The Executor - Der Vollstrecker

The Executor - Der Vollstrecker

Eine Filmkritik von Martin Beck

"Das ist keine Karre, das ist der Exterminator"

Man muss sie einfach mögen, die italienischen Endzeit-Filme der frühen achtziger Jahre, die Mad Max und Mad Max 2 hinterrücks in eine apokalyptische Kiesgrube schubsen und dort allerlei Krawall mit ruppiger Trash-Schlagseite veranstalten. Der irre Max zum Beispiel heißt hier "Alien" und trägt Stirnband plus gar lockiges Haar, seine Freundin hört auf den Namen "Trash" und die erschallenden Dialoge, meistens gebrüllt, sind auf die Essenz reduzierte Perlen der Poesiekunst: "Diese Schweine wollen uns ihr Wasser nicht geben. Also holen wir es uns!"
The Executor ist ein Film, der Sachen gerne auf den Punkt bringt. Da in der kargen Zukunftswelt italienischer Prägung Wasser sehr knapp ist, muss man es sich eben mit einem Tankwagen holen. Und dabei unbedingt einer Leder-/ Fellponcho-/ Football-Bande ausweichen, deren Anführer, Crazy Bull, der Zwillingsbruder des irren Iro-Baddies aus Mad Max 2 ist. Ebenfalls nicht so hilfreich hier sind mutierte Ninjas mit Flammenwerfern, wohingegen der bionische Wurfarm eines kleinen Jungen, der einen Kieselstein in einen Kopf bohren kann, entscheidend weiterbringt.

Am Ende dann explodiert ein Miniaturset und -natürlich- starker Regen setzt ein. Das sind ebenfalls klare Punkte, die unmissverständlich mitteilen, hier generischem B-Schund aufgesessen zu sein, der nur über größtmögliche Gutmütigkeit gegenüber italienischen Exploitation-Produktionen in die schwarzen Zahlen rutschen kann. Schön ist auf jeden Fall, dass der Untertitel des Films "Der Vollstrecker" heißt, in der Zukunft immer noch siebziger-Jahre-Karren herumfahren und der Bildrand wiederholt von mutierten Gesichtsbarracken gesäumt wird. Wie so oft bedeutet Italien auch hier, dass der Spaß neben der Spur ähnlich groß ist wie die eigentliche Handlung.

Schon klar also, dass es richtig dicke Autoaction nur am Anfang gibt, was aber nur dann ein Problem sein dürfte, wenn die folgende Rip-Off-Soße, garniert mit viel Haarspray, irren Klamotten und dämlichen Dialogen, keinen Unterhaltungsnerv treffen sollte. Regisseur Giuliano Carnimeo (Sartana – noch warm und schon Sand drauf) setzt das bescheidene Budget so flott in Szene, dass zumindest keine Langeweile aufkommt. Die großen Knaller des Italo-Endzeit-Genres, wie zum Beispiel Die Riffs 3 oder Metropolis 2000, sind zwar noch eine Etage weiter oben, aber bekennenden Müllsammlern ist die pittoreske Kiesgruben-Aura dennoch einen Schnalzer wert.

The Executor war vor 10 Jahren mal auf dem Index und leicht geschnitten, jetzt lacht eine ungeschnittene 16er Freigabe. Die Blu-Ray von Ascot Elite bietet nicht unbedingt remasterte Megaqualität, aber für das Zielpublikum reicht es vollkommen. Interessanterweise wird der Film im Februar 2015 gleich nochmal erscheinen, dann vom Label X-Cess, das noch ein paar Extras auftischt und sich ansonsten wahrscheinlich tierisch ärgert, dass ihr (wie üblich stramm überteuertes) Mediabook nicht mehr mit "zum ersten Mal uncut" werben kann. Liebevolle Filmsammler-Editionen in allen Ehren, aber zumindest außerhalb von Filmbörsen reicht eigentlich die reguläre Veröffentlichung.

The Executor - Der Vollstrecker

Man muss sie einfach mögen, die italienischen Endzeit-Filme der frühen achtziger Jahre, die "Mad Max" und "Mad Max 2" hinterrücks in eine apokalyptische Kiesgrube schubsen und dort allerlei Krawall mit ruppiger Trash-Schlagseite veranstalten. Der irre Max zum Beispiel heißt hier "Alien" und trägt Stirnband plus gar lockiges Haar, seine Freundin hört auf den Namen "Trash" und die erschallenden Dialoge, meistens gebrüllt, sind auf die Essenz reduzierte Perlen der Poesiekunst: "Diese Schweine wollen uns ihr Wasser nicht geben. Also holen wir es uns!"
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