkdeck am Flughafen nicht den gebuchten Mietwagen vorfindet, sondern stattdessen einen Van, der noch so einige üble Überraschungen für ihn bereithalten wird. Da er ohnehin spät dran ist, macht sich Michael dennoch auf den Weg zu Angelica, doch es wird noch ein ganzes anstrengendes Abenteuer dauern, bis dieser Mann sich aus einer verstrickten, höchst gefährlichen politischen Affäre hinausgekämpft hat, in die er unvermittelt gerät …
Im Szenario eines labilen, vor Korruption schwelenden Landes ereignet sich der aktionsreiche Krimi Vehicle 19 des südafrikanischen Regisseurs Mukanda Michael Dewil, der 2011 mit Retribution sein Filmdebüt vorlegte und offensichtlich eine Vorliebe für spannende Stoffe mit dem politischen Hintergrund seiner Heimat hat, die kürzlich ausführlich und ehrenvoll den 95. Geburtstag ihres Freiheitskämpfers und einstigen Präsidenten Nelson Mandela feierte. Auch wenn Vehicle 19 sich zuvorderst auf die Befindlichkeiten und Bemühungen seines unzulänglichen, doch tapferen Helden Michael Woods konzentriert, der sich plötzlich vor die scheinbar ausweglose und schwierigste Aufgabe seines desolaten Lebens gestellt sieht, transportiert der mit ansprechenden kleinen Einfällen ausgestattete und solide inszenierte Film doch auch in Ansätzen einiges von der sozialen Atmosphäre Südafrikas, die hier als beklemmend und kriminell durchsetzt gezeichnet wird.

Betrachtet man die durchaus packende Geschichte mit ihren kleinen Ungereimtheiten und recht gelungenen Charakterskizzen jenseits ihrer Krimi- und Action-Qualitäten, verwundert es doch nicht wenig, dass Regisseur Mukanda Michael Dewil, der auch das Drehbuch verfasste, einen Amerikaner als „Retter der Gerechtigkeit“ in Südafrika einsetzt, statt einen lokalen Helden mit dieser Mission zu betrauen. Zwar weist sich die energische wie aparte Naima McLean als Rachel Shabangu in ihrem Kampf gegen die Korruption absolut patent und würdig aus, doch es ist eindeutig Paul Walker als Michael Woods, auf dem hier der Fokus liegt und der die fremden Angelegenheiten zu seinen eigenen werden lässt, sozusagen als Akt einer humanistischen Verantwortung und nicht zuletzt der Rehabilitierung seiner angeschlagenen Persönlichkeit wegen. Am Ende steht dann ein Pathos, dessen vermeintlich hehre Leichtgängigkeit die dann doch allzu oberflächliche Beschäftigung mit der ernsthaften Thematik des Films unterstreicht, der insgesamt dadurch einiges an Potenzial verschenkt, das er als Krimi über die moderne Gesellschaft Südafrikas ein Vierteljahrhundert nach der offiziellen Abschaffung der Apartheid durchaus hätte nutzen können.

Vehicle 19

Erst kürzlich aus dem Gefängnis entlassen fliegt der US-Amerikaner Michael Woods (Paul Walker) nach Johannesburg, um seine ehemalige Frau Angelica (Leyla Haidarian) zu besuchen, die dort in der Botschaft arbeitet. Dass er mit dieser Reise gegen die Bewährungsauflagen verstößt, nimmt Michael in Kauf, denn nach diversen Krisen in seinem Leben erhofft er sich eine neue Chance, die Beziehung wieder aufleben zu lassen.
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