Hardcover

Hardcover

Eine Filmkritik von Markus Fritsch

Möchtegern-Schriftsteller und Pseudo-Gangster

Es hätte witziger werden können. Mit Christoph (Lucas Gregorowicz) und Dominik (Wotan Wilke Möhring) treffen in Hardcover zwei Typen aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein können. Christoph, 31, ein gut aussehender, aber frustrierter Single, schreibt Groschenromane für eine Krimi-Reihe rund um den Helden Nick Sturm. Eigentlich träumt er ja von einer Karriere als "richtiger" Schriftsteller. Doch leider fallen ihm nur klischeehafte, plakative Szenen ein.
In seinem Alltag geht er Konflikten aus dem Weg. Schüchtern und introvertiert meidet er jeden Streit. Lieber frisst er den Ärger in sich rein. Da sein Geld nicht reicht, muss er sich bei einer Autovermietung etwas dazu verdienen. An einem Arbeitstag wird er Zeuge eines dreisten Autodiebstahls den Dominik, "Dom" genannt, begeht. Dieser holt sich einfach die Schlüssel eines BMW aus dem Laden, setzt sich ins Auto und braust davon. Dominik ist ein halbkrimineller Ganove aus dem Szenekreis des Kiez-Königs Chico (Justus von Dohnànyi). Er ist weit davon entfernt ein professioneller Gangster zu sein. Ab und zu darf er mit Chicos großem Hund Gassi gehen. Und bei Marihuana-Deals ist er selbst sein bester Kunde. Große Sprüche reißen, das kann er gut, was man von seinen sonstigen kriminellen Aktivitäten nicht gerade behaupten kann. Mit seiner Freundin Sandy (Lisa Maria Potthoff) hat er ständig Ärger, meistens wegen finanziellen Problemen.

Zunächst ruft Christoph die Polizei. Doch nachdem Dom von der Polizei gefasst wurde, kommt Christoph auf dem Revier bei der Gegenüberstellung eine geniale Idee. Er will Dom zu Recherchezwecken als Informanten benutzen, um dann das Ganze authentisch für einen Kriminalroman umsetzen zu können. Nach anfänglichen Misstrauen freunden sich Dom und Christoph an. Dom ist begeistert von der Idee, als Hauptfigur in einem Kriminalroman zu erscheinen. Wie in einer Komödie üblich, schlittern die Beiden von einer abstrusen Situation in die Nächste.

Hardcover lebt von der intensiven Beziehung der beiden Hauptdarsteller, die unterschiedlicher kaum sein könnten. In der Form des "odd couple" prallen zwei Klischeewelten aufeinander. Was zunächst von Regisseur und Autor Christian Zübert (Lammbock, Der Schatz der Weißen Falken) gut gemacht erscheint, dem fehlt bei genauerer Betrachtung die Würze. Situationskomik und witzige Dialoge sind zwar durchaus vorhanden, aber man hätte mehr daraus machen können. So aber bleibt die Komödie im Mittelmaß stecken. Ein paar gute Gags wie ein Golfball im Hintern von Chico und ein handyfressender Hund dürften deftige Lacher beim Publikum erzielen. Insgesamt ist dies aber zu wenig, um eine rasante Komödie über 90 Minuten zu füllen.

Sicher, Hardcover wird sein Zielpublikum erreichen. Zuschauer, die auf Filme wie Allein unter Frauen und Kleine Haie stehen, werden auch ihren Spaß in Hardcover haben. Mehr aber nicht. Viel Humor und Tempo wird durch die Hauptfigur des Christophs gebremst, die zu steif und oberlehrerhaft erscheint, so dass auch die Beziehung zu der polnischen Tabledancerin Ewa (Anna Dereszowska) nicht knistert. Christoph bleibt in seinem Charakter zu statisch. So ist die erotische Anna Dereszowska die eigentliche Entdeckung des Films. Lasziv und mit viel Sexappeal spielt sie ihre Rolle. Wotan Wilke Möhring (u.a. Nichts als Gespenster, Das Experiment) und Justus von Dohnàny (u.a. Der Untergang, Bis zum Ellenbogen) haben da schon größere Möglichkeiten, ihre typenhaften Charaktere mit Leben zu füllen und auszuspielen. Perfekt passen sie in die halbseidene Proletenwelt des Düsseldorfer Kiezes.

Nach Lammbock und Der Schatz der weissen Falken ist Hardcover die dritte Produktion von Christian Zübert mit der "Little Shark Entertainment GmbH". Tom Spieß und Sönke Wortmann sind die ausführenden Produzenten. Wer den Humor von Lammbock mochte, der wird auch bei Hardcover auf seine Kosten kommen. Allerdings bleibt der Film hinter seinem Vorgänger zurück und erreicht nur selten dessen Klasse.

Hardcover

Es hätte witziger werden können. Mit Christoph (Lucas Gregorowicz) und Dominik (Wotan Wilke Möhring) treffen in Hardcover zwei Typen aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein können.
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Meinungen
Julie29 · 04.01.2009

Ein Film von dem man leider wenig gehört hat...Sehr gut und detailreich gezeichnete Hauptcharaktere- bis hin zum Style der Freundin und Wohnung von "Dom"+ passendem "Möchte-gern Gangsta- Rapper- Gehabe". Schüchterner "Lehrertyp" überzeugend unüberzeugend als "echter Kerl". Bekannte Stereotype vielschichtig, sympathisch dargestellt.

Bollien · 05.04.2008

Der Film ist wirklich zu empfehlen.
Habe in diesem Film auch selber ne kleine Startistenrolle gehabt und das war schon sehr gut.
Doch der ganze Film hat meine erwartungen übertroffen
Einfach super.

polomaniac · 28.03.2008

hammer... war komparse,...
die drei jungs bei dunkel heit, unter der brücke!!!

Brit · 27.03.2008

super film - allerdings wird man den film nur dann lustig finden, wenn man sinn für trockenen, ironischen und intelligenten humor hat!
der film strotzt nur vor genialen szenen, wenn man die ersten minuten hinter sich gebracht hat.

Tim · 26.03.2008

ich habe mir den Film in der SneakPreview angeguckt und muss sagen das ich echt überrascht von diesem selten sehr guten Film :-) Nicht nur zu schmunzeln, sondern auch echtes Lachen garantiert.

F. · 21.03.2008

Kann mich meiner Vorrednerin nur anschließen war wirklich ein herrlicher Film!
War ebenfals in der Sneak (vllt. sogar in der selben? ;) ) und kann den Film wärmstens empfehlen.
Hier ist die Bewertung von der Sneak wo ich war:
http://www.cineplex.de/kino/tree/node1559/city23/
Ist denk ich mal recht eindeutig die Bewertung :)
Viel Spass jedem der dort reingeht!

Nora · 20.03.2008

ich hab den Film gestern in der Sneak gesehen und ich hab mich nicht mehr eingekriegt vor lachn....manche sprüche waren wirklich so lustig...vor allem Dome hats gebracht. ich kann den Film nur empfehlen!

Kommentare

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