The Last Man on Earth

The Last Man on Earth

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Der erste letzte Mann auf Erden

Richard Mathesons Roman Ich bin Legende war von den britischen Hammer Studios optioniert worden. Dort bereitete man eine Adaption unter dem Titel „Night Creatures“ vor. Das Drehbuch wurde von Matheson geschrieben, doch das Projekt fiel durch. Wiederbelebt wurde es bei AIP, wo man zusammen mit einem italienischen Ko-Produzenten den Film stemmte.
Mathesons Drehbuch wurde von anderen Autoren überarbeitet, was dem Mann gar nicht gefiel, weswegen er das Pseudonym Logan Swanson wählte und sich von dem Projekt distanzierte. Schade eigentlich, denn obschon der Film natürlich auch eigene Wege beschreitet, hält er sich doch in vielen Dingen an Mathesons Vorlage.

Für die Hauptrolle war schnell der richtige Mann gefunden: Vincent Price, der für AIP schon bei einigen Produktionen mitgewirkt hatte. Sein Status als Horrorstar war ein Pfund, mit dem man wuchern konnte.

Die Dreharbeiten fanden in Italien statt, wobei die Regie der Newcomer Ubaldo Ragona übernahm, der danach nur noch einen Film inszenierte und dann aus dem Geschäft verschwand. Erstaunlich eigentlich, wenn man sich The Last Man on Earth ansieht. Denn dies ist ohne Zweifel einer der eindringlichsten postapokalyptischen Filme, der in wunderbarem Schwarzweiß und schön breitem Cinemascope wohl auch eine Inspiration für George A. Romeros Night of the Living Dead gewesen ist.

Die Menschheit ist an einer Seuche zugrundegegangen. Einige Opfer sind von den Toten wiederauferstanden und treiben nun ihr Unwesen. Nur Robert Neville lebt noch und muss sich gegen die Übermacht zur Wehr setzen. Dann trifft er, obwohl er es nicht für möglich gehalten hätte, einen anderen Menschen. Aber kann er dem Fremden trauen?

Im Original trägt Prices Figur den Namen Robert Morgan, in der deutschen Synchronisation hat man daraus wieder Robert Neville gemacht, um die Nähe zu Mathesons Roman noch zu unterstreichen.

Der Film steht seinen Nachfolgern Der Omega-Mann und I am Legend in nichts nach. Im Gegenteil, durch die brillante Schwarzweißphotographie wirkt er sogar intensiver, als es seine Epigonen überhaupt sein können. Price ist wie immer hervorragend und bringt eine menschliche Qualität in seine Figur ein, die ihn zu einem der besten Mimen im Horrorfach macht. Dabei kann er auf ein starkes und stimmiges Skript zurückgreifen. Über weite Strecken agiert Price allein, und man hört nur seinen von Traurigkeit getragenen Kommentar, während er seinem täglichen Werk nachgeht, die Kreaturen aufspürt und sie vernichtet.

Das Ende ist so düster-brutal, wie es Mathesons Roman ist. Es gibt keine Hoffnung für Robert Neville. Er ist die Anomalie in einer Welt, die aus den Fugen geraten ist. Er ist der wandelnde Tod, der die neue Gesellschaft bedroht. Und er ist die Legende, die ihn zum Schurken dieser neuen Welt macht.

Das Bild verfügt über einen gelungenen Kontrast und ansprechende Schärfewiedergabe. Die Vorlage ist trotz des Alters exzellent erhalten. Der Ton ist im Original schon ein wenig angeschlagen und verzerrt bei scharfen Lauten, bei der neuen deutschen Synchronisation ist dies nicht der Fall, aber dafür wirkt sie etwas zu steril und hat nicht gerade die besten Sprecher zu bieten. Das Bonusmaterial ist sehr schön geworden. Neben einer entfallenen Szene mit Charaktermoment gibt es den italienischen Trailer und eine umfangreiche Bildergalerie mit Aushangfotos und Plakaten.

The Last Man on Earth

Richard Mathesons Roman „Ich bin Legende“ war von den britischen Hammer Studios optioniert worden. Dort bereitete man eine Adaption unter dem Titel „Night Creatures“ vor. Das Drehbuch wurde von Matheson geschrieben, doch das Projekt fiel durch. Wiederbelebt wurde es bei AIP, wo man zusammen mit einem italienischen Ko-Produzenten den Film stemmte.
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