Silent Hill

Silent Hill

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Die Ästhetik des Grauens

Regisseur Christophe Gans blieb mit Pakt der Wölfe in guter Erinnerung und auch die Anwesenheit von Drehbuchautor Roger Avery lässt den Zuschauer eine gewisse Erwartungshaltung einnehmen. Findet sich in Averys Lebenslauf doch unter anderem Pulp Fiction.
Rose (Radha Mitchell) Tochter Sharon ist unheilbar krank und wird sterben. Doch die Mutter will und kann sich nicht damit abfinden, dass die Ärzte nichts mehr tun können. Gegen den Willen ihres Mannes (immer wieder gut: Sean Bean) packt sie ihre Tochter ins Auto und will zu einem Wunderheiler. Wie es in einem Horrorfilm sein muss, kommen die Beiden vom rechten Weg ab und landen in dem titelgebenden Ort. Willkommen in der Hölle! Die Tagline des Films trifft es ziemlich gut. Nachdem Sharon verloren gegangen ist, tauchen diverse Kreaturen auf, die Silent Hill in ihren Klauen halten. Zombies, Monster und andere bizarre Kreaturen wollen de verzweifelte Mutter daran hindern, ihre Tochter wieder zu bekommen. Doch lässt sich Rose nicht unterkriegen und erhält tatsächlich unerwartete Hilfe. Let’s start a war…

Absolute Gewinner dieser „Dose der Pandora“ sind ganz klar Sounddesign und Art Departement. Die Ausstattung ist phantastisch, visuell ist der Film phänomenal. Und auch die Kameraarbeit von Dan Laustsen muss lobend erwähnt werden. Mit dem mittelguten Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen und dem unterbewerteten Darkness Falls bewies der gebürtige Däne schon vor ein paar Jahren seine Liebe zu großen Bildern. Hier konnte er sich endlich richtig austoben. Inklusive dem massiven Gebrauch von Kunstnebel. Leider krankt Silent Hill an einem Null von Charakterisierung. Man fiebert nicht mit den Figuren mit, sondern wartet nur darauf, welcher Alptraum als nächstes seine Fratze zeigt. Natürlich ist das absolut legitim – auch das unterhält (siehe The Grudge) und „funktioniert“. Von einem Autor wie Avery sollte jedoch mehr zu erwarten sein. Auch sind zwei Stunden eindeutig zu lang. Sean Beans Rolle als Vater ist absolut überflüssig und wurde angeblich auf Drängen des Studios nachträglich ins Buch geschrieben. Ein knackiger 90 Minüter im Vollkornbrötchen wäre allemal bekömmlicher gewesen.

Man könnte jetzt natürlich auch wieder anfangen von wegen wer braucht eine (weitere) Videospieladaption. Tomb Raider 2 war ein schlechter Witz, Resident Evil gelungen und Doom ein Totalschaden — zumindest an der Kasse. Doch Silent Hill hebt sich wohltuend von anderen Videospielproduktionen ab, strahlt in den besten Momenten eine fasst greifbare Angst aus. Und diese Atmosphäre verdichtet sich zu blankem Terror, wenn erst einmal das Finale eingeläutet wird.

Silent Hill

Regisseur Christophe Gans blieb mit Pakt der Wölfe in guter Erinnerung und auch die Anwesenheit von Drehbuchautor Roger Avery lässt den Zuschauer eine gewisse Erwartungshaltung einnehmen.
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