Salmas Geheimnis (2018)

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Die 16-jährige Salma hat ihre Eltern nie kennengelernt, und während alle anderen in Santa Clara am Tag der Toten Besuch ihrer verstorbenen Angehörigen erhalten, vertieft sich ihr Wunsch nach der Aufklärung ihrer Vergangenheit. „Salmas Geheimnis“ erzählt von der magischen Reise in das Reich der Toten.

Salmas Geheimnis (2018)

Eine Filmkritik von Verena Schmöller

Ein Feuerwerk aus Farben

Der Día de los Muertos ist eine wichtige Institution in Mexiko. Am 2. November, dem Tag der Toten, gedenken die Mexikaner ihrer Verstorbenen und feiern den Tod wie das Leben. Während das angloamerikanische Halloween eine Unruhenacht ist, in der man sich ruhig gruseln kann, wird beim Día de los Muertos drei Tage lang farbenfroh und mit Freude gefeiert, denn alle wollen ihre Liebe und ihren Respekt den verstorbenen Familienmitgliedern gegenüber ausdrücken. Die Deko-Skelette und Totenköpfe, die Verkleidungen und Bemalungen sollen weniger erschrecken, sondern sind vielmehr freundlich, lachend und bunt. Auf geschmückten Altären, so genannten ofrendas, werden Familienfotos und die Lieblingsspeisen der toten Angehörigen angerichtet, um diese einzuladen, für einen Tag zu ihrer Familie im Diesseits zurückzukehren.

In diesem Setting spielt der Animationsfilm Salmas Geheimnis von Carlos Gutiérrez Medrano. Schauplatz ist die Stadt Santa Clara, in der die Geister am Tag der Toten einmal im Jahr die Lebenden besuchen und mit ihnen Zeit verbringen können. Alle freuen sich auf diesen Tag, weil er ihnen die Möglichkeit gibt, Kontakt zu halten mit den geliebten Verstorbenen und die Erinnerungen an ein Früher aufleben zu lassen.

Nur für die kleine Waise Salma ist der Día de los Muertos jedes Jahr von Neuem mit Wehmut und großer Traurigkeit verbunden. Sie hat ihre Eltern nie wirklich kennengelernt, weil sie nach dem deren Tod schon als Baby zu einer Pflegefamilie kam. Dort wird Salma von einer älteren Dame und den zwei Ziehbrüdern, Jorge und Pedro, liebevoll umsorgt. Und trotzdem sehnt sie sich danach, zu wissen, wer ihre leiblichen Eltern waren und warum sie sie bisher nicht am Tag der Toten besucht haben.

Auch als 16-Jährige spürt sie immer noch diesen tiefen Wunsch in sich. Der Gedanke, irgendwann eine Spur zu ihren Eltern und ihrer Vergangenheit zu finden, lässt sie auch nach Jahren nicht los. Schließlich fällt ihr eine Kette und dann ein geheimnisvolles Buch in die Hände, das die Geschichte der Bürger von Santa Clara erzählt, und sie lernt einen mysteriösen Mann kennen, der eng mit dieser Geschichte und dem Tod ihrer Eltern verbunden ist. Nach und nach wird deutlich, dass Salmas Geschichte eine besondere ist, und zusammen mit Jorge und Pedro beginnt sie eine magische Reise in das Reich der Toten.

Die Geschichte um Salma ist eine eher komplizierte und nicht immer leicht nachvollziehbar, gerade für das jüngere Publikum. Dem Plot hätte ein bisschen Reduktion gutgetan, zu kurvig ist der Verlauf der Geschichte, zu unklar so manche Motivation der Figuren, die an sich recht konventionell und gefällig konzipiert sind. Und doch hat man das Gefühl, dass das Drehbuch so einige Korrekturschleifen durchlaufen hat und am Ende der Blick aufs Ganze etwas verloren ging.

Auf jeden Fall aber besticht Salmas Geheimnis durch seine die liebevolle Ausstattung – ein Feuerwerk an Farben und Kleinigkeiten: Die liebevoll arrangierten Altäre, die bunte Welt des Reichs der Toten, der fahrende Händler, der in Salma ihren Wunsch nach Aufklärung ihrer Vergangenheit neu weckt. Das alles ist sehr authentisch und lässt den Geist des Día de los Muertos ähnlich aufleben wie der verwandte Coco – Lebendiger als das Leben aus dem Hause Pixar. Gerade aber auch deshalb überfordert der Film das ausländische Publikum ein wenig, das sich erst in die Tradition des Tag der Toten einfinden muss. In die Kinos kommt Salmas Geheimnis am 24. Oktober, also genau richtig, um sich auf die Feierlichkeiten um den 2. November einzustimmen.

Salmas Geheimnis (2018)

In der mexikanischen Stadt Santa Clara lebt die 16-jährige Salma, eine Waise, die ihre biologischen Eltern niemals treffen konnte. Die einzige Geschichte, die man ihr bereits ihr gesamtes Leben erzählt ist, dass ihre Eltern sie verlassen hätten. Den Großteil ihres Lebens hat Salma damit verbracht, nach Hinweisen auf die Identität ihrer Eltern und ihren Aufenthaltsorten zu suchen. Dies lief erfolglos, bis sie ein besonderes Buch über Santa Clara und die Geschichte der dort lebenden Menschen entdeckt. Mit diesem Buch und ihren beiden mutigen und warmherzigen Pflegebrüdern Jorge und Pedro macht sich Salma auf zu einem Abenteuer, um die fehlenden Verbindungen zum Erbe ihrer Familie zu finden und in der Hoffnung endlich ihre lange verloren geglaubten Eltern zu treffen.

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