The Haunting of Whaley House

The Haunting of Whaley House

Eine Filmkritik von Lida Bach

Die Geister, die ich rief

„Mein neues Haus wird, wenn es fertiggestellt ist, der ansehnlichste, komfortabelste und bequemste Ort der Stadt oder im Umkreis von 150 Meilen sein.“, verkündete einst Thomas Whaley über seinen selbst entworfenen und errichteten Familiensitz. Heute dient der als Museum, doch das ist nicht der historische Beleg für die Verwirklichung von Whaleys Vorsatz. Im Gegenteil. Zu Ehren kam das Anwesen als ein vom US-Unternehmensinstitut abgesegnetes offizielles Geisterhaus, in dem es lebende Bewohner denkbar ungemütlich haben. Manche Projekte gehen eben von Anfang an schief. Ein architektonisches Beispiel ist Thomas Whaleys Bauwerk, ein filmisches Jose Prendes Geisterklamauk The Haunting of Whaley House.
Das berühmte Spukhaus ist das einzige Kaliforniens, abgesehen vom Winchester House, dem Star von Prendes „The Haunting of Winchester House“. Das Titelkonzept „Der Spuk von (Hausname einfügen)“ lässt sich wahrlich nicht mehr verbessern, wohl aber der Handlungsort. Winchester House war nur ein Vorspiel für den Drehbuchautor und Regisseur, der sich mit The Haunting of Whaley House an das meistbespukte Haus der USA wagt. Um allen, die amerikanisches Dämonenwesen wie Gremlins und den Mothman nur aus dem Kino kennen, einen Vergleich zu liefern, was etwaige Bewohner erwartet: sich in Whaley House einmieten wäre etwa so, als würde man in den Tower von London einziehen. Wer jetzt einwirft, dass der Vergleich hinkt, weil man in den Tower nur zu Führungen gelangt, wisse, dass es bei Whaley House genauso ist. Allerdings jagt einem dort schon bei einem harmlosen Rundgang statt Zugluft ein eiskalter Hauch aus dem Jenseits Schauer über den Nacken. Die ereilen eine Besucherin der Spuk-Sehenswürdigkeit so heftig, dass sie zusammenbricht.

Wem das nicht Gespensterkontakt genug ist, der wird wie die junge Penny Abbott (Stephanie Greco) Touristenführerin in Whaley House – ist sicher nicht gruseliger als ein Job bei McDonalds. Wem das noch nicht reicht, der macht es wie Pennys Freund Jake (Alex Arleo) und ihre Bekannten Giselle (Carolina Groppa), Vanessa (Arielle Brachfeld) und Craig (Graham Denman). Sie halten eine Geisterjagd in Whaley House, in dessen unsichere Räume die Museumsangestellte Penny ihnen Einlass verschafft. Mit dem nächtlichen Eindringen brechen die Freunde, die Spiritist Keith (Howard McNair) begleitet, eines der drei Gebote von Pennys Vorgesetzter Bethany Romero (Lynn Lowry): Nie nachts in das Haus gehen! Nie etwas im Haus kaputt machen! Nie die Geister rufen! Ehrensache, dass die Clique das als Einladung zum Pöbeln und Demolieren nach Einbruch der Dunkelheit auffasst. Im Prolog zerschlagen drei Typen ein Fenster und stellen fest, dass Geister auf nächtliche Ruhestörung empfindlich reagieren. Verständlich, denn wer tagsüber Touristen erschrecken muss, lässt sich nach Feierabend ungern nerven.

Andererseits sind die Dämonen beim Schreck einjagen so unbegabt, dass zum Wohle des Museumsbestands fähigere Gespenster angestellt werden sollten. Was die DVD-Hülle als authentischen Gruselthriller bewirbt, ist lediglich ein holpriges B-Movie, das sich bewusst der Albernheit hingibt. Die Schreckeffekte darin sind nur haarsträubend, weil sie schäbigen Geisterbahntricks gleichen. Einen gewissen trashigen Spaßfaktor bewahren sie sich zumindest, zumal Bethany mahnt, den Spuk nicht zu unterschätzen: „Dass du nicht an Geister glaubst, heißt nicht, dass sie nicht an dich glauben!“

The Haunting of Whaley House

„Mein neues Haus wird, wenn es fertiggestellt ist, der ansehnlichste, komfortabelste und bequemste Ort der Stadt oder im Umkreis von 150 Meilen sein.“, verkündete einst Thomas Whaley über seinen selbst entworfenen und errichteten Familiensitz. Heute dient der als Museum, doch das ist nicht der historische Beleg für die Verwirklichung von Whaleys Vorsatz. Im Gegenteil. Zu Ehren kam das Anwesen als ein vom US-Unternehmensinstitut abgesegnetes offizielles Geisterhaus, in dem es lebende Bewohner denkbar ungemütlich haben.
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