Surf Nazis Must Die

Surf Nazis Must Die

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Herrlich geschmacklos

„Dilettantisch inszenierter, abstrus-gewalttätiger Actionfilm, der schamlos seine spekulativen Attribute ausschlachtet.“ — So spricht der „Katholische Filmdienst“. Und wenn der das sagt, dann muss das wohl stimmen. Aber wenn solche Koryphäen von Sitte und Anstand das sagen, ist das dann nicht ein Film, den man gesehen haben muss?
Nach einem Erdbeben herrscht in Los Angeles Endzeitstimmung. Die Macht in der Stadt und vor allem am Strand teilen sich die Surf Nazis und die Samurai Surfers, wilde Banden, die einander bekriegen. Als jedoch der junge Leroy von den Nazis getötet wird, ist die Kacke am Dampfen, denn Leroys Mama ist ein sehr robustes Weib, das auf Rache sinnt.

Klingt abgedreht? Ist es auch! Als Trashfilm ist das aber schon ganz griffig, auch oder gerade obschon die Grenzen jedweden guten Geschmacks brachial überschritten werden. Wohl auch deswegen verortet man Peter Georges Film gerne im wahren Troma-Oeuvre, also den Eigenproduktionen von Lloyd Kaufmann und Michael Herz, aber tatsächlich ist dies nur ein eingekaufter Titel. Die Surf Nazis könnten aber auch gut auf die Nuke ’Em High gegangen sein, das würde auch nicht im Mindesten überraschen.

Gänzlich mit den Troma-Klassikern mithalten kann Surf Nazis Must Die aber nicht, weil der Inhalt dem herrlich abstrusen Titel nicht gänzlich gerecht wird. Mehr Sex und Gewalt, je überbordender, desto besser, hätten diesem Film gut getan, ist die Geschichte abgesehen von den Nazi-Namen doch recht konventionell geraten. Das ist dann eben doch der feine Unterschied zwischen echtem Troma-Ausschuss und dem Zeug, das die Firma gerne mal für den Verleih einkauft. Der Titel allein macht „die Film-Sensation von Cannes ‘87“ (Werbetext auf Cover!) aber zum Hingucker und verleitet trashaffines Publikum, die Scheibe einzulegen. Sehr schön auch die klassische Synchro aus einer Zeit, als selbst billigste Heuler noch mit namhaften Sprechern versehen worden sind.

Auch wenn mehr drin gewesen wäre, flott erzählte Action-Gülle ist Surf Nazis Must Die allemal, funktionieren die Gags doch, ist die Stimmung erstaunlich Beach-Movie-artig und das alles so wunderbar geschmacklos, dass man sich nur zu gerne in diesem mit sardonischem Humor ausgestatteten Film verliert.

Die neue DVD von 84 Entertainment aus der Troma Collection weist ein gutes 4:3-Bild auf. Wie üblich bei Troma-Releases gibt es eine Wundertüte an Extras. Lloyd Kaufman spricht gewohnt überzogen sein Vorwort, während Regisseur Peter George im Tromaville-Café Platz nimmt und Fragen beantwortet. Neben eher uninteressanten entfallenen Szenen gibt es auch noch ein Interview mit Produzent Robert Tinnell.

Surf Nazis Must Die

„Dilettantisch inszenierter, abstrus-gewalttätiger Actionfilm, der schamlos seine spekulativen Attribute ausschlachtet.“ — So spricht der „Katholische Filmdienst“. Und wenn der das sagt, dann muss das wohl stimmen. Aber wenn solche Koryphäen von Sitte und Anstand das sagen, ist das dann nicht ein Film, den man gesehen haben muss?
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