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Eine Filmkritik von Beatrice Behn

Perfektion in Körper und Gefühl

Los! Liegestütze! Drei Runden mit jeweils zehn Wiederholungen. Eins, zwei, drei, vier ... Fitnesstrainer sind der Horror. Sie sind hart, böse, lassen nichts durchgehen und sehen dabei so unverschämt gut und gesund aus, dass man nicht anders kann, als sich gleichzeitig für seine Wampe zu schämen, und doch irgendwie zu hoffen, dass man eines Tages auch so super fit ist. Denn wir wissen ja alle: in einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist.
Dass das allerdings ziemlicher Schwachsinn ist, beweist Andrew Bujalski in seinem neuen Film Results. Eine interessante Wahl ist das nach seinem sehr erfolgreichen Computer Chess und seiner bisherigen Verweigerung in irgendeiner Art und Weise mainstream zu werden. Immerhin ist er einer der Begründer der mumblecore-Bewegung, produzierte seine Filme bisher lieber völlig unabhängig und bannte sie mit Vorliebe auf 16mm. Results ist allerdings eher eine klassische Indie-Komödie, wobei "Indie" hier eher für einen Stil als für die Unabhängigkeit steht. Und so kommt es auch, dass erstmals etablierte Schauspieler in Bujalskis Film mitspielen.

Irgendwo in Austin, Texas hat Trevor (Guy Pearce) sein Fitnessstudio "Power 4 Life". Es ist sein Laden, klein aber fein und unabhängig, daher stetig in Konkurrenz zu den großen Ketten. Sein engagiertes Team ist das große Plus, das ihn von allen anderen unterscheidet. Vor allem seine Mitarbeiterin Kat (Cobie Smulders) zieht die meisten Kunden an. Das mag wohl an der vorteilhaften Kombination von Schönheit, einem sehr festen Hintern und unerschütterlicher Härte liegen. Als Kat das erste Mal auf der Leinwand auftaucht, joggt sie gerade durch eine Siedlung und entdeckt eine ihrer Kundinnen mit einem Muffin im Mund. Einem Muffin! Im Mund! Sie verfolgt das Auto und stellt sie zur Rede. Ja, mit Kat legt man sich besser nicht an! Das merkt auch Danny (Kevin Corrigan) sehr schnell. Der frisch geschiedene und zum Millionär gewordene Mann mit fliehendem Haar und einer schönen Wampe bestellt sie zu sich, um fit zu werden. Das geht gut, solange er macht, was sie sagt. Aber dann, in einem schwachen Moment von Einsamkeit, kommen sich die beiden näher. Allerdings nur mit ihren Genitalien, wie sich an Kats Reaktion auf weitere romantische Dates mit Danny zeigt. Überhaupt, sobald es um Gefühle geht, wird Kat sehr wütend und wortkarg. Ein Wutausbruch von Kat bringt dann Trevor auf den Plan, der Danny nach Kats Kündigung weiter coacht. Trevor und Danny werden Freunde, und da Danny einen Haufen Kohle hat und nicht weiß, wohin damit, werden sie Partner und vergrößern "Power 4 Life". Doch dann macht Trevor einen Fehler und erzählt Danny, dass er Kat eigentlich liebt, es ihr aber nie sagen oder zeigen konnte. Daraufhin dreht Danny den Spieß um, schenkt Kat seine Anteile an der Firma und coacht die beiden in Sachen romantischer Kommunikation.

Results ist ein Film voller Menschen mit absoluter Körperbeherrschung, die Worte wie Zen, Ganzheitlichkeit, Gesundheit und 4% Körperfett nur so vor sich hin beten können. Es ist ein Film voller Menschen, die Yoga machen, meditieren, ihrem Körper geben, was er braucht: grüne Smoothies, super foods etc. Und die trotzdem überhaupt nicht bemerken, was sie brauchen, und nicht die geringste Ahnung haben, wie sie ihre Gefühle verstehen, geschweige denn kommunizieren sollen. Daher wird Danny ihr Gegenstück: ein Mann, der um seine Gefühle weiß, steht den Fitnesstrainern gegenüber, deren Hüllen schön, aber furchtbar leer sind, und die nur in Fitnessmetaphern miteinander reden können.

So wunderbar diese Idee ist, diese beide Erzählstränge gehen nicht recht zusammen. Bujalski fällt es schwer, die sehr gute Grundidee durchzuexerzieren und rund zu machen. Man merkt, dass ihm diese Art des Geschichtenerzählens fremd ist, und so wandeln auch seine Figuren wie Fremdkörper über die Leinwand. Aber: Genau diese Entrücktheit, dieses nicht ganz passen, diese Eckigkeit machen Danny, Kat und Trevor zu ultimativ menschlichen Figuren. Auch wenn die meisten von uns eher wie Danny aussehen und nicht wie die 2015er Version von Barbie und Ken. Es ist gut zu wissen, dass auch der perfekte Körper nicht den perfekten Menschen macht. Darauf ein Stück Pizza.

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Los! Liegestütze! Drei Runden mit jeweils zehn Wiederholungen. Eins, zwei, drei, vier … Fitnesstrainer sind der Horror. Sie sind hart, böse, lassen nichts durchgehen und sehen dabei so unverschämt gut und gesund aus, dass man nicht anders kann, als sich gleichzeitig für seine Wampe zu schämen, und doch irgendwie zu hoffen, dass man eines Tages auch so super fit ist.
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Perfektion in Körper und Gefühl
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Daten und Fakten

Produktionsland
Filmlänge
105 Min
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