Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels

Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels

Eine Filmkritik von Peter Gutting

Indy wird alt

Der Retter der Welt als Retter des Kinos: Indiana Jones soll es richten und mal wieder einen richtigen Blockbuster liefern. Und zwar nicht nur in den großen Kinos, sondern auch auf den Leinwänden zahlreicher Programmkinos, wo der Held aus längst vergangenen Zeiten ebenfalls zu seiner Doppelmission antritt. In Zeiten sinkender Umsätze und rückläufiger Besucherzahlen reaktiviert man eben gerne mal wieder Helden von Damals. Das ist zwar nicht gerade innovativ, doch die Fans wird es freuen. Allerdings hat Hollywood in letzter Zeit schon des Öfteren versucht, alte Krieger zu neuem Leben zu erwecken wie etwa Sylvester Stallone als John Rambo und Bruce Willis in Stirb langsam 4.0 und nicht immer war dies von Erfolg gekrönt. Im Falle von Indiana Jones ist die Wiederauferstehung jedoch geglückt.
Zusammen 1,2 Milliarden Dollar haben die drei ersten Indiana-Jones-Filme eingespielt – ein Vielfaches der Produktionskosten, die zum Beispiel für den Erstling, den Jäger des verlorenen Schatzes, lediglich bei 20 Millionen lagen. Da lag es nahe, den alten Haudegen noch mal zum Filzhut greifen zu lassen, selbst wenn der neue Streifen 125 Millionen Dollar gekostet haben soll. Denn das Mainstream-Kino scheint derzeit fast nur noch auf Nummer sicher zu gehen: Fortsetzungen, wohin man schaut. Offensichtlich spielt es keine Rolle, dass die letzte Folge wie im Falle von Indiana Jones schon 19 Jahre zurückliegt.

Doch genug der Schelte. Regisseur Steven Spielberg, Produzent George Lucas und Hauptdarsteller Harrison Ford waren klug genug, die Bedenken wegen der langen Pause von vornherein mit einzubeziehen. Ihr erster kluger Schachzug: Sie verlegen die Handlung statt in die 1930er Jahre um gut 20 Jahre nach hinten. Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels / Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull spielt 1957, der Held ist also "natürlicherweise" ein wenig in die Jahre gekommen. Zweiter kluger Schachzug: Im Film selbst werden Witze über den "Opa" gemacht. Dritter kluger Schachzug: "Indy" erkennt im Lauf der Geschichte, dass er einen Sohn hat. Das gibt dem Abenteurerleben einen völlig neuen Touch: Für Archäologieprofessor Jones, der die Ödnis seines Berufs allzu gern gegen die Wildnis seiner Kindheitsträume tauscht, wird es höchste Zeit, erwachsen zu werden.

Ansonsten enthält das neue Abenteuer alles, was Indy-Fans erwarten. Erstens die actionreiche Jagd nach einem mysteriösen, heiligen Gegenstand mit höchster Bedeutung für das Überleben der Menschheit. Zweitens die übermächtigen Gegenspieler, hier in Gestalt der Russen. Und drittens einen Hauptdarsteller, der trotz seines Wissens und seiner Schlagkraft immer wieder in die unmöglichsten Situationen gerät. Denn das lässt Indy als Identifikationsfigur so sympathisch erscheinen: Dass er keine bloße Kampfmaschine ist, sondern Fehler macht und auf die Hilfe von anderen angewiesen bleibt.

An seiner Seite hat Indy dieses Mal den jungen Mutt (Shia LaBoeuf), einen Motorradfreak mit Elvis-Frisur, der wie alle 50er-Jahre-Helden aus dem Kämmen kaum herauskommt. Mit ihm fliegt er nach Peru, um in grauenerregenden Grabstätten nach dem Kristallschädel zu suchen. Der wurde einst aus einer sagenhaften Stadt aus Gold gestohlen. Indy und seine Freunde wollen ihn zurückbringen. Zum Team gehört erstmals wieder Indys Ex-Flamme Karen Allen als Marion Ravenwood, die ihm bereits im Jäger des verlorenen Schatzes den Kopf verdreht hatte. Aber eine zweite Frau ist mindestens genauso wichtig: Cate Blanchett mit schwarzer Prinz-Eisenherz-Frisur, die Anführerin der Russen und eine Gegenspielerin, die niemals aufgibt. Sie will den Kristallschädel, um Gewalt über die Gehirne der Menschen zu bekommen und so die Weltherrschaft an sich reißen zu können. Merkwürdig ist dabei nur, welche Schwäche die eiserne Kämpferin für esoterische Gedanken hat. Sollte am Ende das Streben nach dem absoluten Wissen doch in sein Gegenteil umschlagen?

Professor Jones ist bescheidener. Er scheint zu wissen, dass sich die großen Menschheitsfragen am Ende auf das kleine private Glück reduzieren: einen Sohn zeugen, eine Frau heiraten und es gut sein lassen mit den lieben oder weniger lieben Göttern. Ob sich Indy allerdings endgültig aufs Altenteil zurückzieht, lässt der Film offen. In einer Szene greift sein Sohn nach dem berühmten Filzhut des Helden – so als würde er nun die Nachfolge antreten. Aber am Ende hat der Vater den Hut auf – mit einem Lächeln, das so undurchsichtig ist wie unnachahmlich.

Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels

Der Retter der Welt als Retter des Kinos: Indiana Jones soll es richten und mal wieder einen richtigen Blockbuster liefern. Und zwar nicht nur in den großen Kinos, sondern auch auf den Leinwänden zahlreicher Programmkinos, wo der Held aus längst vergangenen Zeiten ebenfalls zu seiner Doppelmission antritt.
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Meinungen
HaHaHaHaHaHa · 30.08.2011

Selten so gelacht! Der Film ist von vorne bis Hinten die absolute Peinlichkeit.
122 min. fremdschämen für einen Renter mit Cowboyhut und Peitsche. Die Zeit hätte man sinnvoller verbringen können z.B. damit gegen eine weiße Wand schauen.

schulranzen · 07.03.2009

Ich hab mir Indiana Jones III auf DVD angesehen und kann den Film nur weiter empfehlen. Coole Action und tolle Sprüch so sollte ein Film sein.

alex_hd · 28.06.2008

Klassicher Indy!
Nicht alles so ganz realistisch, aber dennoch eine wirklich gelungene Fortsetztung.

Wirklich unterhaltsames Kino!
Hut ab vor Mr. Ford...oder besser Hut auf!;-)

Vorsicht! · 29.05.2008

Achtung! Post unter diesem enthält massive Spoiler! Nicht lesen, wenn man sich die Überraschung nicht verderben möchte.

derweissewal · 27.05.2008

Herrlich, dass man auch hier auf die üblichen Spoiler-Wichtigtuer trifft ... :-(

dww

· 26.05.2008

der film ist bis zur mitte klasse, das ende mit dem start des raumschiffes der ausserirdischen absoluter schmarrn. das hätte nicht sein müssen !!!!!!!!!! - das ist kein indy-style !

· 23.05.2008

die story des films ist sehr durchwachsen, viele unrealistische szenen, film ist eine farce

Sinan · 21.05.2008

der neue Indy film ist wie er sein sollte! Einfach nur Fun :-) von mir 5 Punkt!

Kommentare

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