Share (2019)

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Nach einem Blackout bei einer Party taucht in ihrer WhatsApp-Gruppe ein Video auf, das nahelegt, dass Mandy missbraucht worden sein könnte – doch eindeutig sind die Bilder nicht. Wie soll die Schülerin damit umgehen? Und vor allem: Was ist wirklich passiert?

Share (2019)

Eine Filmkritik von Joachim Kurz

The Social Network

Als Mandy (Rhianne Barreto) nach einer wilden Party in einem Vorgarten erwacht, hat sie keine Ahnung, was geschehen ist – Filmriss. Gut, das kann schon mal vorkommen, und wie sich später herausstellt, war es auch nicht das erste Mal. Doch dann erreicht sie nach einer Weile in der WhatsApp-Gruppe ihrer Schule eine Nachricht mit einem angehängten Videoclip, der sie derangiert am Boden liegend und einige Jungs in offensichtlich sexuell angeheizter Stimmung zeigt. Mandy fragt sich daraufhin, ob sie nicht vielleicht vergewaltigt wurde. Zunächst zögert sie, sich ihren Eltern oder Lehrern anzuvertrauen, doch dann entwickelt sich eine verhängnisvolle Eigendynamik, die eine Lawine ins Rollen bringt.

Basierend auf ihren gleichnamigen Kurzfilm aus dem Jahre 2015 erzählt Pippa Bianco in sehr konzentrierter und schlüssiger Form von den Ereignissen einer Nacht und der schwierigen Suche nach der Wahrheit sowie den Konsequenzen, die aus dieser Tat erwachsen. Schnell gerät Mandy selbst unter Druck, bekommt anonyme Drohnachrichten zugesandt, ihre Freundinnen schneiden sie teilweise, ihre Eltern (Poorna Jagannathan and J.C. Mackenzie) sind zwar verständnisvoll, nehmen aber wenig Rücksicht auf die Folgen, die die anstehende Untersuchung und auch ein Prozess auf ihre Tochter haben werden. „Dann ziehen wir eben für eine Weile um“, sagt ihre Mutter an einer Stelle leichthin – für das Mädchen, das bis dahin fest in das Sozialleben ihrer Schule und des Ortes eingebunden war, eine Horrorvorstellung. Das zeigt schon, dass selbst die besten Absichten der Eltern nicht automatisch auch das Beste für das Kind bedeuten – zumal in einer Ausnahmesituation wie dieser.

Der wahre Horror aber folgt erst noch: Die zunehmende Isolation an der Schule und im Freundeskreis, die Erkenntnis, dass sie nicht mehr weiß, wem sie noch trauen kann, weil sie keinerlei Erinnerung daran hat, wer an der Tat beteiligt war – selbst ihr Freund AJ (Nicholas Galitzine) ist irgendwie involviert. Schuldgefühle wegen des übermäßigen Alkoholgenusses und weil sie selbst grobe Video-Pranks aus der Täterperspektive kennt und das Gefühl, dass mit ihr im Zustand der Hilflosigkeit etwas Schlimmes passiert sein könnte – all das erzeugt einen generellen Kontrollverlust, der Mandy schwer zu schaffen macht.

Auch die Schule reagiert nicht besonders souverän, sondern suspendiert, sie, das Opfer, wegen des Alkoholkonsums, der zu ihrem Blackout führte – eine leider immer noch häufige Verhaltensweise, die Opfer zu Tätern macht und dadurch das Leiden noch verstärkt.

Unterstützt durch den pulsierenden Score von Shlomo und die Kameraarbeit von Ava Berkofsky, die viel mit Nachtbildern und einer dunklen Palette, aber auch scharfen Kontrastierungen und verwackelten Smartphone-Bildern arbeitet, gelingt Pippa Bianco mit Share eine zwar nicht ausgereifte, aber vielversprechende Studie über Cyber Bullying und Slut Shaming sowie den daraus resultierenden Leidensweg einer jungen Frau. Ganz am Ende gibt es dann noch einen Plottwist, den man zwar ahnen konnte, der aber so knapp und pointiert inszeniert wurde, dass man schon ganz genau aufpassen muss, um diese finale Pointe auch zur Gänze zu erfassen.

Share (2019)

Nach einer wilden Partynacht entdeckt Mandy, dass eine ganze Reihe von Videoclips von ihr im halbbekleideten und sichtlich derangierten Zustand viral gegangen ist. Verzweifelt muss sie mit ansehen, wie ihr bis eben noch normales Leben aus den Fugen gerät, während sie mit allen Mitteln versucht, die Vorgänge in jener Nacht zu rekonstruieren. Zugleich versuchen ihre Freude und ihre Eltern ihr dabei zu helfen, wieder die Kontrolle über ihr Leben zu gewinnen. doch das macht es nicht gerade einfacher …

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