The Perfect Host

The Perfect Host

Eine Filmkritik von Beatrice Behn

Ein perfekter Gastgeber

John Taylor (Clayne Crawford) trifft nicht immer die besten Entscheidungen. Nachdem er eine Bank überfallen hat, befindet er sich auf der Flucht. Obwohl er seinen Coup bis ins Detail geplant hatte, ist er jetzt verletzt und sein Gesicht auf jedem Fernsehkanal des Landes zu sehen. Er muss untertauchen und zwar schnell. In seiner Not verschafft er sich Zutritt zu Warwick Wilsons (David Hyde Pierce, wohl besser bekannt als Frasiers Bruder aus der gleichnamigen Fernsehserie) Haus, indem er sich als Freund einer Bekannten ausgibt. Als dieser die Lüge entlarvt, ist John gezwungen Warwick als Geisel zu nehmen. Ungünstig nur, dass Warwick an diesem Abend eine Dinnerparty geben möchte und Gäste erwartet.
The Perfect Host ist die Langfilmversion von The Host, einem Kurzfilm des Australiers Nick Tomnay. Der große Erfolg seines Kurzfilms veranlasste Tomnay, seine Idee weiter auszuformulieren und einen abendfüllenden Spielfilm daraus zu machen. Das Publikum wird es ihm danken. Tomnays Film ist ein wahrhaft fluider Hybrid. Irgendwo zwischen Thriller, Actionfilm und schwarzer Komödie, entrollt das fabelhaft besetzte Kammerspiel einen herrlich zynischen Machtkampf zwischen den beiden Parteien. Denn, wie sich bald herausstellen wird, der Banküberfall war nur Johns kleinster Fehler. Warwick ist überraschend unängstlich was seine Geiselnahme angeht und dreht sehr schnell den Spieß um, schließlich ist er nicht umsonst der perfekte Gastgeber. Und auch die Gäste sind nicht was man eigentlich erwartet.

Nick Tomnay spielt gekonnt mit den Genreregeln und nutzt diese um das Publikum immer wieder auf die falsche Fährte zu locken. Doch damit nicht genug: Mit viel Feingefühl platziert er erstklassige hitchcocksche MacGuffins, die dem Altmeister die Freudentränen in die Augen hätten schießen lassen. Interessant ist dabei, dass seine falschen Fährten und Ablenkungsmanöver sehr oft auf Vorurteilen verschiedenster Art basieren, denen sowohl die Hauptfiguren als auch das Publikum unwiderruflich erliegen. Das Katz- und Mausspiel bleibt bis fast zum Ende spannend und überraschend. Einzige Wehmutstropfen sind die Rückblenden, die manchmal ein wenig eigenartig platziert sind und somit für gelegentliche Verwirrung sorgen und der letzte Akt. Es darf vermutet werden, dass dieser nachträglich geschrieben wurde, um den Kurzfilm abendfüllend lang zu gestalten. Leider verliert sich hier der knackige Plot und die plötzlich eingeführten Charaktere verwässern die Geschichte. Doch man mag es dem Film verzeihen, da er trotz allem in seiner Gesamtheit so unglaublich viel Spaß macht.

Nicht unerwähnt bleiben soll David Hyde Pierces Performance, die diesen Film nicht trägt, sondern ihm seine einzigartige Brillanz verleiht. Von subtiler Freundlichkeit bis hin zur ausgewachsenen Psychose, Pierce spielt seine Figur dermaßen auf den Punkt, dass es eine Freude ist ihm zuzuschauen. Selten hat man so viel Empathie für einen Verrückten.

The Perfect Host

John Taylor (Clayne Crawford) trifft nicht immer die besten Entscheidungen. Nachdem er eine Bank überfallen hat, befindet er sich auf der Flucht. Obwohl er seinen Coup bis ins Detail geplant hatte, ist er jetzt verletzt und sein Gesicht auf jedem Fernsehkanal des Landes zu sehen. Er muss untertauchen und zwar schnell.
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