Purely Belter

Purely Belter

Eine Filmkritik von Mike Swain

Auf der Jagd nach der Dauerkarte

Dass wahre Fussballfans bereit sind fast alles oder sogar alles zu tun, um die Spiele ihres Vereins mit zu erleben, ist wohl bekannt. Auch der clevere Gerry (Chris Beattie) und der leicht trottelige Sewell (Greg McLane) würden ihr letztes Hemd geben, um zumindest die Heimspiele von Newcastle United live im St. James Park erleben zu können. Doch viel mehr als ein Hemd besitzen die zwei Teenager aus Newcastle auch nicht. Woher soll also die astronomische Summe von 1.000 britischen Pfund kommen, die zwei Dauerkarten kosten würden? Gerry und Sewell beschließen, Vergnügungen wie Alkohol, Zigaretten, Klebstoff und diversen anderen Betäubungsmitteln zu entsagen und Geld zu verdienen, um ihren Traum Realität werden zu lassen.
Dabei sollte man eigentlich meinen, dass das Duo genug andere Probleme hat. Gerrys Mutter (Charlie Hardwick) ist schwer krank, seine Schwester Clare (Tracy Whitwell) kommt als allein erziehende Mutter nur schwer zurecht. Die Familie lebt in ständiger Angst vor Gerrys gewalttätigem, alkoholsüchtigem und diebischem Vater, was sie immer wieder dazu zwingt die Wohnungen zu wechseln. Sewell dagegen leidet unter Liebeskummer, denn seine Angebete Gemma (Jody Baldwin) liebt einen Anderen und sein Großvater, bei dem er lebt, zeigt starke Anzeichen von Alterssenilität. Doch wahrscheinlich liegt es grade an diesen miserablen häuslichen Umständen, die regelmäßige Besuche bei den Mannen um den englischen Nationalstürmer Alan Shearer so begehrenswert erscheinen lassen.

So machen sich Gerry und Chris daran, das benötigte Geld aufzutreiben. Dass dabei nicht nur legale Jobs, wie babysitten, Schrott sammeln oder Hunde spazieren führen, sondern auch präzise geplante Ladendiebstähle und Wohnungseinbrüche Mittel der Wahl sind, versteht sich fast schon von selbst. Und selbst Alan Shearers Jaguar Cabrio muss irgendwann dran glauben …

Regisseur Mark Herman, in Deutschland vor allem durch seinen Film Mit Pauken und Trompeten / Brased Off bekannt, bewegt sich mit Purely Belter eindeutig in der Tradition der Brit-Comedy. Gerry und Sewell sind weitere Exemplare der altbekannten „working class heros“, die sich allen widrigen Umstände zum Trotz nie unterkriegen lassen und immer einen kessen Spruch auf den Lippen haben, selbst wenn diese nach etlichen Faustschlägen aufgeplatzt sind. Es mag sein, dass Purely Belter mit Stereotypen bevölkert ist, die eigentlich das Herz am rechten Fleck haben, doch der Film ist dennoch mehr als nur sehenswert. Das liegt zum einen an Hermans Inszenierung, die dafür sorgt, dass die Raubzüge der Teenager nie vollständig in das Burleske abgleiten und dem Zuschauer teils das Lachen im Halse stecken bleibt. Zum anderen ist es das erfrischende Spiel der Leinwanddebütanten Beattie und McLane, die getrost als Entdeckungen bezeichnet werden können. So ist Purely Belter, was sich wohl am besten mit „obergeil“ übersetzen lassen würde, zwar kein überragender Film, aber immerhin doch „ziemlich belter“.

Purely Belter

Dass wahre Fussballfans bereit sind fast alles oder sogar alles zu tun, um die Spiele ihres Vereins mit zu erleben, ist wohl bekannt.
  • Trailer
  • Bilder

Kommentare

Diese Sicherheitsfrage überprüft, ob Sie ein menschlicher Besucher sind und verhindert automatisches Spamming.

Weitere Filme mit

Chris Beattie

Greg McLane

Charlie Hardwick