Mein Herz ruft nach Liebe - Dil Bole Happida!

Mein Herz ruft nach Liebe - Dil Bole Happida!

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Ein Fest für Herz und Sinne

Ist jene Mannschaftssportart um Batting, Runs und Pitching mit den für Nicht-Experten immens kompliziert wirkenden Regeln namens Cricket doch der Nationalsport in Indien und Pakistan, erscheint es verwunderlich, dass sie innerhalb der Spezies der Bollywood-Filme so selten Erwähnung findet. Wer bisher der Auffassung aufsaß, dass sich dieser Sport für die Verbindung mit Liebe, Romantik, Tanz und Gesang nicht eigne, dem sei Dil Bole Hadippa! – Mein Herz ruft nach Liebe von Anurag Singh empfohlen. Diese ausführliche Romanze im sportlichen Ambiente vermag es bei einer Länge von über zwei Stunden, kurzweilige, komische Unterhaltung mit prickelnder Spannung zu verbinden, wobei der emotionale Aufruhr der Protagonisten sowie die tänzerisch-gesanglichen Einlagen mit den sportlichen Aspekten ganz wunderbar harmonieren. Dass sich zu diesen Konstellationen auch noch eine sozialpolitische Komponente um die Stellung der Frau innerhalb der indischen Gesellschaft gesellt, macht Dil Bole Hadippa! – Mein Herz ruft nach Liebe zu einem gewagten Experiment innerhalb der Bollywood-Kategorie, das sich trotz einiger chaotisch erscheinender Wendungen absolut sehen lassen kann.
Die wunderschöne, sportliche Veera (Rani Mukerji) arbeitet als Allround-Künstlerin in einem kleinen Theater, wo sie durchaus auch schon einmal männliche Rollen übernimmt. Ihre Leidenschaft allerdings ist das Cricket-Spiel, wo sie zwar als beidhändige Meisterin am Schlagholz brilliert, als Frau in dieser Männerdomäne aber kaum Fuß fassen kann. So demonstriert sie lediglich bei seltenen Gelegenheiten ihre verblüffenden Fähigkeiten, bis die indische Mannschaft in Folge einer Serie von Niederlagen gegen das benachbarte Pakistan nach neuen Talenten sucht. Kurzerhand verwandelt sich die anmutige Frau in den komischen Kauz Veer, der nach anfänglichen Reibereien mit dem neuen Trainer Rohan (Shahid Kapoor) tatsächlich in die Mannschaft aufgenommen wird.

Rohan ist zwar Inder, lebt jedoch als Cricket-Profi in England und trainiert die heruntergekommene Mannschaft auf Bitten seines Vaters Vikram (Anupam Kher), der einen Sieg der Seinen gegen die pakistanischen Konkurrenten, die von seinem alten Freundes „Lucky“ Ali Khan (Dalip Tahil) trainiert werden, heftig ersehnt – nicht ohne Hintergedanken, denn auf diese Weise erhofft er sich, dass sein Sohn seine Liebe für die indische Heimat entdeckt. Es kommt, wie es kommen muss: Rohan entflammt für die aparte Veera, die er bereits kurz nach seiner Ankunft in Indien kennen lernt, wobei er den burschikosen Spieler Veer für ihren Bruder hält. Auch Veera entdeckt ihr Herz für Rohan, doch als dieser ihre täuschende Tarnung erkennt, schmeißt er sie während des entscheidenden Spiels gnadenlos aus der Mannschaft …

Verächtliche bis verheißungsvolle Blicke von eiskalt bis glühend, dynamische Choreographien in den buntesten Farben, wunderschöne Gestalten mit differenzierten Charakteren und eine thematische Vielfalt eingebettet in eine komplexe Geschichte, pfiffige Dialoge und ansprechende Situationskomik: Dil Bole Hadippa! – Mein Herz ruft nach Liebe bietet einen sinnlichen, äußerst unterhaltsamen Rausch für Emotion und Auge, der den gewohnten Bollywood-Rahmen inhaltlich in angenehmer Weise überschreitet. Das im Titel erscheinende „Hadippa“ stellt einen emphatischen Jubelschrei dar, der ganz wunderbar zu diesem lebhaften Film passt, der nach seiner Premiere im September 2009 beim Toronto International Film Festival von den Kritikern unter den Bollywood-Experten kräftig unterschätzt wurde.

Mein Herz ruft nach Liebe - Dil Bole Happida!

Ist jene Mannschaftssportart um Batting, Runs und Pitching mit den für Nicht-Experten immens kompliziert wirkenden Regeln namens Cricket doch der Nationalsport in Indien und Pakistan, erscheint es verwunderlich, dass sie innerhalb der Spezies der Bollywood-Filme so selten Erwähnung findet.
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