Queen Bees (2020)

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Helen soll, während ihr ausgebranntes Haus renoviert wird, in einer Seniorenresidenz wohnen. Dort gibt es neben einer Clique äußerst fieser Ladies auch noch einen Charmeur alter Schule. Solide gemachte romantische Komödie im Seniorenheim, die vor allem durch ihre Starbesetzung überzeugen kann.

Queen Bees (2020)

Eine Filmkritik von Melanie Hoffmann

Schlimmer als die High School

In eine Seniorenresidenz ziehen? Nie und nimmer! Solange man sich um seinen eigenen Haushalt kümmern kann, gibt es dafür ganz sicher keinen Grund, oder vielleicht doch? Helen (Ellen Burstyn) jedenfalls hat sich gut in ihrem Leben eingerichtet. Die verwitwete Rentnerin lebt in ihrem schön eingerichteten Haus, pflegt den Garten, kocht und putzt und freut sich des Lebens. Zwar krittelt sie immer wieder mal an ihrer Tochter Laura (Elizabeth Mitchell) rum, aber umso mehr freut sie sich, wenn Enkel Peter (Matthew Barnes) sie vom College besuchen kommt. Dann wird gewitzt über Literatur gesprochen und sie ist ganz in ihrem Element.

Bis zu dem Tag, als Helen den Herd an lässt, während sie kurz den Müll rausbringt. Die Türe fällt ins Schloss, und sie muss mitansehen, wie ihr Haus fast komplett ausbrennt. Tochter Laura sieht nur einen Ausweg: Helen soll in ein Heim, bis die Renovierung abgeschlossen ist. Zwar weiß Helen, dass sie ihre Freiheit keineswegs aufgeben möchte, aber für den einen Monat wird das schon irgendwie klappen, und so lässt sie sich darauf ein. Auch Peter redet ihr gut zu. 

Doch so ein Altersheim bietet heutzutage mehr als nur Bingo-Nachmittage. Helen fühlt sich bald zurückversetzt in Zeiten der High School, als die coolen Mädels sie nicht am gleichen Tisch sitzen lassen wollten, alle den Sportlehrer anflirteten und sie vom Bridge-Club gedisst wurde. Bis Sally (Loretta Divine) von den „Queen Bees“ ihr erklärt, dass dieses Altenheim eben nicht wie die High School ist, sondern schlimmer: An der High School machst du deinen Abschluss, und hier erwartest du einfach deinen Tod. Wo ist sie da nur hineingeraten?

Da kommt Dan Simpson (James Caan) gerade recht. Der alte Charmeur hat nichts Besseres zu tun, als Helen zu umwerben — und muss schnell feststellen, dass die Sprüche, die er vor fünf Jahrzehnten bei Frauen so gebracht hat, heute nicht mehr viel wert sind. Aber dennoch lässt Helen sich ganz langsam auf diese fast vergessenen Gefühle ein.

Eine Handlung dieser Art haben wir hier und da schon gesehen, zugegeben, der Stoff könnte auch in einem vielleicht noch seichteren Fernsehfilm versanden. Viele Klischees kommen hier zusammen und werden auf die beinahe gleiche klischeehafte Weise auch wieder demontiert. Die Bilder der Seniorenresidenz sind weichgezeichnet, hier könnte man sich sogar einen recht netten Lebensabend vorstellen. Keine Spur von Pflegenotstand, dem immer gleichen, unoriginellen Kantinenessen oder dem Basteln von Kastanienmännchen. Eine heile Pflegewelt quasi. Aber wirklich viel Überraschendes kommt hier nicht zusammen.

Die leichte Komödie lebt vor allem vom Charme von Ellen Burstyn. Die Interaktion mit ihrem Enkel, ihrer Tochter und schließlich James Caan als Dan Simpson, der ihr galant den Hof macht, ist großartig, und der Zuschauer verliebt sich schnell in die würdevoll gealterte und gewitzte Lady. Neben Ellen Burstyn ist Matthew Barnes als Enkel Peter der große Sympathieträger. Er hat einen ausgesprochen guten Draht zu seiner Großmutter und berät sie auch mal abseits des von Mutter vorgegebenen Protokolls. Nicht die Handlung an sich ist die treibende Kraft, sondern die geistreichen und flotten Dialoge. Und die Clique der „Mean Girls“ unter der Führung der fiesen Janet (Jane Curtin) sind das Salz in der Suppe. Die Riege alter Stars macht den Film schließlich durchaus sehenswert. 

Queen Bees (2020)

Nachdem sie der Verlegung in einer Pflegeeinrichtung nur widerwillig zugestimmt hat, findet sie dort rasch Anschluss an eine Gruppe herrlich widerständiger Frauen und trifft auf einen attraktiven Witwer.

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