The Return

The Return

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Still und leise

Es gibt die Horrorfilme, die mit dem Holzhammer daher kommen (Hostel, Scream) und die, die eher den subtilen, leisen Weg einschlagen (Der verbotene Schlüssel, Dark Water). The Return gehört zu letzterer Gattung und weiß mit langsamem Spannungsaufbau, einer starken Hauptfigur und bedrohlicher Atmosphäre zu fesseln.
Joanna (Sarah Michelle Gellar) wird seit ihrer Kindheit immer wieder von Visionen und dem Zwang, sich zu verletzten heimgesucht. Jahrelang war dies alles unterdrückt, doch jetzt, Anfang 30, stürmen wieder Visionen und Wahnvorstellungen auf sie ein. Was damals ihr Trauma ausgelöst hat, weiß sie nicht, zu gut ist alles begraben. Auf einer Geschäftsreise nach Texas, ihrer alten Heimat, kehren die Alpträume zurück und Joanna will herausfinden, was damals passierte. Verfolgt von ihrem — nicht ungefährlichen — Kollegen Kurt (Adam Scott) zieht sie in ein kleines Hotel Nahe ihrer Heimatstadt und recherchiert. Als der einsiedlerische Terry (Peter O´Brien) ihr bei einem Übergriff Kurts zu Hilfe kommt, scheinen sich Erinnerungen einzustellen, die für beide unangenehm sind. Joanna und Terry scheint etwas zu verbinden, von dem sie nichts wissen oder nichts mehr wissen wollen…

Langsam kommt der Grusel auf leisen Sohlen. Angereichert mit kleinen und großen Schocks zieht The Return die Schlinge um Joannas Seelenheil immer enger. Die wunderschöne Kameraarbeit von Roman Osin (The Warrior) entführt den Zuschauer in die Tristesse einer texanischen Kleinstadt, in der der Hund begraben liegt – und düstere Geheimnisse. Regisseur Asif Kapadia lässt es langsam angehen, wobei eine straffere Inszenierung besonders zu Beginn dem Film gut getan hätte. Auch ist das plötzliche Auftauchen Kurts an den Haaren herbei gezogen, dient sein Auftritt schließlich nur, um Joanna und Terry zusammen zu führen. Das hätte auch eleganter gelöst werden können.

The Return lebt vom Unwissen. Der Zuschauer weiß selten mehr als Joanna, die Schocks sind zwar hin und wieder vorher zu sehen, doch überwiegt das unvorbereitete Erschrecken. Was auch positiv auffällt, ist das Hollywood untypische, offene Ende. Regisseur Kapadia könnte eine rosige Zukunft in Hollywood haben – wenn die Amerikaner solch eine ruhige Erzählweise zu schätzen wüssten.

The Return

Es gibt die Horrorfilme, die mit dem Holzhammer daher kommen (Hostel, Scream) und die, die eher den subtilen, leisen Weg einschlagen (Der verbotene Schlüssel, Dark Water).
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