Elsa & Fred

Elsa & Fred

Das späte Glück

Nachdem die Werbung schon lange die Bedürfnisse und vor allem die Kaufkraft der Generation 50+ entdeckt hat, kommt nun mit Elsa & Fred / Elsa y Fred der passende Film zum Konsumtrend. Eine Romantic Comedy mit allen Zutaten, die zu diesem Genre eben dazu gehören und mit zwei Darstellern, die in anderen Filmen höchstens noch als schrullige Nebendarsteller auftauchen dürften, weil es die ungeschriebenen Gesetze des Films eben verlangen, dass die Hauptpersonen jung und attraktiv zu sein haben. Doch das – so kann man vermuten – wird sich im Zuge des Generationswandels sowieso bald ändern. Und Elsa & Fred ist dafür sicherlich ein gutes Beispiel.
Die temperamentvolle Elsa (China Zorrilla) ist nach eigenem Bekunden 77 Jahre alt und schwört Stein und Bein, dass sie früher einmal wie Anita Ekberg, die vollbusige schwedische Sexbombe aus Federico Fellinis La Dolce Vita aussah. Als Elsa beim Einparken vor der neuen Wohnung auf sehr italienische Weise – nämlich nach Gehör – einparkt, lernt sie ihren Wohnungsnachbarn Alfredo (Manuel Alexandre) kennen, dessen geschwätzige Tochter Cuca (Blanca Portillo) der Wagen gehört, den Elsa auf die Hörner nahm. Flugs nimmt sich die notorische Lügnerin des etwas steifen und hypochondrischen Fred an und zwischen den beiden entwickelt sich eine Freundschaft, die für beide so etwas wie ein spätes Glück bedeutet. Mit dem Charme eines Wirbelwinds reißt Elsa ihren neuen Freund aus seiner Lethargie, die der Tod seiner Frau bei ihm hinterlassen hat. Und insgeheim träumt sie davon, sich mit ihm wie einst Anita Ekberg und Marcello Mastroianni in den Fluten des Fontana di Trevi zu umarmen. Was Fred allerdings nicht ahnt: Die vor Leben nur so sprühende Elsa ist schwer krank. Werden die Träume, Wünsche und Hoffnungen der beiden noch in Erfüllung gehen?

Obwohl die beiden Hauptfiguren in Marcos Carnevales außergewöhnlicher Romantic Comedy durchaus schrullig bis exzentrisch wirken, bleibt die Geschichte niemals an den vorhersehbaren und erwarteten Charakterzügen von Elsa und Alfredo hängen, sondern streut immer wieder leise, zärtliche und äußerst liebevolle Szenen ein, die einen tiefen Einblick in die Lust und Last des Älterwerdens geben – mit allen Problemen, die sich damit verbinden, aber auch mit der ganzen Lebensfreude, die sich hier auf sehr charmante Weise offenbart. Der Film ist eine durch und durch glaubwürdige und sehr unterhaltsame Hommage an das Leben, das ja bekanntlich mit 66 Jahren erst so richtig anfängt.

Elsa & Fred

Nachdem die Werbung schon lange die Bedürfnisse und vor allem die Kaufkraft der Generation 50+ entdeckt hat, kommt nun mit Elsa & Fred / Elsa y Fred der passende Film zum Konsumtrend in die Kinos.
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Meinungen
bernhard · 15.02.2007

Gebe meist nur (wenn überhaupt) Statements zu Statements: Die Banalität des Lebens im Kontext mit gewissen Auffassungen sehe ich visuell vor meinem Auge. Die Rose erblüht und ist schön. Eines Tages verblüht sie - aber sie wird sich immer als die schöne Blüte ihres ersten Tages in meinem Gedächtnis und meiner Vorstellung verankern. Werde mich auch mit dieser Sehnsucht daeinst (von unten blickend) verabschieden können.

Almut · 04.06.2006

Vor über einer Stunde kam ich aus dem Kino, und bin immer noch ganz erfüllt und bewegt. Ein wunderbarer Film, der so feinfühlig mit dem Thema Liebe im Alter umgeht, dabei aber auch unglaublich witzig, jedoch kein bißchen banal ist. Gleichzeitig erinnert er einen daran, zu leben, gleichgültig was andere denken, seine Träume, auch die ganz großen und fernen zu verwirklichen und eben, ja, wie jener Katalane meint: "hoy puede ser un gran día.." heute kann ein großartiger Tag werden... und morgen auch...

I. Voit-Franz · 22.04.2006

Tippfehler, natürlich:
exzentrisch

I. Voit-Franz · 22.04.2006

Ich fand diesen film ziemlich oberflächlich, es fand kaum ein wesentliches Gespräch zwischen den beiden statt. Elsa ist sehr in äußeren Dingen gefangen und ziemlich extrentisch.

Snacki · 20.04.2006

je oller desto toller ;-)

Kommentare

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