Uzala, der Kirgise

Uzala, der Kirgise

Kruosawa aber ohne Samurai

Im Sibirien des Jahres 1902 bricht der zaristische Offizier und Forscher Wladimir Arseniew (Yuri Solomin) bricht einer Gruppe von Soldaten in die Taiga auf. Eines Nachts erscheint Dersu Uzala (Maxim Munzuk), der Jäger eines mongolischen Stammes, in ihrem Lager und dient der Gruppe fortan als kundiger Führer. Zwischen dem jungen Offizier und dem alten Jäger entsteht allmählich eine tiefe Verbundenheit. Der studierte Soldat lernt von dem einfachen Mann aus der Wildnis den Respekt vor der Natur, die Solidarität mit allem Leben und schließlich ganz einfach Menschlichkeit. Und mehr noch: Arseniew ist tief beeindruckt von der Weisheit, der Wärme und der Ausgeglichenheit des Mongolen, der mit sich und der Welt eins ist.

Als beide sich in der eisigen Steppe verirren, rettet Uzala dem jungen Russen das Leben. Später gelingt es Arseniew, Uzala vor dem Ertrinken zu bewahren. Weil die Augen des Jägers immer schwächer werden, nimmt ihn der Offizier am Ende der Expedition mit in die Stadt. Doch die engen Grenzen der Zivilisation lassen sich nicht mit dem unbezwingbaren Freiheitswillen des Jägers vereinbaren. Ausgestattet mit einem neuen Gewehr kehrt Dersu Uzala zurück in die Taiga. Einige Zeit später wird Arseniew zur Identifizierung eines unbekannten Toten gerufen, in dessen Tasche man die Visitenkarte des Offiziers gefunden hatte. Uzala musste sterben, weil man ihm sein Gewehr stehlen wollte.

Nach dem Misserfolg seines Films Dodeskaden — Menschen im Abseits erhielt der japanische Meisterregisseur Akira Kurosawa von der russischen Mosfilm das Angebot, einen Film in Russland zu drehen, zu Zeiten des Kalten Krieges eine außergewöhnliche Ehrung. Dankbar nahm Kurosawa die Einladung an und erinnerte sich bei der Suche nach einem Stoff an ein Buch seiner Jugend – Dersu Uzala des zaristischen Forschers und Offiziers Wladimir Arseniew. Und der Film glückte: 1976 erhielt das russisch-japanische Experiment den Oscar für den besten ausländischen Film. Besonders beeindrucken noch heute die phantastischen Naturaufnahmen, die der Taiga neben den beiden Hauptfiguren eine zentrale Rolle einräumen und die den Film zu einem absoluten Erlebnis machen.

Uzala, der Kirgise

Im Sibirien des Jahres 1902 bricht der zaristische Offizier und Forscher Wladimir Arseniew (Yuri Solomin) bricht einer Gruppe von Soldaten in die Taiga auf.

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