Drei Männer im Schnee

Drei Männer im Schnee

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Eine Kästner-Verfilmung

Geheimrat Schlüter (Paul Dahlke) besitzt die gleichnamigen Fabriken und ist ein untypischer Millionär, der sich wenig um Geschäfte und die feine Gesellschaft kümmert, gern Hausmannskost zu sich nimmt und gemeinsam mit seiner Tochter Hildegard (Nicole Heesters), seinem Diener Kesselhut (Günther Lüders) und der Hausdame Kunkel (Margarete Haagen) in seiner Berliner Villa lebt. Als er sich inkognito an einem Preisausschreiben seiner eigenen Firma beteiligt und unter dem Namen Schulze postlagernd den zweiten Preis gewinnt, der ihm einen kostenlosen Aufenthalt im Bruckbeurener Grandhotel beschert, beschließt Schlüter, dort als armer Schlucker aufzutreten, um einmal seiner Rolle als Millionär zu entkommen und gleichzeitig die Menschen zu testen – wie wird man in diesem gehobenen Ambiente auf einen augenscheinlich minderbemittelten Gast reagieren?
Während Schlüter sich mit gebrauchten Utensilien für seine Reise eindeckt, packt auch der Gewinner des ersten Preises seinen schäbigen Koffer, denn Dr. Fritz Hagedorn (Claus Biederstaedt) ist bereits eine Weile ohne Anstellung, hilft nach eigener Aussage seiner Mutter (Alma Seidler) ihre kleine Witwenrente aufzufressen und hätte den Preis nur allzu gern gegen Bares eingetauscht, doch seine entsprechende Vorsprache bei den Schlüter-Werken bleibt erfolglos. Was weder Hagedorn noch der alte Schlüter ahnen: Dessen Tochter Hildegard hat in Sorge um das kindliche Gemüt ihres Vaters heimlich mit dem Grandhotel Kontakt aufgenommen und die Ankunft des verkleideten Millionärs angekündigt. Doch es kommt, wie es kommen muss: Während der verblüffte Hagedorn dort wie ein Thronfolger verwöhnt wird, hagelt es für Schlüter alias Schulze Schikanen ...

Drei Männer im Schnee nach dem Roman und auch dem Drehbuch von Erich Kästner unter der Regie von Kurt Hoffmann funktioniert mit dem authentischen Sprachwitz des Schriftstellers ganz ausgezeichnet als flotte Schwarzweiß-Komödie der 1950er Jahre, die auf ungeheuer charmante Weise und mit einem großartigen Ensemble im Stile jener Zeiten den Stoff einer kuriosen Verwechslung, einer dicken Männerfreundschaft und letztlich einer sanften Liebesgeschichte in humoriger Manier vereint. Da nehmen die Protagonisten Urlaub von ihrem gewöhnlichen Leben, stürzen sich oder werden in eine andere Identität gestürzt, und in diesem Szenario der einmal ganz anderen Erfahrungen gedeiht die Lebensfreude derart prächtig, dass das Zuschauen ein ebensolches Vergnügen ist – ein wunderbarer Wohlfühl-Film, dessen vielschichtige, hintergründige Moral unaufdringlich mitschwingt.

Drei Männer im Schnee

Geheimrat Schlüter (Paul Dahlke) besitzt die gleichnamigen Fabriken und ist ein untypischer Millionär, der sich wenig um Geschäfte und die feine Gesellschaft kümmert, gern Hausmannskost zu sich nimmt und gemeinsam mit seiner Tochter Hildegard (Nicole Heesters), seinem Diener Kesselhut (Günther Lüders) und der Hausdame Kunkel (Margarete Haagen) in seiner Berliner Villa lebt.
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