Ninja Kommando (Blu-ray)

Ninja Kommando (Blu-ray)

Eine Filmkritik von Martin Beck

Männer der Nacht

Ein old schooliger Martial-Arts-Klassiker, dessen Produktionsjahr (1982) bereits erste Auswüchse des Hongkongschen New-Wave-Kinos erkennen lässt. Einfach nur immer wieder gegeneinander antreten und mittels abstruser Handkanten-Techniken alterwürdige Kung-Fu-Meister rächen, war langsam nicht mehr angesagt, die nächste Stufe nun hieß extensives Wire-Fu, mehr Kinetik, mehr Tempo und natürlich — speziell hier — N-I-N-J-A-S!
Obwohl, eigentlich nur ein Ninja, der aber zumindest in der grandiosen Eröffnungssequenz, einer spektakulären Trainingsmontage mit einem funky Titelsong (auf Englisch!), einige Kollegen an seiner Seite begrüßen darf. Aus dem Sand hochspringen, rasend schnell Bäume hochklettern, Martial Arts-Kämpfe, Wurfsterne versenken – it’s all in a day’s work für einen schwarzgewandeten Attentäter mit japanischer Clan-Zugehörigkeit.

Oftmals sind Ninja-Filme ja ganz schön lahme Veranstaltungen, speziell wenn sie aus Amerika kommen, doch Ninja Kommando stammt zum Glück aus Hongkong… und gilt als einer der besten Vertreter seiner Gattung überhaupt. Das Verdienst hierfür gebührt zum einen den beiden Hauptdarstellern, Conan Lee und Hiroyuki Sanada, die beide begnadete Kampfsportfähigkeiten demonstrieren, und zum anderen Regisseur Corey Yuen, der äußerst dynamisch zu Werke geht und immer wieder einfallsreiche Kämpfe choreographiert.

Ausgehend von einer Geschichte, die Ninja Sanada nach China schickt, um den Onkel von Martial-Arts-Jungspund Lee zu töten, weil dieser angeblich seinen Vater umgebracht hat, entspinnt sich ein munterer Actionreigen, zu dessen Höhepunkten unter anderem ein Kampf auf Stelzen und ein Kampf in einer Mühle gehören. Rache, Ehre, Treue und Pflichtbewusstsein – natürlich, auch hier sind die inhaltlichen Eckpfeiler jedes Martial-Arts-Films präsent, und der wohlfeile Hongkong-Humor, dessen brachiale Natur sowohl auflockert als auch ganz schön nervt, ist ebenfalls präsent.

So richtig warm dürften Genrenovizen nicht mit Ninja Kommando werden, dafür ist der Film einfach zu zerfahren, zu schlampig und — bezogen auf die Geschichte und den Humor — auch ganz schön krude bis simpel gestrickt, doch Martial-Arts-Fans winken solche „Hindernisse“ natürlich entspannt vorbei. Was hier zählt, sind die halsbrecherischen Actionchoreographien, die rasante Inszenierung und die putzmuntere Verquickung aus Haudrauf-Humor, Ninja-Aktionen und Wuschelpuschel-Frisuren, alles unterlegt mit aufdringlichem achtziger-Jahre-Soundtrack-Geknödel. Filigrane Kunst sieht anders aus, aber hui, was ist dieser Film unterhaltsam!

Ninja Kommando war auf Deutsch bisher immer leicht geschnitten, doch wie so oft in letzter Zeit ist das jetzt kein Thema mehr. Der Film ist auf der Blu-Ray von Ascot Elite ungeschnitten und sieht so aus, wie Filme dieses Alters meistens aussehen. Gegenüber der alten Splendid-DVD ist auf jeden Fall ein qualitativer Anstieg zu erkennen, wohingegen im Vergleich zur britischen HK-Legends-DVD der fehlende O-Ton, die fehlenden Untertitel und die fehlenden Extras aufstoßen. So richtig aufwendig war der Blu-Ray-Transfer sicher nicht, doch die zahlreichen Fans des Films dürfte das kaum stören – zumal ein wichtiger Aspekt des Kults auf jeden Fall anwesend ist: die herrlich vom Leder ziehende deutsche Synchro!

Ninja Kommando (Blu-ray)

Ein old schooliger Martial-Arts-Klassiker, dessen Produktionsjahr (1982) bereits erste Auswüchse des Hongkongschen New-Wave-Kinos erkennen lässt. Einfach nur immer wieder gegeneinander antreten und mittels abstruser Handkanten-Techniken alterwürdige Kung-Fu-Meister rächen, war langsam nicht mehr angesagt, die nächste Stufe nun hieß extensives Wire-Fu, mehr Kinetik, mehr Tempo und natürlich — speziell hier — N-I-N-J-A-S!
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