21 Bridges (2019)

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Killerhatz extrem! Um zwei Kriminelle zu fassen, die bei einem schiefgelaufenen Überfall mehrere Polizisten erschossen haben, wird Manhattan für einige Stunden komplett abgeriegelt. Entspringt aus dieser Krisenlage ein spannungs- und wendungsreicher Großstadtthriller?

21 Bridges (2019)

Eine Filmkritik von Christopher Diekhaus

Ausfahrt versperrt

Manche Filmideen sind derart prägnant, dass umgehend große Hoffnungen auf ein packendes Kinoerlebnis geweckt werden. So auch im Fall des Cop-Thrillers „21 Bridges“, der mit der kompletten Abriegelung Manhattans während einer Verbrecherjagd wirbt. Umso ärgerlicher ist es, wenn sich eben dieser griffige Einfall als Köder ohne Substanz entpuppt. Brian Kirks schnörkelloser Großstadtreißer hat durchaus gelungene Passagen zu bieten, verschenkt aber einiges an Potenzial und landet irgendwo im grauen Mittelmaß.

NYPD-Detective Andre Davis (Chadwick Boseman) gilt als kompromissloser Gesetzeshüter mit einem besonders lockeren Finger am Abzug. Auf sein Konto gehen bereits diverse tote Gangster, wobei stets – das betont er auch vor der neuen Untersuchungskommission – Notwehrsituationen vorgelegen hätten. Die Chance, seinen zweifelhaften Ruf aufzubessern, bekommt er, als eines Nachts ein Überfall auf ein Weingeschäft aus dem Ruder läuft. Die Kleinkriminellen Michael Trujillo (Stephan James) und Ray Jackson (Taylor Kitsch) wollen eigentlich nur die angeblich dort lagernden Drogen, rund 30 Kilogramm, einstecken, finden seltsamerweise jedoch eine viele größere Menge vor und werden plötzlich von Streifenpolizisten überrascht. In einer wilden Schießerei sterben gleich mehrere Beamte. Da die beiden Räuber auf ihrer anschließenden Flucht geblitzt werden, hat der herbeigerufene Davis erste Anhaltspunkte für ihren Aufenthaltsort und lässt Manhattan, das Herz New Yorks, bis zum Morgengrauen abriegeln.

Regisseur Brian Kirk und die Autoren Adam Mervis und Matthew Michael Carnahan verschwenden keine Zeit mit einer umfassenden Einführung. Über den Protagonisten erfahren wir lediglich, dass er ein Cowboy-Image hat und dass sein beruflicher Weg durch seinen Vater, einen im Dienst ermordeten Polizisten, vorgegeben wurde. Sehr schnell läuft dann die fieberhafte Suche nach den Cop-Killern an, die aufgrund der weiträumigen, auf wenige Stunden begrenzten Absperrung permanenten Nervenkitzel verspricht. Nach und nach kristallisiert sich allerdings heraus, dass die von Davis ergriffene Krisenmaßnahme nicht viel mehr als schmückendes Beiwerk ist. Hier und da kreisen Helikopter über den Hochhaustürmen. Immer mal wieder geraten Fernsehberichte in den Blick. Und doch spürt man nicht, dass die Stadt, die bekanntlich niemals schläft, gerade einen Ausnahmezustand erlebt. Alles scheint irgendwie seinen gewohnten Gang zu gehen. In der Bevölkerung macht sich keinerlei Verunsicherung breit. Und auch der Druck auf die Flüchtenden ist trotz brenzliger Situationen nicht stark genug, um echte Sogwirkung zu entfalten.

Phasenweise treibt Kirk durchaus den Puls des Publikums mit handgemachten, überzeugend choreografierten Actionszenen nach oben. Auf einem konstant hohen Niveau hält sich die Spannung aber nicht, was vor allem an einem recht generischen, wenig überraschenden Drehbuch liegt. Die Verschwörung, die sich hinter dem desaströsen Raubzug verbirgt, kündigt sich überdeutlich an. Mehr als einmal wirkt ein Handlungsschritt nicht ganz glaubwürdig. Und auch der Versuch, den rauen, nicht selten undankbaren Polizeialltag zu thematisieren, kommt über lieblos hingeworfene Plattitüden nicht hinaus. Während Hauptdarsteller Chadwick Boseman ausreichend Gelegenheit bekommt, seine Präsenz unter Beweis zu stellen, bleibt der für seine Rolle in Whiplash mit einem Oscar ausgezeichnete Charakterkopf J. K. Simmons als knurriger Captain McKenna sträflich unterfordert. 21 Bridges ist allein wegen der kompetenten Inszenierung kein Fiasko, fällt am Ende aber in die Kategorie Film, die man sich anschaut und kurz nach dem Kinobesuch wieder vergessen hat.

21 Bridges (2019)

Ein in Ungnade gefallener Polizist entdeckt im Rahmen der Jagd nach einer Polizistenmörder, dass zahlreiche seine Kollegen Teil einer kriminellen Verschwörung sind. Während der fieberhaften Fahndung nach dem Täter wird Manhattan zum ersten Mal in seiner Geschichte von der Außenwelt abgeschnitten, so dass niemand über die insgesamt 21 Brücken kommt, die Manhattan mit dem Rest der Welt verbinden.

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Meinungen
megaFan · 11.07.2019

Die Action sieht grandios aus. Bin sehr gespannt und kann es kaum erwarten

Kommentare

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