Mein Name ist Fish

Mein Name ist Fish

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Kleinstadtträume

Dies wird eine Lobeshymne. Eine Hymne auf Originale; auf Filme voller Herz, Witz, Spannung und Hingabe. Mein Name ist Fish / I’m Reed Fish hat alles davon. Eine kleine Independent-Produktion, in der mehr Seele steckt, als in vielen Big Budget Monstern aus der Traumfabrik. Regisseur Zackary Adler führt seine Jungdarsteller sicher durch das Auf und Ab der Gefühle, die mit dem Abschluss eines Lebensabschnittes einhergehen. Das ist mal tragisch, mal zum todlachen, herzerwärmend und nachdenklich – so, wie es eben auch im wirklichen Leben ist.
Reed Fish (Jay Baruchel, der nervöse Fanboy Vic aus Almost Famous) ist der Star seines Heimatkaffs Mud Meadows. Er moderiert das morgendliche Frühstücksradio, hat eine kleine lokale Fernsehsendung und wird von allen geliebt und geherzt. Außerdem steht die Hochzeit mit Kate (Gilmoure Girls-Star Alexis Bledel) an. Es könnte also scheinbar nicht besser laufen, doch wie es kommen muss, macht das Schicksal dem herrlich versponnenen Reed einen Strich durch die Rechnung. Seine Jugendfreundin Jill (ganz phantastisch: Schuyler Fisk) taucht unerwartet auf und will den Sommer in ihrer Heimatstadt verbringen. Damit bringt sie Reed völlig vom Kurs ab. Denn der ist insgeheim mit der Gesamtsituation sowieso unzufrieden und muss nun langsam Farbe bekennen. Dabei merkt er, dass ohne ihn die ganze Stadt aus dem Ruder läuft.

Mein Name ist Fish steht und fällt mit seinen Darstellern. Und da hat Regisseur Zack Adler ein goldenes Händchen bewiesen. Alexis Bledel gibt routiniert ihre Rolle der süßen Kleinstadt-Göre zum Besten, während Jay Baruchel einen herrlich verspulten Reed Fish mimt. Ihm ist es zu verdanken, dass man ihm auch in eher ungemütlichen Momenten beisteht, den Luftikus genauso abnimmt, wie den zerrissenen Tween. Zur Seite stehen ihm diverse Stars des US-Fernsehens, die mit Hingabe ihre spleenigen Kleinstädter geben. Doch alle werden überstrahlt von Sissy Spacek-Tochter Schuyler Fisk. Solch eine Lebensfreude, Ausstrahlung und auch Ernsthaftigkeit hat man schon lange nicht mehr gesehen. Da wird noch was draus.

Man sollte sich nicht vom 08/15-Cover von Mein Name ist Fish täuschen lassen. Der erste Eindruck einer weiteren Teenie Comedy, den die Aufmachung erweckt, verfliegt schon nach zwei Minuten Filmzeit. Denn Mein Name ist Fish hat nicht nur eine zuckersüße Story zu bieten. Wo manche Filme nach den berühmten Magic Moments gieren, schafft es Mein Name ist Fish (der deutsche Titel ist jetzt auch nicht so berauschend) scheinbar mühelos, die Filmmagie einzufangen, die sich wie von selbst einzustellen scheint. Und das liegt nicht nur an der originellen Film-im-Film Idee, sondern auch an einem der schönsten Filmküsse der letzten Jahre, der herzerwärmenden Liebeserklärung und, und, und…

Mein Name ist Fish

Dies wird eine Lobeshymne. Eine Hymne auf Originale; auf Filme voller Herz, Witz, Spannung und Hingabe. Mein Name ist Fish / I’m Reed Fish hat alles davon.
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