Stage Beauty

Stage Beauty

Eine höchst dramatische Emanzipationsgeschichte

Im London der sechziger Jahre des 17. Jahrhunderts sind Frauen auf den Theaterbühnen ausschließlich zum Putzen und für kleine Handreichungen erlaubt, nicht aber, um in diversen Theaterstücken als Frauen aufzutreten. Der Star der männlichen Darsteller holder Weiblichkeit Edward \"Ned\" Kynaston (Billy Crudup) gibt die beste Desdemona weit und breit, und deshalb liegen ihm Frauen wie Männer gleichermaßen zu Füßen. Allerdings neigt der Mime bei Zeiten zu spitzen Repliken gegenüber allzu zudringlichen Verehrern, womit er sich eine ganze Reihe von Feinden schafft, unter ihnen den mächtigen Sir Charles Sedley (Richard Griffiths).

Treu ergeben ist dem exzentrischen Darsteller hingegen seine Garderobiere Maria (Claire Danes), die in den Mimen verliebt ist, ohne dass dieser davon weiß. Doch Maria führt ein Doppelleben, von dem niemand etwas wissen darf, denn in einer Inszenierung von Othello im Killigrews Cockpit Tavern, einer äußerst zwielichtigen Spelunke, tritt sie als erste Frau in einer Frauenrolle auf und begeistert das Publikum weniger wegen ihrer Schauspielkünste als wegen ihrer treffenden Darstellung holder Weiblichkeit.

König Charles II. (Rupert Everett) ist währenddessen sichtlich gelangweilt vom zeitgenössischen Theater, ihn dürstet nach mehr Frohsinn und Unterhaltung auf Englands Bühnen. Seine Kurtisane Nell Gwyn (Zoë Tapper) sorgt schließlich dafür, dass der Potentat den Erlass verfasst, der den Weg frei macht für Frauen auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Während Maria nun eine steile Karriere macht, ist diejenige von Ned im Nu beendet, denn der eitle Schauspieler kann ausschließlich Frauenrollen spielen, er endet alsbald in Suff und Verzweiflung. Doch Maria liebt den nunmehr am Boden Zerstörten immer noch und ermöglicht ihm ein Comeback.

Richard Eyres Stage Beauty erinnert bisweilen durchaus an John Maddens Shakespeare in Love, wenngleich es hier nicht der große britische Dramatiker ist, um den es hier geht. Es ist vor allem das Theatermilieu, die Zeit und die Beschäftigung mit der Liebe und den Wirrungen einer Bühnenkarriere, die solche Vergleiche geradezu herausfordern. Um es kurz zu machen: Stage Beauty reicht nicht (ganz) an Shakespeare in Love heran, doch es bietet – auch dank hervorragender Schauspieler – immer noch genügend Unterhaltungswert, um einen vergnüglichen Kinoabend zu verbringen, bei dem auch Freunde des englischen Theaters auf ihre Kosten kommen dürften. Und es zeigt eine Zeit des Umbruchs, in der sich Frauen gegen vielerlei Widerstände ihren Platz auf der Bühne erobern konnten.

Stage Beauty

Im London der sechziger Jahre des 17. Jahrhunderts sind Frauen auf den Theaterbühnen ausschließlich zum Putzen und für kleine Handreichungen erlaubt, nicht aber, um in diversen Theaterstücken als Frauen aufzutreten.

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Meinungen
Jensemann · 28.09.2005

Nachdem ich Stage Beauty in der Preview gesehen habe, kann ich nur sagen! RESPECT! Richard Eyre ist ein anspruchsvoller Film gelungen! Klasse Schauspieler, klasse Story!
Unbedingt reingehen!

Kommentare

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