Patema Inverted

Patema Inverted

Eine Filmkritik von Patrick Holzapfel

Wenn die Welt kopfsteht

Patema Inverted ist ein Film, den man ganz lange sehr lieb gewinnt, bis man nach und nach merkt, dass sich hinter einer wundervollen Idee, die in zum Teil schwerelosen Bildern umgesetzt wird, nicht wirklich eine Welt auftut. Regisseur Yasuhiro Yoshiura erprobt sich wie in seiner Anime-Webserie Time of Eve an einer dystopischen Zukunft, die in diesem Fall als Allegorie auf das Post-Fukushima Japan verstanden werden kann.
Nach einer von Menschen verursachten Naturkatastrophe wird die Schwerkraft in weiten Teilen der Welt aufgehoben. Im Zentrum der Handlung steht die junge Patema, frech und neugierig. Sie lebt in einer Untergrundwelt, in der die Schwerkraft sich genau gegenteilig zur eigentlichen Welt verhält. Nur davon weiß Patema nichts, bis sie eines Tages aus der an das Videospiel „Fallout“ erinnernden Dunkelheit in einen Abgrund stürzt und auf der anderen Seite alles auf dem Kopf steht.

Auf der „wahren“ Welt gelandet, trifft Patema auf ihren Seelenverwandten Age. Ein verträumter Schuljunge, dessen Vater bei einem versuchten Flug zu den Sternen umgekommen ist. Sie entdecken, dass sie sich fliegend fortbewegen können, wenn sie sich aneinander festhalten. Und sie bemerken auch schnell, dass sie nichts von der Existenz der jeweils anderen Seite wissen dürften. Mächtige Männer versuchen, die beiden Welten zu trennen und die, deren Schwerkraft auf dem Kopf steht, zu vernichten. Sie machen sofort Jagd auf das junge Duo.

Schnell stürzt einen der Film in physikalische Probleme, die gemeinsam mit den virtuosen Bilddrehungen, den schnellen Perspektivwechseln und der ständigen Fall- oder Schwebebewegung tatsächlich einen Schwindel im Zuseher erzeugen können. Mit der physikalischen Logik nimmt es Yoshiura nämlich nicht so genau und so wird mal langsam und mal schnell geflogen und mal scheint oben unten zu sein und unten oben.

So entfaltet Patema Inverted eine flotte Abenteuergeschichte auf der Suche nach der verlorenen Schwerkraft und nach neuen Welten. Dazwischen spielt der Film gekonnt mit der sich anbahnenden Liebesgeschichte zwischen Patema und Age, die er immer wieder bricht und dann doch den Gesetzen des Animes folgend äußerst emotional entfaltet. Manchmal erinnert die Musik tatsächlich an Aufzugmusik, was natürlich — ob intendiert oder nicht — passender nicht sein könnte.

Doch vor allem im letzten Drittel hängt Yoshiura zu sehr an seiner eigenen Finesse. Immer wieder fliegen und schweben Figuren durch den Raum und so richtig will weder die politische Allegorie mitsamt ihrem Aufruf zur Rebellion noch die pauschale Toleranz-Botschaft funktionieren. Das liegt zum einen an einer flachen Charakterzeichnung und zum anderen daran, dass es bei aller romantischer Schönheit, die diese Idee in sich trägt, dann doch nicht ganz nachvollziehbar ist, warum man Menschen mit entgegengesetzter Schwerkraft als absonderlich und gefährlich einstuft.

Wenn es dem Film wirklich um eine Fukushima Aufarbeitung gegangen wäre, hätte er drastischer über Deformation und Ängste sprechen müssen. Auch Potenzial für eine Inception-artige Actionshow am Rande der Schwerkraft wird trotz einiger gelungener Anklänge nicht ausgespielt. So bleibt ein fast durchweg unterhaltsamer Anime, der einen durch seine visuelle Idee deutlich mehr beschäftigt als durch seine Form oder Handlung.

Patema Inverted

„Patema Inverted“ ist ein Film, den man ganz lange sehr lieb gewinnt, bis man nach und nach merkt, dass sich hinter einer wundervollen Idee, die in zum Teil schwerelosen Bildern umgesetzt wird, nicht wirklich eine Welt auftut. Regisseur Yasuhiro Yoshiura erprobt sich wie in seiner Anime-Webserie „Time of Eve“ an einer dystopischen Zukunft, die in diesem Fall als Allegorie auf das Post-Fukushima Japan verstanden werden kann.
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Meinungen
Hawkeye · 11.01.2021

Muss ich voll und ganz widersprechen. Erst mal wird die Schwerkraft der Personen nicht aufgehoben Sondern invertiert. Schwerelose Menschen würden nicht einfach mal so spontan in den Himmel fallen. Das ist aber eher ein literarisches Element. Zudem ist meiner Meinung nach die Story durchaus Schlüssig. Wenn man unserem das muss ich zugeben durchaus eindimensionalen Anthagonisten zuhört kann man ungefähr schließen wie viel Zeit Eiga schon existiert und noch mal deutlicher wird es wenn man sich die Tunnel und Behausungen der Inverts anschaut. All das ist unfassbar alt die Geschichte des Unfalls muss unsagbar lange her sein das sieht man auch am Mondring aus Erdenschutt Himmelskörper brauchen ewigst um sowas entstehen zu lassen. Dann kommt das doch ganz glaubhaft rüber. Am Anfang nach der Katastrophe war alles noch schick die Menschen die invertiert wurden unds überlebt haben gingen unter die Erde und bauten sich ne 2. Oberfläche. Man baute eine Stadt die sich im beide Richtungen erstreckt um in Kontakt zu bleiben aber irgendwann kommt ein Spaki genau wie in der echten Welt der sagt wir sind doch die opfer hier wir können nicht mehr auf der Oberfläche laufen weil die non inverts und. Das kaputt gemacht haben. Das geht immer so weiter und nach was weiß ich tausend Jahren vergisst man dann auch schon mal das man eigentlich das unterirdisch lebende Volk ist. Die einzigen does nicht vergessen sind die Führer und die hassen aus genau den Grund die andersdenker und die inverts wenn man nämlich als invert oder auch als Person die gerne mal fliegen würde dort an die Decke fliegt merkt man ganz schnell das da was ganz und gar nicht stimmt. Am besten verhindern kann man die ganze Geschichte indem man einfach allen klar macht. Die von da unten die sind die bösen die sind nicht richtig die müssen wir aussondern. Wenns jeder glaubt macht keiner ärger.

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