Eagle vs Shark

Eagle vs Shark

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Eine romantische Liebeskomödie ganz besonderer Art

Im Grunde sind es die ganz großen Themen wie Liebe, Familienbande und lang aufgeschobene Rache an einem Peiniger aus Kindheitstagen, die dieser Film aus Neuseeland auf leichte, heitere und mitunter auch rührende Weise präsentiert. Eagle vs Shark kann durchaus als romantische Liebeskomödie bezeichnet werden, wobei die Handlung wie die Charaktere allerdings nicht ins übliche Schema passen, sondern ihren ganz eigenen, erfrischend anderen Charme entwickeln, der jenseits der Sphäre liegt, die im Allgemeinen als begehrt angesehen wird. Hier sind es die Freaks, die Underdogs, die schrägen, doch unbeirrt individualistischen Typen, deren Geschichte erzählt wird und deren skurrile kleine Welt mit ihren reichlich präsenten Schrullen und Tücken überraschend anregende Unterhaltung bietet.

Lily (Loren Horsley) arbeitet in einem Fast Food Laden und lebt mit ihrem Bruder Damon (Joel Tobeck) zusammen, der ebenso wie sie selbst ein recht kauziges Wesen hat. Die junge, immer ein wenig unbeholfene und naiv wirkende Frau ist ganz auf die große Liebe im Leben konzentriert und hat den misantropischen Aufschneider Jarrod (Jemaine Clement), der in einer Videothek angestellt ist, als Ziel ihrer Sehnsüchte auserkoren. Eine tierische Kostümparty schließlich führt den Hai und den Adler zusammen, und von nun an ist es ein turbulentes Gefecht, Jarrod davon zu überzeugen, dass Lily genau die richtige Partnerin für ihn ist.

Damon fährt die beiden zu Jarrods wahrhaft abgefahrener Familie, denn der Adler hat in seiner Heimatstadt noch eine Rechnung offen. Der Empfang durch die Sippe gestaltet sich mehr oder weniger herzlich, aber Lily findet mit ihrer schlichten, freundlichen Natur zunehmend Symphatien, wobei sich die Interaktionen durch köstliche Ambivalenzen auszeichnen. Doch Jarrod, dem sehr daran gelegen ist, mit seiner neuen Freundin anzugeben, distanziert sich zusehends von Lily, zumal er sich ganz seinen Vorbereitungen zur Rache an einem früheren Widersacher widmen will: Er fordert den einstigen Jungen zu einem Kampf heraus, der ihn in seiner Kindheit gnadenlos schikaniert hat. Als er sich von Lily trennt, will sie zunächst sofort abreisen, doch sie bleibt und entfaltet in dem hartnäckigen Bestreben, Jarrod zurückzuerobern, ganz neue Energien ...

Es ist der ganz spezielle Ton zwischen urkomischer Direktheit und krasser Beleidigung in Kombination mit ganz zauberhaft schrulligen Bildern, der den derben Charme dieser Komödie ausmacht, die eine überwiegend harmlose Ver-rücktheit als selbstverständliche Normalität der Figuren transportiert, und das mit einer Konsequenz, die den Film auf Grund eines fehlenden Kontrastsystems über eine drohende Lächerlichkeit erhebt. Doch zu lachen und zu schmunzeln gibt es dabei jede Menge, denn allein schon die bei Zeiten minimalistischen Dialoge transportieren eine explosive Komik.

Eagle vs Shark ist das Spielfilmdebüt des Regisseurs und Drehbuchautors Taika Waititi alias Taika Cohen, der sich bereits mit außergewöhnlichen, mehrfach prämierten Kurzfilmen wie Tama tu (2005) und Two Cars, One Night (2003), der für einen Oscar nominiert war, einen Namen gemacht hat. Auch dieser gelungene Auftakt wurde auf mehreren Filmfestivals nominiert und ausgezeichnet, und in der Tat hat diese Inszenierung Qualitäten, die über die spontane, wohlige Vergnüglichkeit hinausragen. Hier geht es um eine unumwundene Menschlichkeit, die resignationsfreie Akzeptanz der eigenen Persönlichkeit und nicht zuletzt um den Mut zu Liebe und Verbundenheit – und das auf eine ebenso heftige wie witzige Weise, die den Fokus auf die angenehmen Aspekte des Andersseins lenkt.
 

Eagle vs Shark

Im Grunde sind es die ganz großen Themen wie Liebe, Familienbande und lang aufgeschobene Rache an einem Peiniger aus Kindheitstagen, die dieser Film aus Neuseeland auf leichte, heitere und mitunter auch rührende Weise präsentiert.

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