Blue in the Face - Alles blauer Dunst

Blue in the Face - Alles blauer Dunst

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Eine wohlige Wucht des alltäglichen Wahnsinns

Da hat sich Anfang der 1990er Jahre der Regisseur Wayne Wang mit dem Schriftsteller Paul Auster getroffen, dessen kurze Erzählung Auggie Wrens Weihnachtsgeschichte, die in der New York Times erschien, ihn nachhaltig berührt hatte. Nach einem gemeinsamen Streifzug durch Brooklyn entstand die Idee, über die Protagonisten dieser Kurzgeschichte und weitere markante Charaktere in ihrem ureigenen Ambiente zusammen einen episodisch angelegten Film zu drehen. Smoke – Raucher unter sich / Smoke, der 1995 auf der Berlinale seine Premiere feierte, dort mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet wurde und später noch einige weitere bedeutende Nominierungen und Preise erhielt, präsentiert ein illustres Ensemble an Filmpersönlichkeiten wie Harvey Keitel, William Hurt und Forest Whitaker, und nach Abschluss der Dreharbeiten enstand innerhalb von wenigen Tagen der atmosphärisch daran anschließende Film Blue in the Face – Alles blauer Dunst, der weitere Geschichten aus Brooklyn erzählt, die mit berühmten Protagonisten wie Lou Reed, Michael J. Fox, Roseanne Barr und Jim Jarmusch aufwarten.
Der Alltag im dicht besiedelten New Yorker Stadtbezirk Brooklyn mit seinen banalen wie kuriosen Geschichten ist der wahre Hauptdarsteller der unorthodoxen Komödie Blue in the Face – Alles blauer Dunst, der nun bei Arthaus als einzelne Blu-ray Disc erscheint. Ein Kommen und Gehen der Kunden des aus Smoke bekannten Tabakladens sowie Momentaufnahmen ihres bewegten Daseins bestimmen die fragmentarische Dramaturgie, kommentiert von einem seltsam bebrillten Mann (Lou Reed), der die improvisatorisch entstandenen Sequenzen zusammenhält. Dieses locker installierte, von heftigen Stimmungen und filigranen Nuancen getragene Porträt einer schillernden, pulsierenden Lebenswelt mit ihrem extrem ambivalenten Charakter stellt eine tragikomische Liebeserklärung an die gewöhnlichen wie schrägen Äußerungen und Befindlichkeiten von Menschen dar, deren unterschiedliche Schicksale auf einem ganz besonderen Territorium zusammentreffen und dort in einer eigensinnigen Kultur kulminieren. Dieses turbulente wie ansprechende Arrangement der Herren Auster und Wang transportiert eine kleine Wucht des wohligen Wahnsinns, der die menschliche Existenz prägt.

Blue in the Face - Alles blauer Dunst

Da hat sich Anfang der 1990er Jahre der Regisseur Wayne Wang mit dem Schriftsteller Paul Auster getroffen, dessen kurze Erzählung "Auggie Wrens Weihnachtsgeschichte", die in der New York Times erschien, ihn nachhaltig berührt hatte. Nach einem gemeinsamen Streifzug durch Brooklyn entstand die Idee, über die Protagonisten dieser Kurzgeschichte und weitere markante Charaktere in ihrem ureigenen Ambiente zusammen einen episodisch angelegten Film zu drehen.
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