2:37

2:37

Eine Filmkritik von Katrin Knauth

Spannendes Highschool-Drama

Am Ende von 2:37 kommt alles ganz anders. Und weil das sozusagen der Clou des Films ist, wird es auf keinen Fall verraten. Gerade mal 22 Jahre jung ist der australische Regisseur Murali K. Thalluri, der mit diesem spannenden Highschool-Drama debütiert und kontrovers die Geschichten von sechs Jugendlichen erzählt.
Der Film beginnt mit einer Leiche: Die wird um 2:37 Uhr nachmittags in einer vorstädtischen Schule gefunden. Die Kamera zeigt uns nur die entsetzten Gesichter der anderen. Was wir nicht sehen, die Leiche, das spannt uns auf die Folter. Von da an geht das Rätselraten los. Wer ist der oder die Tote? War es Mord? Selbstmord? Der Film springt zurück an den Anfang des Tages, stellt uns nacheinander sechs Schüler der Highschool vor, deren Probleme so quälend sind, dass jeder von ihnen daran verzweifeln könnten. Murali K. Thalluri erspart uns nichts: Drogen, Inzest, eine ungewollte Schwangerschaft, Essstörung, versteckte Homosexualität, Hänseleien, Erfolgsdruck, körperliche Behinderung. Und daraus resultierende Gefühle wie Neid, Eifersucht, Angst und Trauer.

Was sich an einem Tag in der Highschool abspielt, wurzelt natürlich viel tiefer. In Rückblenden wird ans Tageslicht geholt, wie es zu den Problemen kommen konnte. Ebenso lässt Murali K. Thalluri seine Protagonisten wie in einem Dokumentarfilm in kurzen, schwarzweißen Interviewsequenzen über ihr Leben erzählen. Das ist jede Menge Stoff, aber genau soviel, wie man in gut anderthalb Stunden verarbeiten kann. Was man sieht, ist erschreckend, aber das Ende wird noch mal richtig grausam. Das hätte ruhig etwas subtiler sein können.

Als 2:37 im Jahr 2006 bei den Filmfestspielen in Cannes in der Reihe „Un Certain Regard“ gezeigt wurde, war Murali K. Thalluri gerade mal 21 Jahre alt. Als er mit dem Drehbuch an den Produzenten und Kameramann Nick Matthews herantrat, war er nicht älter als 19. Er hatte zwar keine Filmerfahrung, aber erlebt und gesehen dafür schon genug. Was Thalluri uns mit 2:37 zeigt, kennt er nur zu gut aus eigener Erfahrung. Nach einem misslungenen Selbstmordversuch fing er an, das Drehbuch zu schreiben. Von der Seele geschrieben hat er sich alles, was ihn monatelang belastete: Der Selbstmord seines Freundes, Nierenprobleme, Depressionen, das Ende seiner Beziehung. In einem Statement sagt der Autodidakt, dass der Film sein Leben gerettet habe.

Besetzt mit unbekannten, aber sehr begabten Schauspielern ist 2:37 ein aufrüttelnder, tödlicher Mix aus angestauten Gefühlen, Angst und Verzweiflung. Eine Mischung aus Kids (1995, Larry Clark), Ken Park (2004, Larry Clark) und The House is Burning (2006, Holger Ernst), aber doch ganz anders als das, was man bisher gesehen hat.

2:37

Am Ende von 2:37 kommt alles ganz anders. Und weil das sozusagen der Clou des Films ist, wird es auf keinen Fall verraten.
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Meinungen
Franzi · 22.07.2007

Ich finde den Film einfach hammer, vielleicht ein bisschen viele Probleme in einem Film aber immer diese krasse Wende und echt Probleme einfach schön dramatisiert dargestellt. Fesselnd gut gelungen und mit einem Ende wo niemand mit rechnet.

ullafuchs · 16.07.2007

schrott! Größte Sterotypisierung ever! Es gibt genügend subtilere Probleme, die einem das Leben an der Schule vergrault haben, es muss nicht immer inder plakativen Hau druf rein fresse manier passieren!

d3nn1s · 12.07.2007

Wie kann man nur so einen schrot im Kino zeigen.

alex · 08.07.2007

ich hätte nur ne frage zu dem echtheitsgrad am ende , ( will nur wissen obs wirklich echt ist?) thxx Krasser film!

Kommentare

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