Zoning

Zoning

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Auf Raubzug im Wolkenkratzer

Bei Zoning von einem vergessenen Juwel deutscher Filmgeschichte zu sprechen, wäre etwas zu weit hergeholt, doch da der Film von Ulrich Krenkler wirklich unterhaltsam ist und einige gute Ideen hat, sollte man ihm eine Chance geben. Denn Zoning macht einfach auch vieles richtig.
Die Story von Zoning ist schnell erzählt: Zwei Männer, die einst in einem Wolkenkratzer gearbeitet haben tun sich zusammen, um mit ihrem Wissen um die Örtlichkeiten, die Sicherheitsvorkehrungen und einem geheimen Raum die Angestellten und Bewohner dieses Hochhauses um ihr Bares zu erleichtern. Abends ziehen sich die Diebe in einen vergessenen Raum im Keller zurück und zählen die Beute. Das Ganze soll eine gute Woche dauern, doch schon nach wenigen Tagen wird Ozzy übermütig und will in das Computernetz und an die richtig große Kohle. Rainer will jedoch an den „guten, alten Traditionen“ festhalten. Während die Sicherheitskräfte noch im Dunkeln tappen, hat eine Putzfrau schon das Versteck von Ozzy und Rainer entdeckt und will nun ihren Teil vom Kuchen haben.

Die Idee von Zoning ist nicht übel und auch die Umsetzung ist – zwar typisch 80er-mäßig holprig und meist statisch – gelungen. Leider ist der Film oft unfreiwillig komisch. Da lassen zwei Profis ein solch aufwändiges Ding steigen, um die Leute im Aufzug um ihre Geldbörsen zu bringen. Für so eine geringe Ausbeute solch ein Aufwand? Doch spätestens, wenn der Konflikt „Tradition – Fortschritt“ zwischen den Dieben aufbricht, merkt man, dass da etwas mehr hinter steckt. Doch leider sind auch die darstellerischen Leistungen nicht überragend. Zwar machen Norbert Lamla und Hubertus Gertzen als Ozzy und Rainer noch eine gute Figur, doch da hört es auch schon auf. Die Putzfrau (Veronica Wolff) ist nicht nur optisch eine Katastrophe, man kann getrost sagen, dass Laientheater gespielt wird. Selbst die Statisten stehen immer wieder orientierungslos und in die Kamera guckend herum.

Dass Logik zurechtgebogen wird und sich fürchterliche 80er Klamotten mit holprigen Dialogen paaren, fällt da dann kaum noch ins Gewicht. Doch trotzdem macht es wirklich Spaß Zoning zu sehen. Auch kann sich das liebevolle Bonusmaterial mit Interviews, Audiokommentar, Texttafeln und einer KinoKino-Sondersendung aus dem Entstehungsjahr 1986 sehen lassen.

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Bei Zoning von einem vergessenen Juwel deutscher Filmgeschichte zu sprechen, wäre etwas zu weit hergeholt.
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